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Thema: Vorbereitung auf Musikstudium

  1. #1

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    Vorbereitung auf Musikstudium

    Hi

    ich mache gerade mein Abi, und bereite mich parrallel auf Musikstudium vor. An der Praxis denke ich mal werd ich nicht scheitern. Nur die Theorie macht mit ein bisschen Angst.

    Ich wollte mal nachfragen, ob mir jemand vorbereitende Literatur empfehlen kann, um mich schlau zu machen bzw was man für die Aufnahmeprüfung zum Musikstudium theoretisch wissen muss.

  2. Nach oben    #2
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    Hallo,

    die Frage ist, wo ( welche Stadt, welche Hochschule) Du studieren möchtest. U.U. gibt es da lokale Unterschiede in Sachen Numeri Clausi, ZVS, Aufnahmeprüfungen etc. Daher erkundige Dich erstmal nach einer geeigneten Hochschule und deren Zulassungsvoraussetzungen. Wenn Du siehst, dass die Hochschulen ALLE diverse Aufnahmeprüfungen haben, kannst Du Dich immer noch darum kümmern.

    Die Popakademie Mannheim hat einen sehr guten Ruf!

    Auf den Hps der Hochschulen wirst Du alles finden bezüglich Prüfungen/Zulasungsarten etc.! Von der ZEIT gibt es zudem einen Studienführer, der immer neu herauskommt. Der ist ebenfalls sehr hilfreich, da dort viele Studiengänge beschrieben werden, Rankings der Hochschulen gezeigt werden usw.

    MFG


  3. Nach oben    #3
    abgemeldet Avatar von Lord Abstellhak
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    Musikstudium Vorbereitung

    Für jeden angehenden Musikstudenten wird immer folgendes empfohlen:

    Herman Grabner, allgemeine Musiklehre. Wenn du das ganze noch vertiefen willst, kann ich dir noch von Diether de la Motte: Harmonilehre und Kontrapunkt empfehlen.

  4. Nach oben    #4

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    Vorbereitung auf Musikstudium

    Ich habe ein ähnliches problem wie neverwhere.

    Ich habe bis zu meinem 15. lebensjahr 7 jahre keyboard und klavier gespielt und bin dann auf Gitarre (akustik und e) umgestiegen. seit einem halben jahr habe ich sehr guten gitarrenunterricht bei einem jazzgiatarristen. mein theoretisches vorwissen ist eher mager, da nach der 11. klasse kein musikkurs zu stande gekommen ist und der private instrumentalunterricht eher praktisch orientiert war. trotzdem habe ich für mich festgestellt, dass musik ein wichtiger bestandteil in meinem leben ist und ich mich auch im beruf musikalisch orientieren will.

    aus einsicht, dass ich mit meinem derzeitigen wissen keinen der eignungstests an den unis schaffen kann, werde ich zuerst ein freiwilliges soziales jahr an einer grundschule machen und diese zeit gleichzeitig als vorbreitungszeit für ein musikstudium für primarstufe nutzen.

    ich habe gehört, dass die pädagogischen studiengänge in ihrem musikalischen anspruch stark von den künstlerischen unterscheiden. und auch bei den pädagogischen der musikalische anspruch für die primarstufe deutlich niedriger liegt als bei sek I und II. stimmt das so?

    bei meinen recherchen im internet bin auf viele tests von verschiedenen unis gestoßen. hier wurde jedoch nicht zwischen primar-/mittel- und oberstufe differenziert. ich habe so wie so das gefühlt, dass ich, je mehr ich suche und versuche klarheit zu bekommen, immer verwirrter werde!

    könnt ihr mir da weiter helfen und vielleicht die nötige literatur zur vorbereitung empfehlen?

    meint ihr das eine jahr vorbereitung reich oder kennt ihr vielleicht menschen die musik auf lehramt studieren und zu denen ich kontakt aufnehmen könnt?

    liebste grüße und vielen dank schonmal im voraus!

  5. Nach oben    #5
    abgemeldet Avatar von Lord Abstellhak
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    Da fällt mir mein ehemaliger Musiklehrer ein, der ein Jahr nach dem ich von der Schule runter war, angeblich einen Schlaganfall hatte, was ich allerdings auch für logisch halte, bei dem was er sich so alles antun musste. Zugegeben er hat sich auch nicht immer cool verhalten, aber wenn du fünfundzwanzig Schüler vor dir hast, denen es sche*ssegal ist, ob sie ne sechs in Musik haben oder nicht, dann konnte ich das manchmal verstehn.

    Wenn du Jazzgitarre spielst, warum studierst du dann nicht auch Jazzgitarre?
    Das gibt es auch als Fach an den Hfms(weiß aber nicht ob an allen). Meistens haben die Hochschulen auch Big Bands, wie beispielsweise die in Karlsruhe, das wäre doch mal eine Überlegung wert. Aber wenn du Lehramt willst brauchst du auch Abitur, das ist glaube ich der einzige Studiengang wofür du Abitur brauchst. Und die Klavierkentnisse würde ich dringend auffrischen, das ist immer wichtig beim Studieren, vor allem wenn man Lehramt macht. Also das Klaviervorspiel an sich wird schon mal nicht leicht, das kann ich dir sagen. Ich würde da anfangen wieder Unterricht zu nehmen oder so und vielleicht schaffst dus wieder in einem Jahr ein paar gute Stücke draufzubekommen, aber zwei wären besser.

    Das theoretische ist dann eine andere Sache:

    Du brauchst für die Prüfungen Kenntnisse über die Grundlagen der Musiktheorie(also Melodik, Harmonik, vierstimmiger Satz, Generalbass, Funktionstheorie und Stufentheorie, etc. Rhythmik und so weiter). Du solltest in der Lage sein, einen vierstimmigen Satz zu schreiben und zwar so, dass er den Stimmführungsregeln entspricht. Gehörbildung ist sehr wichtig, du solltest es schaffen eine kurze einstimmige Melodie herauszuhören und dann aufzuschreiben. Zusätzlich wäre noch Intervall und Akkordhören sehr wichtig(Intervallhören ist sowieso elementar für Melodien). Ein wenig Musikgeschichte und Instrumentenkunde kann auch nicht schaden.

    Schaff dir mal das Buch "Allgemeine Musiklehre" von Herman Grabner an, lies es(ist ein wenig langweilig formuliert, aber wens wirklich interessiert, der wird es interessant finden), versteh es und dann leg dir weitere Bücher zu: Von Leichtentritt gibt es ein Buch über Formenlehre, kann ganz nützlich sein, von Diether Dela Motte die Bücher: "Kontrapunkt" und "Harmonielehre", aber nur wenn due Grabner verstanden hast, denn Dela Motte arbeitet mit Funktionstheorie, was manches mal etwas verwirrend sein kann.



    Dann gibt es noch von Walter Kolneder Übungsbücher: "Bausteine für Musikerziehung, singen, hören, schreiben". Du kannst dir auch die Theoriebücher davon kaufen, aber als erstes sind die Übungsbücher sehr nützlich. Sing einfach alles durch, was du in dem Buch findest, aber versteh mich nicht falsch: Du sollst es nicht vorspielen und dann nachsingen, sondern dir einen passenden Ton vorgeben und es dann vom Blatt singen. Das hilft dir ungemein bei der Gehörbildung.

    Und wenn es dann noch geht, ist es vielleicht auch nicht schlecht sich umzuschauen, ob irgendjemand Musiktheorie anbietet, Unterricht ist meistens am effektivsten. Also wenn du jetzt wenig Kentnisse über Musiktheorie hast, würde ich sagen, dass ein Jahr doch sehr knapp werden könnte, aber da ich dir schon vorgeschlagen habe sich auch erst mal zwei Jahre fürs Klavier Zeit zu nehmen solltest du dir auch zwei Jahre für die Theorie nehmen und dann intensiv lernen.

    Wenn du dich vorher schon bereit fühlst kannst du es ja versuchen, an manchen Hochschulen ist es manchmal einfach als an anderen, aber das ändert sich andauernd und man kann sich nicht darauf verlassen.

    P.S. Zum vierstimmigen Satz gibt es ein Übungsbuch von Paul Hindemith: "Aufgaben für Harmonieschüler". Wenn du Grabner verinnerlicht hast, dann ist auch dieses Buch sehr nützlich.

  6. Nach oben    #6

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    wow... vielen, vielen dank für die schnelle und ausführliche antwort!

    jazzgitarre zu studieren wäre ein traum. nur erstens habe ich von vielen seiten gehört, dass man nahezu perfekt auf einem instrument sein muss, um es zu studieren und zweitens... was mach ich anschließend damit? musikschulen schließen reihenweise und mit auftritten siehts auch mau aus, da studenten, die kein geld verlangen bevorzugt werden, oder?

    das abitur hab ich grade hinter mir und da ich gerne mit kindern arbeite und musiklehrer immer gesucht werden hab ich mich für diesen weg entschieden. in essen gibt es zu dem die möglichkeit ein lehramtsstudium mit jazz zu kombinieren. auf grund des extremen stressfaktors in sekI und II und des angeblich leichteren eignungstest möchte ich nur primarstufe studieren. klar kann man mit so kleinen kindern nichts wirklich anspruchsvolles machen. aber es gibt ja auch noch ferien:P.

    unterricht werde ich auf jeden fall nehmen. hauptsächlich in gitarre und klavier. die theorie wird im rahmen dessen aufgearbeitet. einen guten gitarrensehrer habe ich bereits. nu bin ich auf der suche nach einem klavierlehrer, der erfahrung mit eignungstests hat. denn mein gitarrenlehrer hat vor sehr langer zeit und in österreich studiert. von aktuellen eignungstest hat er keinen schimmer.

    die bücher sind ne super empfehlung. einige werde ich mir welche bestellen und durcharbeiten. trotzdem kann ich den schwierigkeitsgrad einer eignungsprüfung noch nicht wirklich einschätzen. sie ist von uni zu uni unterschiedlich und meist "sehr anspruchsvoll". aber wie groß ist die different zwischen einem musikstudium auf lehramt und einem "normalen" musikstudium?

    viele liebe grüße

  7. Nach oben    #7
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    Danke
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    Vorbereitung auf Musikstudium

    Hmm, wenn Du Musik liebst, warum willst Du sie unbedingt anderen beibringen? Warum nicht einfach spielen? Ob Du davon leben kannst? Mein ehemaliger Gitarrenlehrer kann es. Klar hat der gleichzeitig in zwei bands plus einer Bigband gespielt und parallel dazu Gitarrenunterricht gegeben. Solange Du nicht gerade ein Star bist, brauchst Du diese verschiedenen Einnahmequellen.

    Und ob mit Auftritten Kohle reinkommt oder nicht, liegt größtenteils an Deinem Durchhaltevermögen beim Selbstmanagement oder an den Fähigkeiten Deines Managers. Wieso solltest Du davon nicht leben können? Andere Berufe efordern auch pro Tag mehrere Stunden Arbeit, um davon leben zu können. Das ist bei der Musik nicht anders. Und die ganze Zeit nur zuhause auf seinem Instrument zu üben, ist ein sicherer Weg, richtig gut zu werden, jedenfalls kurz bevor man verhungert.

    Es heisst nicht umsonst "Musikbusiness" - also ein Wirtschaftszweig, in dem es um Musik geht. Und Business hat eben auch damit zu tun, etwas zu erschaffen (Deine Musik, Deine Fähigkeiten am Instrument) und und es zu vermarkten.

    Viele Grüße
    Joe

  8. Nach oben    #8

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    Zitat Zitat von Lord Abstellhak Beitrag anzeigen
    Für jeden angehenden Musikstudenten wird immer folgendes empfohlen:

    Herman Grabner, allgemeine Musiklehre. Wenn du das ganze noch vertiefen willst, kann ich dir noch von Diether de la Motte: Harmonilehre und Kontrapunkt empfehlen.
    Ich empfehle auch unbedingt:

    1 ) Christoph Hempel, Neue Allgemeine Musiklehre; Schott Musik International


    http://www.amazon.de/gp/product/3254...x-21&ref=nosim


    2 ) Dietrich Kessler, Neue Musiklehre & Songkomposing; KDM Verlag Berlin


    http://www.amazon.de/gp/product/3933...x-21&ref=nosim


    3 ) Hartmut Naumann und Michael Henkel, Get the Groove; Strube Verlag GmbH, München


    http://www.amazon.de/gp/product/3899...x-21&ref=nosim


    Nach diesen Büchern unterrichte ich auch meine Schüler !

    VLG
    Axel

  9. Nach oben    #9

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    Also mit einem Buch das zu lernen geht zwar glaub ich auch, aber es wäre eigentlich besser, wenn du Unterricht nimmst richtig. Ich überlege auch jetzt nach dem Abi Musik zu studieren und nehme deshalb einmal in der Woche noch zusätzlich Theorieunterricht (einzel und gruppen -.-) Kostet zwar Zeit, aber die Lehrerin kommt zum Beispiel direkt von der Udk und die weiß erstens genau was rankommt und Zweitens lernt man glaub ich einfach mehr (allein schon, weil sie dir alles erklären kann). Vorallem für die Gehörbildung is es richtig gut. Theorie kann man zwar ausm Buch lernen, aber Gehörbildung is immer anders. Und es ist auch anders, wenn du selbst spielst und hörst oder nur zuhören musst und neben dem Klavier stehst.

    Also wenn du die Zeit noch erübrigen kannst, dann würd ich mich mal an deiner Musikschule umschauen. Bei mir gibts sowas wie eine Studienvorbereitende Abteilung der Musikschule, wo ich drin bin und das ganze kostet mich keinen Cent.

    Zu alex009 also einer aus meinem Theoriekurs will das auch machen und will glaub ich einfach normale Komposition studieren. Sonst schau einfach mal nach, vielleicht gibt es spezielle Akademien oder so, die diesen Studiengang konkret anbieten.

  10. Nach oben    #10
    abgemeldet Avatar von Lord Abstellhak
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    In einer HFM im Norden wird Filmmusik angeboten. Wenn ich mich recht entsinne in Hamburg.

    Aber: Der Markt ist so dermaßen überrannt, dass man richtig gut sein muss, um an einen Auftrag zu kommen.
    Abgesehen von den etablierten Filmkomponisten, gibt es soviele Unbekannte, die sich um die Aufträge streiten, wie Ratten um ein Stück Käse.

    Und:

    Der "normale" Kompositionsstudiengang ist etwas ganz anderes, als Filmmusik. Vielleicht wirst du einige Dinge verwenden können, aber im Prinzip wird da nicht mehr über Tonalität unterrichtet, oder traditionelle Musik, sondern Neue Musik

    http://de.wikipedia.org/wiki/Neue_Musik

    EDIT: Natürlich gibts auch den unkonventionellen Weg zum Filmkomponisten, aber der ist nur gaaaanz wenigen vorbehalten.
    Mir ist es bis heute ein Rätsel, wie so ein dilettantischer Plagiator, wie Hans Zimmer das hinbekommen hat.

    Wenn man es allerdings studieren will, dann sollte man für die Aufnahmeprüfung sehr gute theoretische, praktische und vor allem gehörtechnische Kentnisse haben.

  11. Nach oben    #11

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    Fast Ratlos und auch hilflos xD

    Also...
    Ich hab da mal ne Frage...und zwar, ob ich vielleicht für ein Musikstudium geeignet wäre und was genau man alles studieren kann. (Ich will auf keinen Fall auf Lehramt studieren).

    Ich spiele seit Schuljahr 2001 Geige und habe letztes Jahr nach den Sommerferien Klavier dazu genommen. Bis ich studieren könnte, wären es noch mindestens 4 Jahre.
    Ich werde demnächst die Freiwillige Leistungsprüfung (Silber) machen, welche überall an den Kreismusikschulen angeboten wird.

    Könnt ihr mir vielleicht paar Studiengänge nennen. Also am besten etwas, wo ich viel mit Geige (Hauptinstrument) und Klavier (Nebeninstrument) machen kann, und nichts auf Lehramt und auch nicht so die Musikgeschichte.

    Das war jetzt mal kurz beschrieben. Aber was denkt ihr, wenn ihr das das erste Mal so sieht. Wär das ganz abwegig, dass ich Musik studieren kann?

    euer violinchen

    P.S.: Würde mich sehr über antworten freuen. (Aber ehrliche. Ich kann mich dann immer noch rechtfertigen )

  12. Nach oben    #12

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    @violinchen

    Um Deine Fragen beantworten zu können bräuchte ich genauere Angaben. Wichtig wäre vor allem: Wie alt bist Du und was spielst Du gerade auf der Geige oder auch was hast Du aktuell gespielt?
    L.G. Christine

  13. Nach oben    #13

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    @christine

    Zurzeit konzentriere ich mich erstmal auf die neuen Stücke in unserem Sinfonieorchester der Musikschule. Ich spiele dort die erste Stimme und häufig geht es bis zur 7. (oder gelegentlich auch mal zur 8. Lage) hoch. Ich bin im Moment ca. 14 1/2 Jahre alt. Wenn ich mit der Realschule fertig bin, bin ich im Sommer 16 Jahre. Danach gehe ich auf die FOS. Das heißt, ich habe noch etwas zeit mich zu steigern und besser zu werden. Ich werde mal versuchen einen anderen Musiklehrer zu bekommen, ich finde mein jetziger fordert mich nicht genug. Ich habe einige Jahre verschenkt .

    Lg

  14. Nach oben    #14

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    @violinchen

    Leider kann ich mir immer noch keine Vorstellung machen was Du spielst... Aber Du bist ja noch jung und 7.Lage und 1.Geige klingt auch nicht schlecht. Wenn Du Geige studierst, aber nicht im Lehramt, dann musst Du damit rechnen, dass die Konkurenz sehr stark ist. Viele haben in Deinem Alter schon Wettbewerbe gewonnen, spielen im Landesjugendorchester mit usw. Das soll Dich jetzt nicht demotivieren, aber ich finde man muss der Realität schon ins Auge schauen. Wenn Du Dich jetzt richtig anstrengst und fleißig und vor allem produktiv übst, dann kannst Du, bei entsprechender Begabung, sicher sehr schnell sehr gut vorankommen.
    Die Idee zu einem ehrgeizigeren, und vielleicht auch besseren, Lehrer zu gehen halte ich für sinnvoll. Vielleicht findest Du ja jemanden, der viel Erfahrung in der Vorbereitung hat und der vielleicht auch an einer Hochschule unterrichtet. Die Methode sich auf die neuen Orchesterstücke zu konzentrieren halte ich für falsch. Aber das ist meine ganz persönliche Meinung. Wirklich weiter bringen einen die Übungen und Etüden, die einem ein guter Lehrer aussucht. Wichtig ist es auch das Repertoire ständig zu erweitern.
    Außer Lehramt fällt mir nur die Studiengänge Musikwissenschaft, Musiktherapie, Musikpädagogik und Orchestermusik ein.
    Ich hoffe, dass ich Dir helfen konnte.
    L.G.

  15. Nach oben    #15

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    @christine

    Das freut mich aber, dass das bei mir nicht ganz so abwegig ist...
    Wird eigentlich immer erwartet, das man so "hochbegabt" und schon immer aus der Menge gestochen ist? Oder hat man auch als "Normalo" eine Chance? Das was man so von den Aufnahmeprüfungen und Anforderungen hört ist ja nicht immer unbedingt menschlich

    Mein Ziel wäre es in einem großen Orchester spielen zu können und damit auch etwas zu verdienen...nur etwas. Das Studium wäre eigentlich nur aus eigenem Interesse, ich hab ja auch etwas davon. Beruflich werde ich mich wahrscheinlich anders Orientieren.
    Wer weiß, was sich in den nächsten Jahren noch so ändert.
    Auf jeden Fall Danke!

    Lg

  16. Nach oben    #16
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    Warum wird hier nur so gegen ein Musik Lehramtsstudium gewettert?

    @ jazzmaus: Also, für Grundschullehramt ist die Aufnahmeprüfung schon ein ganzes Stück einfacher als etwa für Gymnasiallehramt. Aber noch viel größer ist der Unterschied zwischen Lehramt Musik an ner Musikhochschule und an ner Uni. Die Unis haben sehr viel niedrigere Anforderungen und sind ne gute Alternative für Leute, die an den Hochschulen nicht bestehen.

    @christine: EMP (also Elementare MusikPädagogik) würd mir als Ergänzung der Liste noch einfallen...

  17. Nach oben    #17

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    Studium

    Hallo ihr Lieben!
    Ich möchte später auch unbedingt Musik studieren und Gesangslehrerin werden. Das Problem ist, dass ich dazu ziemlich gut Klavier spielen können muss und das klappt bisher nicht besonders gut =( Ich hab Angst, dass ich es nicht schaffe und wollte fragen ob mir jemand sagen kann, wie ich vielleicht schneller voran komme oder was mir helfen kann...
    Liebe Grüße =)

  18. Nach oben    #18
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    Hallo Inga,
    wie lange spielst du denn schon Klavier? Also, als erstes mal: Keine Panik machen. Damit spielt man meistens noch viel schlechter, als wenn man die Prüfung halbwegs ruhig angeht. Hast du denn einen Klavierlehrer? Was meint der denn dazu? Also, wenn du Gesangspädagogik studieren willst und in Gesang richtig gut bist, sind die Prüfer auch leicht mal etwas großzügiger was das Klavier angeht, wenn du in Gesang eben richtig gut bist. Ansonsten kann ich dir noch raten, an nem Konservatorium oder 'ner Hochschule, wo du gerne hin möchtest, mal nen Klavierlehrer anzuschreiben und vielleicht mal bei dem Vorzuspielen um zu erfahren, wo er noch Probleme sieht oder wie er dein Spiel einschätzt.

  19. Nach oben    #19

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    Hey!
    Danke, dass du so schnell geantwortet hast =)
    Ja, ich habe einen Klavierlehrer, allerdings spiele ich noch nicht besonders lange. Ich hab nur Angst, dass ich bis zum Studium nicht gut genug bin. Und als Gesangslehrerin muss ich ja auch ziemlich gut Klavier spielen können! Naja, mein Klavierlehrer weiß, dass ich das machen will und möchte demnächst auch mehr so unterrichten, dass es mir für später hilft und auch in der Theorie. Ich fühle mich aber mehr selbst schlecht im Klavier spielen. Es macht mir total Spaß, aber es klappt nie, wie ich es möchte. Und obwohl ich übe, klappt es im Unterricht meist nicht gut. Das tut mir auch irgendwie Leid für den Klavierlehrer, das muss nerven... und ich bin immer schlecht gelaunt danach...
    der Tipp, mich bei einem Lehrer an der Hochschule zu melden ist gut =) Aber vielleicht sollte ich noch etwas warten, noch kann ich nicht viel bieten
    Ich danke dir =)
    Inga

  20. Nach oben    #20

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    Zitat Zitat von Inga Beitrag anzeigen
    Hallo ihr Lieben!
    Ich möchte später auch unbedingt Musik studieren und Gesangslehrerin werden. Das Problem ist, dass ich dazu ziemlich gut Klavier spielen können muss und das klappt bisher nicht besonders gut =( Ich hab Angst, dass ich es nicht schaffe und wollte fragen ob mir jemand sagen kann, wie ich vielleicht schneller voran komme oder was mir helfen kann...
    Liebe Grüße =)
    Wie lange spielst Du denn schon Klavier? Was spielst Du gerade? Wie lange übst Du täglich? Und wie lange hast Du noch Zeit bis zur Aufnahmeprüfung?

    Ich kenne Klavierlehrer, die Schüler mit nebenfach Klavier und Hauptfach Geige innerhalb eines Jahres perfekt, gezielt und erfolgreich auf die Aufnahmeprüfung vorbereitet haben. Es gibt also keinen Grund zur Panik!

    Du solltest das Klavier spielen viel sachlicher angehen. Erkundige Dich was genau bei der Prüfung erwartet wird, such Dir einen erfolgreichen Lehrer, der schon viele Nebenfächler vorbereitet hat, sage ihm genau was Du erwartest und frage ihn was Du dafür tun musst. Und dann fange an ordentlich und genügend zu üben.
    Als Sängerin hast Du ja den Vorteil, dass Du nur begrenzt Singen üben kannst. Ein Geiger kann problemlos 8 Stunden und mehr üben, wenn er die Zeit und Konzentration hat. Körperlich wird er bei guter Technik keine Probleme bekommen. Ein Sänger kann das nicht, d.h. Du kannst die Zeit die Du nicht singst zum Klavier üben nutzen. Je mehr Du übst, umso schneller wirst Du auch auf dem Klavier gut werden.
    Gegen den "Vorspielstress" in der Klavierstunde hilft langsam üben.

    Sich an der HS einen Klavierprof. zu suchen ist für einen Anfänger vielleicht keine so gute Idee. Wenn allerdings das Programm für die Aufnahmeprüfung steht, dann lohnt es sich auf jeden Fall mal vorzuspielen und eventuell den Lehrer zu wechseln.

  21. Nach oben    #21

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    Hallo Christine =)

    Danke, dass du mir geantwortet hast! Ich spiele erst ein halbes Jahr lang Klavier und mache 2011 Abi, wonach ich gern zur Aufnahmeprüfung gehen würde. Also ich habe wohl noch etwas Zeit =) Aber leider habe ich nicht so viel Zeit zu üben, da die Schule inzwischen viel Zeit wegnimmt und ich ja auch noch Gesang und Querflöte habe. Ich habe allerdings auch das Gefühl, dass ich nicht richtig übe... kann mir vielleicht jemand sagen, wie man effektiv üben kann? Ich glaube, ich habe noch nicht die richtige Strategie gefunden...
    Zur Zeit spiele ich das Titellied von Harry Potter, es ist nicht besonders schwer aber trotzdem verspiele ich mich immer mal wieder. Das ärgert mich so, es sind immer andere Stellen, also noch nicht mal so, dass es daran liegt, dass ich eine Stelle einfach nicht hinkriege.
    Wo du gerade von Geige sprichst, ist Geige schwer? Ich mag Geige echt gern und würde das gern mal versuchen so... nebenbei, nicht unbedingt als Fach fürs Studium... Wahrscheinlich nicht so einfach oder?
    Ich danke euch für die Tips und die Hilfe =) Das ist echt lieb!
    Viele Grüße,
    Inga

  22. Nach oben    #22
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    Hallo Inga,

    dann spielst du also zum Zeitpunkt der Aufnahmeprüfung seit zwei einhalb Jahren Klavier. Also, die Zeit sollte auf alle Fälle ausreichend sein. Allerdings würde ich dir dann raten, Instrumente, die du nicht für die Aufnahmeprüfung brauchst (Geige, Flöte) erst mal hinten an zu stellen und lieber im Studium dann zu beginnen oder wieder intensiver zu üben.

    Und: Keine Angst! In der Aufnahmeprüfung sitzt sicher niemand mit ner Liste und macht Striche, wenn du dich verspielst. Es geht drum, zu zeigen, dass du mit dem Instrument umgehen kannst und nicht um fehlerfreies Spielen!

  23. Nach oben    #23

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    Hey!
    Ich dachte, ich brauche ein Hauptfach (=> Gesang), ein Nebenfach (Flöte) und Klavier. Oder kann ich Klavier als Nebenfach nehmen und brauche so nur zwei Instrumente?
    Studierst du Musik?
    LG =)

  24. Nach oben    #24
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    Hey Inga,

    soweit ich das verstanden habe, willst du Gesangspädagogik und nicht Schulmusik studieren, also Gesangslehrerin und nicht Lehrerin an Gymnasium oder so werden. Für Schulmusik bräuchtest du an manchen Hochschulen noch ein weiteres Instrumentalfach (z.B. Flöte), an anderen nicht. Für Gesangspädagogik brauchst du normal nur Gesang und Klavier. Ich kenn einige, die Gesangspädagogik studieren und die haben alle definitiv kein weiteres Instrument außer Klavier. Wo willst du denn hin? Kann sein, dass das irgendne Hochschule auch anders handhabt, aber für Gesangspädagogik habe ich wirklich noch nie gehört, dass man ein weiteres Instrument bräuchte!

    Ich studiere Schulmusik, also Musik auf Lehramt Gymnasium, mit Hauptfach Querflöte in Lübeck.

  25. Nach oben    #25

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    Hallo!
    Naja ich möchte Musik auf Lehramt studieren, da ich dann noch die Sicherheit habe, Lehrerin werden zu können. Aber danach will ich gerne n einer Musikschule Gesangslehrerin werden. Und ich würde am liebsten zur HMT Hannover =)

  26. Nach oben    #26
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    Hallo Inga,

    ah. Danke! Jetzt verstehe ich. Klar, damit sind auch die Anforderungen in Klavier höher als für Gesangspädagogik. Ja, damit brauchst du Flöte noch als weiteres Instrument (zumindest in Hannover). (und dann noch ein zweites Fach an der Universität.) Und ich hoffe auch, dir ist klar, dass Schulmusik schon auf die Schule ausgerichtet ist und du in Gesang nicht ganz die Ausbildung hast, als wenn du Gesangspädagogik studieren würdest!

    in Hannover ist der Studiengang wohl ziemlich ähnlich aufgebaut wie bei uns in Lübeck.

  27. Nach oben    #27

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    Hallo!

    Hmm... meine Gesangslehrerin hat das auch so gemacht. Ich glaub ich schau gleich mal, wie das Studium für Gesangspädagogik aussieht, ich hätte ja auch noch Zeit mich umzuentscheiden
    Ich danke dir für die Hilfe!
    Und wie gefällt dir das

  28. Nach oben    #28

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    (ups...)

    ...das Studium?
    lg =)

  29. Nach oben    #29
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    Hey Inga,

    mein Studium in Lübeck find ich ganz ganz toll. Ich bin immer noch sehr glücklich, dass ich hier bestanden hab.

    Ja, schau dir mal beides an und überleg dir, was du wirklich willst. Und, wenn es dich beruhigt: andersrum gibt es auch noch die Möglichkeit, nach Gesangspädagogik noch Schulmusik-Aufbaustudium zu machen und in vier Semestern doch noch dein Staats*xamen zu machen, falls du das dann doch wolltest.

  30. Nach oben    #30

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    Wunderbar, ich werde mich mal schlau machen =)
    Ich danke dir für die viele Hilfe!
    Und viel Spaß in dem Studium noch!
    Liebe Grüße,
    Inga

  31. Nach oben    #31

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    Musikstudium

    Hallo @ all.

    Da ich jetzt schon sehr viel von Leuten gelesen habe, die Musik studieren wollen, habe ich mich jetzt mal hier angemeldet, um auch antworten zu können.
    Also erstmal zu mir: Ich bin 18 Jahre alt, mache nächstes Jahr (2011) Abi, und möchte danach ein Musikstudium Fagott Studienrichtung Künstlerische Ausbildung beginnen. Das heißt entweder Orchestermusik oder Kammermusik.
    Einiges habe ich jetzt schon gelesen zum Thema Musikstudium, wozu ich mich gerne äußern möchte. Ich werde kein Blatt vor den Mund nehmen, aber wenn ich schonungslos die Wahrheit sage, muss sich keiner angegriffen fühlen. Das ist nie persönlich gemeint.
    also erstmal @Violinchen:
    Was lese ich da von wegen "unmenschliche Zustände" an den Musikhochschulen? Natürlich ist das nicht menschlich! Es geht den ganz krassen Leuten um Perfektion in jeder Hinsicht. Perfektion in musikalischer Hinsicht, Perfektion in technischer Hinsicht. Und nur die krassen Leute haben eine Chance. Im Zuge der Globalisierung wird die Konkurrenz immer größer, insbesondere Asiaten sind in der Musik auch generell sehr stark. Es wird auch nicht einfacher. Jemand, der Musik studieren möchte, braucht vor allem Folgendes: Ehrgeiz, Ausdauer, Fleiß. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass Talent bis zu einem gewissen Grad nebensächlich ist. Talent magst du haben, wenn du nicht den Ehrgeiz, nicht den Biss hast, dich durch dieses harte Leben durchzukämpfen, solltest du dir das dringend nochmal überlegen. Und es ist hart, da solltest du dir garkeine Illusionen machen. Nimm den Rat an von einer, die das auch gerade lernt. Als "Normalo" wie du es nennst, kannst du keinen Blumenpott gewinnen. Du musst außergewöhnlich sein, hervorstechen. Das gilt natürlich vor allem fürs Hauptinstrument. Und Geige: Aber hallo! Geige ist eines der meist gespielten, populärsten Instrumente. Bei Geige ist die Konkurrenzsituation so unmenschlich wie bei Klavier, und die beiden sind würde ich sagen so ziemlich die härtesten. Bei Fagott, was mich betrifft, ist das Ganze immerhin nicht ganz so krass. Aber auch da ist es unmenschlich. Du gewinnst einen guten Eindruck, wenn du zur Musikhochschule in deiner Stadt gehst, und dir dort die Studentenvorspiele anhörst. Jede Klasse hat sowas. In Köln bei den Fagottisten heißt das "Forum", glaub ich. Das ist halt in erster Linie für die Studenten. Man kann sich gegenseitig Tipps geben, seinen aktuellen Stand abchecken, und für die Leute von außerhalb oder Musikstudenten in spe können da einen Blick hinter die Kulissen bekommen. Wenn du dir das anhörst geht dir der Hut hoch!
    Oder auch bei youtube. Aber Achtung: Da gibt es auch viel Scheiß! Das muss man unterscheiden können.
    Zur Aufnahmeprüfung: Es gibt an jeder Musikhochschule einen Eignungstest. Du wirst darauf geprüft, ob du hochbegabt bist. Dabei ist - wie immer - das Hauptinstrument am wichtigsten. Darauf würde ich auch die meiste Energie verwenden. Mach dich schlau: Welcher Prof studiert wo? Wer bringt die meisten Leute in Stellen hinein? Wer hat einen guten Ruf? Frag Studenten aus verschiedenen Klassen. Frag Leute, die generell Einblick haben. Für ein musikalisches Grundstudium, mit dem jeder beginnt, würde ich mir einen Prof suchen, der solide Basisarbeit leistet. Es bringt nichts, wenn du bei einem großen Namen studierst, der aber eine vollkommen überfüllte Klasse hat und seinen Assistenten unterrichten lässt. Such dir lieber einen, der vielleicht noch keinen so großen Namen hat, dafür aber eine kleine Klasse hat, sehr engagiert ist, und sich sehr für seine Studenten einsetzt, und - ganz wichtig - dem du nicht für Unterrichte hinterherlaufen musst. Gerade am Anfnag brauchst du äußerst intensive Betreuung. Mach dir eine Liste mit interessanten Professoren. Und dann besorgst du dir von denen die Telefonnummer, rufst die an, fragst, ob du eine (kostenlose) Probestunde bei ihnen nehmen könntest. Damit kommst du schonmal sehr weiter. In dem unterricht wird der prof dann erstmal dein Können abchecken, wie viel du kannst, wie viel man noch machen muss, aber vor allem auch, wie lernfähig du bist. Kannst du schnell umsetzen was er dir sagt? Wie musikalisch bist du? Technik kann im prinzip jeder draufkriegen, Musikalität ist Begabungssache. Wenn du das nicht fühlst, wird es immer künstlich, aufgesetzt klingen.
    Frag die Profs, ob und wenn wann sie Meisterkurse machen. Ganz wichtig. Für die Meisterkurse bereitest du Stücke vor, die du dann im Kurs mit dem Prof erarbeitest. Meistens wird auch Kammermusik gemacht. Übrigens: das ist auch sehr wichtig. Du musst sensibel im Zusammenspiel sein. Du musst auf den achten, der führt. Sprich auf die erste Geige achten. Wenn du selber erste Geige bist, musst du führen, den anderen Zeichen geben. Dominant sein. Unmissverständlich zeigen: Hier geht's lang. Wenn du nicht diese Aufgabe hast, ist es oberstes Gebot, genau dem ersten zu folgen. Auch wenn der fehler macht und du weißt, dass du das besser könntest. Eine harte lektion, ich spreche aus Erfahrung.
    Was musst du für die Aufnahmeprüfung können? Natürlich wie bei allem: Gutes Können auf dem Hauptinstrument zeigen. Du musst soweit ich weiß 3 Stücke aus den folgenden Epochen spielen: Barock, Klassik, Zeitgenössisch/Modern. (also nicht Rock/Pop, sondern beispielsweise Hindemith, Bartók, oder was weiß ich was es an der Geige gibt.
    Jetzt kommt das Nebenfach. Ebenfalls drei Stücke aus den Epochen. Da musst du ungefähr eine Bach-Invention spielen können (beliebte sind die Nr. 4 +8) kannst du ja mal bei youtube abchecken, auch ein modernes Stück und ein klassisches. Bach ist ja Barock. Das ist machbar, glaub mir. Auch Leute, die noch nie Klavier gespielt haben, und das zum ersten Mal für die Aufnahmeprüfung machen, kriegen das hin. Du kannst Klavier dann zwar nicht von der Pike auf lernen, sondern musst dir direkt die Stücke draufschaffen (was auch hart sein kann, wenn man nie entsprechende Grundlagenarbeit gemacht hat), aber es geht. Und auch wichtig: Auf beiden Instrumenten gute Prima-Vista- (Vom-Blatt-lese- Spiel) Fähigkeiten zeigen. Das kann man trainieren.
    Dann die Theorie. Was ich oben so gelesen habe, waren doch eher sporadische und vage Informationen. Also, erstmal Gehörbildung: Intervalle-Hören! Ganz wichtig. Ist wie die Grundrechenarten in der Mathematik, genau so wichtig. Such dir einen Partner, oder einen Lehrer, der Ahnung von Intervallen hat. Setz dich mit dem ans Klavier. Lass ihn Intervalle spielen, und du musst hören, welche das sind. Lass sie ihn gebrochen sowohl nach unten als auch nach oben spielen, lass sie ihn im "Akkord" spielen, also gleichzeitig. Es gibt auch CDs, wo Intervalle drauf sind. Die schiebst du halt in deine Stereoanlage, schnappst dir die Lösungen, und hörst dir das an und kontrollierst mit dem Buch nach. Du musst aus dem Gehör einstimmige und zweistimmige Melodien aufschreiben können, wenn sie dir nur ca. 4 Mal (sicherheitshalber auf weniger trainieren) vorgespielt werden. Du musst dafür auf jeden Fall den Bassschlüssel lesen können, du musst wissen wie die Töne heißen. Also: Wo liegt das kleine c, wo liegt das große C, wo liegt das Kontra C, wo liegt das zwei-drei...gestrichene C... Du musst Rhythmus-Diktate können. Das istr sehr anspruchsvoll. Auch mit Synkopen. Du kannst das trainieren, indem du dir neue Stücke, die du noch nicht gespielt hast, erst mal selber rhythmisch vorklopfst, ohne dir gleichzeitig Gedanken über die Tonhöhen zu machen. Oder du kaufst dir ein Buch mit Rhythmen, lässt die von einem Partner klopfen und schreibst sie auf, kontrollierst hinterher. Am besten natürlich alles auf einmal. Nimm aber auf jeden Fall Unterricht! Das hilft ungemein. Nur aus Büchern lernen bringt dir nicht so viel.
    Du musst Funktionenlehre können. Kennst du die verschiedenen Formen der Subdominanten, der Dominanten? Weißt du, was eine sixte ajoutée ist? Weißt du, was ein Neapolitaner ist, weißt du was ein Verminderter ist? Weißt du, wie diese Akkorde im Satz verwendet werden, weißt du wie sie abgekürzt werden, wie das Symbol dafür ist? Weißt du über Kadenzen Bescheid?
    Du musst in der Lage sein, eine dir vorgegebene Melodie harmonisch nach ihren funktionen zu analysieren, erst den Bass auszusetzen, dann die Mittelstimmen Alt und Tenor. Und zwar so, dass du keine Quint/Oktav-Parallelen hast, den Ambitus nicht überschreitest, keine Quint im Bass hast, wo sie nicht sein darf... Weißt du was ein abspringender Leitton ist? Sprich du musst die Satzregeln können. Strenger Satz, etc. pp.
    Oder du kriegst eine melodie mit den Funktionen unten in Symbolen angegeben. Dann musst du die restlichen Stimmen GENAUSO aussetzen wie sie unten stehen. Eine terz im bass wenn es da steht, keine Terz im Bass, wenn es nicht da steht. Du musst sowohl in der Lage sein, Intervalle richtig zu benennen, auch theoretisch nicht nur vom Hören. Und zwar ohne sie enharmonisch zu verwechseln. Das heißt, wenn da steht: C - Eses, dann darfst du nicht hinschreiben: Sekunde, sondern musst hinschreiben verminderte terz. Denn von den Naturtönen, die da stehen (C und E) ist es eineTerz. Nur dass halt keine Terz klingt. Du musst auch können, zu einem grundton ein dir angegebenes Intervall zu notieren. Du musst Funktionen hören können. Jemand spielt dir einen kurzen Satz vor. Schätzungsweise 10-15 Akkorde, dann musst du aufschreiben können: Tonika, Dominantseptakkord, Tonika, Subdominante, Tonikaparallele, Tonika, Subdominante, Dominante, Tonika. Also nicht nur in der Theorie erkennen, sondern auch hören und dementsprechend aufschreiben.
    Weiterhin musst du vorgegebene Dissonanzen richtig auflösen. Du musst wissen: Die Sept strebt nach unten, usw. usf. Das heißt du musst über Leittöne Bescheid wissen. Alles Satzregeln.
    Außerdem musst du Bescheid wissen über musikalische Bezeichnungen. Es werden auch immer ein paar Fragen in der Richtung gestellt: 1) Was ist der unterschied zwishcne einem triller und einem Tremolo? 2) Was heißt alla breve? 3) Was heißt allegro? 4) Was ist eine Synkope 5)WAs ist eine Hemiole?
    Sowas in der Art. Du musst außerdem über berühmte Komponisten Bescheid wissen. Sowohl über deren Vita, als auch deren Oeuvre, ihre Lebensdaten, welcher Epoche sie angehören.
    Wenn dich jemand fragt "Nenne mir 3 Komponisten der Klassik mit Lebensdaten!" sollte das kein problem sein. Du musst auch musikgeschichtliche Kenntnisse haben. Beispielsweise sollte dir Mannheimer Schule mit Stamitz sagen, du solltest die Besetzung eines klassischen Sinfonie-Orchesters wissen, du solltest über die einzelnen Instrumente Bescheid wissen. Wie ist das mit der Dynamik (Stufen/Block, etc.)? Wann entwickelte sich was? Wie ist der Ambitus der einzelnen Instrumente (der Tonumfang, den sie zu spielen in der Lage sind).
    Das führt dazu, dass du, wenn du ein hörbeispiel bekommst, sagen können: Welche Besetzung? Gesang, Instrumental? Welche Instrumente, welche GEsangsstimmen? Welche Satztechnik? (imitatorisch, polyphon, homophon, punktuell, etc.) Du solltest auch eine Hypothese abgeben können, welcher Komponist das geschrieben hat bzw. welcher Epoche das Stück angehört. Das heißt du musst auch über die kompositorischen Charakteristika Bescheid wissen. zum Beispiel dass Bartók viel mit Quinten und Quarten gearbeitet hat, dass er slawische Volkstänze eingearbeitet und verwendet hat, etc.
    Ohne Zweifel solltest du die bekanntesten Sinfonien können. Zum Beispiel die 5. Beethoven ist ein Muss. Alle Sätze.
    Ach, und wo wir schon bei den Sätzen sind: Weißt du was die Sonatenhauptsatzform ist, und wie ihre Kennzeichen sind? Wer sie entwickelte, wer sie zu einer Kunstform machte?
    (gehört auch zur Musikgeschichte)
    Weiterhin musst du erkennen, wenn jemand dir einen Notenauszug vorlegt: Für welche Besetztung ist das? Du solltest also wissen, in welchen Schlüsseln die jeweiligen instrumente notiert sind. Dass die B-Klarinette transponiert. Dass Cello und Fagott auch im tenor-schlüssel stehen können.
    Du musst wissen: Welche Instrumente spielen im Streichquartett mit? Welche ergeben ein Klaviertrio? Welche ein Bläserquintett?

    Klar ist das unmenschlich! Aber wenn du das wirklich willst, wenn du den Biss hast, dir das alles draufzuschaffen, dann sind schonmal die Voraussetzungen nicht so schlecht.
    Und nochmal zu den Profs: Du kannst nach dem grundstudium zum Aufbaustudium auch wechseln. Oder du kannst auch dein konzertexamen, wenn du es machen willst, bei jemand anderem machen. Würde ich auch auf jeden Fall empfehlen. Such dir auf jeden Fall mehrere Lehrer. Natürlich nicht gleichzeitig, und auch nicht zu übertrieben viele, dann bringt das auch nichts, aber es ist gut, wenn du mehrere Unterrichtsstile kennst und wenn du mehrere Richtungen erlebt hast. Das beginnt bei einer sehr bildhaften Sprache im Unterricht oder einer sehr abstrakten Ausdrucksweise und endet bei der endlosen Diskussion über Historische Aufführungspraxis- Ja oder Nein. Und wenn ja, wie.
    Es ist zudem nie schlecht, über die aktuellen Verhältnisse Bescheid zu wissen. Welche Solisten sind aktiv zurzeit? geh in die Oper, geh ins Konzert. Es gibt überall spezielle Angebote für Schüler und Studenten.
    Auch sehr wichtig: Wie viele Orchester gibt es zur Zeit in Deutschland? Wie viele davon werden in den nächsten zehn Jahren geschlossen werden? Wie viele Instrumentalisten bewerben sich auf eine orchesterstelle?
    Das sollte dir den richtigen Eindruck vermitteln.
    Und: Wie geht es bei einem probespiel zu? (das ist kein Zuckerschlecken, da hat man mit Mobbing zu kämpfen, mit Nervositätsproblemen, mit Verunsicherungstaktiken jeglicher Art seiner Mitbewerber... Ach, und Mobbing in den Orchestern. Das gibt es nicht nur in der schule und im Büro. Mach dich mal schlau. Du wirst dich wundern.
    Dann zum Berufsalltag. Du musst dir so hundertprozentig sicher sein, dass du 30-40 Jahre im orchester sitzen willst. Anfangs ist das vielleicht noch spannend. Du lernst immer neue Literatur kennen... Aber wenn du dann mal ein alter Hase bist, kommt irgendwann nix neues mehr. Zumindest nicht aus dem Barock, Klassik, etc. Neues kommt natürlich. Aber nur beschränkt. Es gibt Leute, denen genügt das. Aber es gibt auch leute, die sind dann intellektuell unterfordert. Die sind nicht ausgelastet. Dann kommt der liebe Instrumentalunterricht ins Spiel. keine Schulmusik, Instrumentalunterricht. Das ist ein unterschied. Du musst wissen: Wie viele Lehrer gibt es für mein Instrument? (ganz zu schweigen von profs). Wie ist es mit den Schülern bestellt? Beileibe nicht jeder Schüler ist talentiert und fleißig (das sind die Schüler, die Spaß machen). Im Gegenteil, das ist die Ausnahme. Du musst Bescheid wissen über aktuelle Konzepte wie "Jedem Kind ein Instrument" oder die Streicher-und Bläserklassen.
    Du musst auch damit rechnen, dass du irgendwann vielleicht berufsunfähig bist. Wie sehr sind Musiker doch auf ihre Finger und Ohren angewiesen! Oh, die lieben Ohren. Schonmal gehört, wie viele Musiker im Laufe der Jahre einen dauerhaften Tinnitus bekommen? Fiese Sache. Das ist eine Berufskrankheit.

    Ach, und nochwas. Der Alltag des Studierens. Musik mag ja allgemein eine schöne Angelegenheit sein. Das Üben ist es teilweise nicht. Da geht es um Perfektion. Wenn du die zu erreichen nicht gewillt bist, wird's nix. Du musst dich auf viele, viele Stunden Üben einstellen pro Tag. Je ehrgeiziger du bist, je mehr du erreichen willst, desto mehr übst du, ist klar. Und Üben ist eine einsame Angelegenheit. Dann musst du ganz viel Orchestererfahrung sammeln. Probestellen erarbeiten. Ganz zu schweigen von der Umstellung auf Bachelor und Master, wo alles eh total verschult ist, und du gucken kannst wie du klarkommst.
    Und später, wenn du fertig studiert hast und es um Stellensuche geht, brauchst du natürlich auch ein gewisses Quäntchen Glück, sowie auch ganz viel Vitamin B. Leute vermitteln Stellen immer erst an Freunde, nicht an Fremde, ist klar. Das ist keine Mauschelei, das ist einfach so.

    So. Das klingt jetzt alles total hart, ich weiß, und es ist sehr einfach zu denken: "Die übertreibt doch total! So schlimm ist das alles garnicht."
    Doch, ist es. Wie gesagt, man braucht Biss. Und dann am Ende, wenn du Glück hast, wirst du von der Musik für deine Anstrengungen belohnt. Wenn du Glück hast!

    Ich wünsche dir und allen, dir Musik studieren wollen (also auch mir ) sehr viel Biss, sehr viel Durchhaltevermögen, nette Freunde, die an dich denken, wenn es um Mucken geht, Talent und Glück.

  32. Nach oben    #32
    Avatar von tarati
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    na?

    will jetzt immer noch wer?!


  33. Nach oben    #33

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    ja

    ja ich

    besser man geht ohne illusionen in ein musikstudium, als dass man da blauäugig reinstolpert und dann verkackt. meine meinung


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