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Thema: Musikstücke interpretieren

  1. #1

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    Musikstücke interpretieren

    Hallo Leute,

    bin neu hier, und hoffe, dass man mir helfen kann.

    Ich besuche derzeit den Musikkurs der 11. Klasse. Vorrangig beschäftigen wir uns mit Stücken von berühmten Künstlern wie Beethoven und Van Haydn, aber auch anderen Stücken, die der Epoche des Barock, der Klassik oder der Romantik entspringen.
    Der Großteil meines Kurses macht professionell Musik, wie etwa in Orchestern, manche spielen mehr als ein Instrument.
    Ich und ein paar wenige andere können kaum Noten lesen und Intervalle bestimmen. Mit der Zeit bekommt man's schon hin, aber eben nicht so.
    Wir haben es in der Mittelstufe nie wirklich gelernt. Intervalle hatten wir noch, dann hat's aber in Sachen Notentheorie schon aufgehört.
    Was wir nie gemacht haben, oder zumindest so selten, dass ich mich nicht daran erinnern kann, ist ein Musikstück zu analysieren und/oder zu interpretieren.

    Ich kann nach Gehör ja kaum Dur von Moll unterscheiden, und dort bewirft man mich mit Begriffen wie "Artikulation" und "Harmonik".

    Heute haben wir die "Mondscheinsonate" ("Sonata quasi una Fantasia") von Beethoven analysiert.
    Dazu haben wir ein Blatt bekommen, dass wir, anhand des Hörbeispieles, dass uns unsere Lehrerin auf Klavier vorher gegeben hat, und anhand des Notenblattes ausfüllen sollten.

    Ich liste einfach einmal auf, was da so alles abverlangt wurde.

    - Tonart
    - Titel
    - Taktart
    - Tempo
    - Rythmus
    - Dynamik
    - Artikulation
    - Melodiebildung
    - Form
    - Klaviersatz (Stimmführung)
    - Harmonik
    - Stimmung
    - Sonstiges

    Keine Probleme bereitet haben mir "Titel", da man hier nur den Titel eintragen sollte.
    Stimmung habe ich dann anhand des Hörbeispieles entschieden... wie es sich so angehört hat. In dem Fall nachdenklich, traurig und in Gedanen versunken, etwas kühl und dunkel.
    Das Feld "Sonstiges" machte mir auch keine Probleme. Denn nachdem ich die vorigen beiden Felder ausgefüllt hatte, ist mir schon nichts mehr eingefallen, was ich unter "Sonstiges" hätte hinschreiben können... aus diesem Grund blieb es leer.


    Meine Frage ist nun, woran erkenne ich was?
    Die Tonart... fangen wir mit dieser an: Wie bestimme ich sie?
    Woher weiß ich, in welcher Taktart das Stück geschrieben steht?
    Tempo? Ist ja oft durch Zahlen angegeben bevor die Tabulatur beginnt. In diesem Fall stand da "Adagio Sostenuto". Bitte was? Was ist das denn?
    Rythmus, Dynamik, Artikulation. Ich weiß nicht mal, wie genau das gemeint ist.
    Bei Melodiebildung, Form und Stimmführung sowie Harmonik habe ich ebenfalls keine Ahnung.

    Meine Sitznachbarin hatte das einfach locker hingeschrieben ohne groß nachdenken zu müssen!
    Da besteht eine riesige Wissenslücke zwischen den Guten im Kurs, und den Minderguten.
    Aber ich will das lernen, schließlich habe ich das ganze noch anderthalb Jahre und ich lass mir durch MUSIK nicht mein Abi versauen!


    Es wäre also wirklich super super Klasse von euch, wenn ihr zu jedem oben aufgeführten Punkt kurz sagt

    - was das ist.
    - woran man das beim Hören/Lesen der Tabulatur erkennt.
    - was man in so eine Spalte so alles reinschreiben könnte. (also was gibt es z.B. noch für Taktarten außer allabreve?)... und dann auch wieder, woran man was erkennt.


    Ich weiß, das ist viel Arbeit. Aber es wäre wirklich super, wenn man mir helfen könnte!

    Bis dann!

  2. Nach oben    #2
    abgemeldet Avatar von Lord Abstellhak
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    Also erst mal: Ich glaube kaum, dass Beethoven die Tabulaturschreibweise angewandt hatte, zumal das beim Klavier ein wenig schwierig wird.

    Naja, eine Tonart bestimmst du in dem du dir die Vorzeichen anschaust und vielleicht die ersten paar Takte des Stücks.
    Anhand der Vorzeichen lässt sich schon mal genau bestimmen was es ist, dann bleibt nur noch die Frage, ob es Dur, oder die parallele molltonart ist.

    Schau dir den Quintenzirkel an, da steht für jedes Vorzeichen, die Tonart(in dem Fall nämlich zwei) und dann muss man natürlich anhand der ersten paar Takte herausfinden was es ist.
    Am einfachsten, aber nicht immer am richtigsten ist es, sich die ersten paar Töne anzusehn, je nachdem welchen Akkord sie ergeben erkennst du die Tonart.
    Bei der Mondscheinsonate(wenn ichs noch richtig in Erinnerung habe), sind das vier Kreuze und die Töne cis, e, gis.
    Da lässt sich auf cismoll schließen, denn das ist die passende Tonart mit vier Kreuzen.

    Titel war ja kein Problem.

    Taktart ist ja auch abzulesen. Vielleicht kann man noch erwähnen ob gerade(4/4, 2/4 etc.) oder ungerade(3/4, 6/8, etc.)

    Alla breve bedeutet entweder bei 2/2, oder 4/2, dass man einfach auf halbe zählt.

    Tempo steht ja da. Dazu muss man dann eben auch wissen, was die Angaben bedeuten. Adagio sostenuto bedeutet auf jeden Fall langsam. Sostenuto ist italienisch für gehalten.
    Also in dem Fall noch getragener als Adagio. Allegro bedeutet schnell, moderato is wahrscheinlich klar. Vivace ist lebhaft und so weiter, am besten bei Wikipedia schaun, weil das jetzt alles aufzulisten kann dauern.

    Den Rhythmus erkennst du an den Notenwerten, ob das jetzt ein punktierter Rhythmus ist, oder ein Triolenrhythmus.
    Bei der Mondscheinsonate ist das interessante, dass auf den normalen 4/4(oder alla breve, auf jeden fall Vier Viertelschläge in einem Takt) in der rechten Hand für jede Viertel achteltriolen gespielt werden und darüber noch eine Melodie. Also du kannst aufschreiben was für Notenwerte vorkommen, wie sie angeordnet sind und wenn es ein bestimmter Rhythmus ist(wie Tango, oder Samba, oder egal was), dann dazu schreiben.
    Klar man muss dann auch wissen, wie der Rhythmus heißt und wie er aussieht, aber da muss man sich auch irgendwie informieren. Bloß so moderne Rhythmen findet man jetzt natürlich fast gar nicht in klassischer Musik.

    Dynamik sind die Lautstärkenveränderungen. wenn da so sachen wie cresc.(lauter werden), oder decresc.(leiser werden), oder so < > Zeichen auftreten, dann gehört das zu der Dynamik. Ist sehr wichtig in der Musik, denn die kann natürlich bestimmte Effekte erzeugen. Wenn zum Beispiel am Ende der Mondscheinsonate immer leiser gespielt werden soll, bis das ganze im Nichts verschwindet klingt das natürlich auch toll.

    Artikulation: Das sind diese ganzen Bindebögen, Punkte über den Noten, Akzente und andere Zeichen, die man so an Noten findet. Die zeigen dem Spieler wie er den Ton, oder die Tonfolge genau spielen soll. Bei Punkten über der Note(staccato) ganz kurz anschlagen, bei Bindebögen, die über mehere Noten hinweg gehn, heißt, dass man das ganze gebunden Spielen soll und so weiter.
    Hier auch bei Wikipedia unter Artikulation in der Musik nachschaun, weil die Liste sonst auch viel zu lang wird.

    Melodik: Das ist jetzt nicht so einfach, wenn man nicht gerade Musiker ist. Herausfinden wie eine Melodie aufgebaut ist, aus mehreren Motiven, oder Variationen dieser Motive, vielleicht sogar Sequenzen und so weiter. Also das finde ich ein wenig viel verlangt von euerem Lehrer, wenn ihr nicht gerade ein Instrument spielt. Du musst erst mal rausfinden wo die Melodie ist, dann schaust du dir an, wie sie aufgebaut ist. Ich würde einfach mal Auffäligkeiten aufschreiben, irgendwas, damit du dafür nicht null Punkte bekommst auf jeden Fall etwas schreiben, jede noch so kleine Auffälligkeit.

    Form: Das ist genauso was. Die Mondscheinsonate wird vermutlich in der Sonatensatzform stehn. Exposition, Durchführung, Reprise.
    Dass bei moll dann die Exposition in die parallele Durtonart moduliert und bei Dur das ganze in die Dominante ist dann schon ziemlich schwer und dann eben noch herausfinden ob das thema ein achttakter, viertakter oder was weiß ich Takte ist und die Durchführung, also das ist schon happig. Aber wenn du eine Sonatensatzform erkennst und zumindest Exposition, Durchführung und Reprise herausfindest, hast du schon mal was wichtiges geschafft. Aber das ist jetzt nicht einfach zu erklären, wenn man nicht das nötige Grundwissen hat. Meistens endet die Exposition dort wo das Wiederholungszeichen ist, aber das ist auch keine Garantie. Dort wo so viel Kreuze und b's vorkommen ist dann meist die Durchführung und die Reprise beginnt sowie die Exposition(auch vom optischen her).


    Stimmführung... Wird ja immer besser. Das würde auch ne Weile dauern.

    Harmonik: Was für Akkorde kommen darin vor, das ganze könnte man jetzt funktionstheoretisch oder Stufentheoretisch oder mit dem Generalbass analysieren, aber dafür würde ich euren Lehrer schlagen. Also du müsstest dich halt mit Akkorden auskennen, wie die aufgebaut sind und so weiter, das is ein ellenlanges Kapitel...

    Stimmung is ja kein Problem, da muss man nur die passenden Adjektive dazu finden, da kann ich keine Tipps zu geben.

    Und Sonstiges sind eben noch andere Auffälligkeiten die du so bemerkt hast.

    Also ein paar Sachen sind zu lösen, aber bei ein paar anderen Sachen würde ich mich mal beim Lehrer beschweren, dass er euch das gefälligst auch beibringt, bevor ihr das anwenden müsst.


  3. Nach oben    #3
    Hallo,

    auf welches Literaturwerk kann ich zurückgreifen wenn ich die unten aufgelisteten Eigenschaften wie Tonart, Taktart, Tempo, Rhythmus ,etc. bei Musikstilen anwenden möchte? Gibt es da so etwas wie ein Grundlagenbuch welches man zu Hilfeleistung herbeiziehen kann?
    Vielen Dank für eine Antwort,
    Lena

  4. Nach oben    #4
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    Als Nachschlagewerk, in dem auch Sachen erklärt sind und man zum Beispiel auch eine Liste mit Tempo- Dynamik- und sonstigen Bezeichnungen findet, finde ich den dtv-Atlas Musik sehr gut.


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