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  • Die Geschichte der Audiokompression kompakt

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Thema: Die Geschichte der Audiokompression kompakt

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  1. 10.05.2026, 10:50 #1
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    Die Geschichte der Audiokompression kompakt

    Die Geschichte der Audiokompression lässt sich in drei große Phasen unterteilen: den technischen Ursprung in der Rundfunktechnik, den Durchbruch der digitalen Massenformate und die heutige Ära von Streaming und High-Res-Audio.

    1. Die Anfänge: Dynamikkompression im Radio (1930er – 1960er)
    Lange vor digitalen Dateien ging es bei Kompression um die Lautstärke-Dynamik.

    Problem: Frühe Radio- und Telefonsignale durften nicht zu laut werden (Übersteuerung) und sollten auch bei leisem Pegel verständlich bleiben.

    Lösung: In den 1930ern entstanden erste Hardware-Kompressoren wie der Western Electric 110A. Sie reduzierten automatisch die Spitzenpegel.

    Entwicklung: In den 60ern wurden diese Geräte (z. B. der Teletronix LA-2A) zum Standardwerkzeug in Musikstudios, um Instrumenten mehr "Druck" zu verleihen.


    2. Die digitale Revolution: Psychoakustik und MP3 (1980er – 2000er)

    Mit der Digitalisierung entstand das Bedürfnis, die riesigen Datenmengen von CDs (WAV-Format) drastisch zu verkleinern.

    Die Vision: Forscher um Karlheinz Brandenburg am Fraunhofer-Institut (IIS) in Erlangen wollten Musik über Telefonleitungen übertragen.

    Der Trick: Man nutzt die Psychoakustik. Das System löscht Töne, die das menschliche Gehör ohnehin nicht wahrnimmt (z. B. leise Töne kurz nach lauten Signalen).
    Meilensteine:

    1995: Die Dateiendung .mp3 wird offiziell festgelegt.

    1998: Der erste tragbare MP3-Player, der Saehan MPMan, kommt auf den Markt.
    Folge: Dateien schrumpften auf 10 % ihrer Größe, was Tauschbörsen wie Napster und später dem Apple iPod den Weg ebnete.


    3. Moderne Ära: Streaming und verlustfreie Formate (ab 2010)
    Heute ist Speicherplatz kaum noch ein Problem, aber Bandbreiteneffizienz beim Streaming bleibt entscheidend.

    AAC (Advanced Audio Coding): Der Nachfolger von MP3 bietet bessere Qualität bei kleinerer Dateigröße und wird heute von YouTube und Apple genutzt.

    Ogg Vorbis: Ein lizenzfreies Format, das unter anderem von Spotify eingesetzt wird.

    FLAC & ALAC: Diese Formate ermöglichen eine verlustfreie Kompression. Die Datei wird wie ein ZIP-Archiv verkleinert, beim Abspielen aber bitgenau wie das Original wiederhergestellt.

    Zusammenfassend: Audiokompression entwickelte sich von einer rein technischen Schutzmaßnahme für Funkmasten zu einem mathematischen Genie-Streich, der die gesamte Musikindustrie demokratisierte und mobil machte.

    Mehr brauchen Verbraucher und Musiker nicht wissen.
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  2. 11.05.2026, 02:48 Nach oben    #2
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    MarkFranconia
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    Zitat Zitat von Kleiner Mann Beitrag anzeigen
    Mehr brauchen Verbraucher und Musiker nicht wissen.
    Speicher ist unendlich - aus Langeweile schreibt man dann eben

    Ich bin auch kein Mulitmilliardär geworden nur weil ich mal im Audiocompressionteam am Fraunhofer war ... das waren wie schon beschrieben kostenlose Dr. und Diplomarbeiten - trotzdem guckt man eben mal so nach, was draus geworden ist <3
    Sind ja doch ein paar Zeilen Code, oder ?

    Wenn ich Mulltimilliardär wäre - dann würde ich damit die WELT narren :S ... DU nicht ?
    Also hier nochmal das Arbeitszeugnis ...
    https://www.youtube.com/watch?v=HmLH_NAXekU

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  3. 11.05.2026, 14:04 Nach oben    #3
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    MarkFranconia
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    Zitat Zitat von MarkFranconia Beitrag anzeigen
    Speicher ist unendlich - aus Langeweile schreibt man dann eben

    Ich bin auch kein Mulitmilliardär geworden nur weil ich mal im Audiocompressionteam am Fraunhofer war ... das waren wie schon beschrieben kostenlose Dr. und Diplomarbeiten - trotzdem guckt man eben mal so nach, was draus geworden ist <3
    Sind ja doch ein paar Zeilen Code, oder ?

    Wenn ich Mulltimilliardär wäre - dann würde ich damit die WELT narren :S ... DU nicht ?
    Also hier nochmal das Arbeitszeugnis ...
    https://www.youtube.com/watch?v=HmLH_NAXekU
    Das ist so schlecht nicht
    https://www.youtube.com/watch?v=I1Mu...&start_radio=1 - und mit dem Loungeset, was ich gebaut habe lassen sich die Spuren leicht synchronisieren mit Audacity
    https://www.youtube.com/watch?v=r5pbRwWTSvo
    https://www.youtube.com/watch?v=6-3OL8_aTFM


    Das ist mittlerweile der teuerste MP3-Recorder der Welt: https://www.trewaudio.com/uncategori...ALYLZE2L-NdmiF

    Kostet 24000 US$ - Die Frage ist eben, ob das nicht "Diebstahl von Geistigen Eigentum" ist ?
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  4. 11.05.2026, 20:43 Nach oben    #4
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    Zitat Zitat von MarkFranconia Beitrag anzeigen
    Das ist so schlecht nicht
    https://www.youtube.com/watch?v=I1Mu...&start_radio=1 - und mit dem Loungeset, was ich gebaut habe lassen sich die Spuren leicht synchronisieren mit Audacity
    https://www.youtube.com/watch?v=r5pbRwWTSvo
    https://www.youtube.com/watch?v=6-3OL8_aTFM


    Das ist mittlerweile der teuerste MP3-Recorder der Welt: https://www.trewaudio.com/uncategori...ALYLZE2L-NdmiF

    Kostet 24000 US$ - Die Frage ist eben, ob das nicht "Diebstahl von Geistigen Eigentum" ist ?
    https://www.youtube.com/watch?v=r5pbRwWTSvo&t - und ? ... ist das wirklich so abwegig, dass Tsunamis "geopolitisch" ausgegelöst werden ? <3

    und wo ist der CONGO/ZAIRE ?
    https://www.youtube.com/watch?v=5L7crNrwXJI ... Orginaltune in Soundcloud ... out of ... !

    und ? ... Deutsche Entwicklungshilfe ist nicht ein bischen "SELTSAM" ?
    https://www.youtube.com/watch?v=-YzkmQXRsXg
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  5. 12.05.2026, 01:10 Nach oben    #5
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    Zitat Zitat von MarkFranconia Beitrag anzeigen
    https://www.youtube.com/watch?v=r5pbRwWTSvo&t - und ? ... ist das wirklich so abwegig, dass Tsunamis "geopolitisch" ausgegelöst werden ? <3

    und wo ist der CONGO/ZAIRE ?
    https://www.youtube.com/watch?v=5L7crNrwXJI ... Orginaltune in Soundcloud ... out of ... !

    und ? ... Deutsche Entwicklungshilfe ist nicht ein bischen "SELTSAM" ?
    https://www.youtube.com/watch?v=-YzkmQXRsXg
    und wie sieht es aus mit der Planungshoheit Deutscher Städte ?
    https://www.youtube.com/watch?v=BlWQGmCMjK8

    Weltraum oder auf der Erde ? - Deutsche Städte müssen die Energiewende planerisch koordinieren ?

    Die Geowissenschaften in Deutschland stehen für: Energiegewinn im Verhältnis zum Aufwand

    In Deutschland:
    ==============
    1. Holz / Kachelofen
    lokal verfügbar
    geringe technische Komplexität
    direkte Wärmenutzung
    hoher praktischer Nutzen für Haushalte
    2. Wasserkraft
    kontinuierliche mechanische Energie
    sehr hoher langfristiger Nettoenergiegewinn
    geringe Brennstoffabhängigkeit
    Grundlage früher Industrialisierung
    3. Kohle
    enorme Energiedichte
    wetterunabhängig
    transportierbar
    ermöglichte Schwerindustrie, Eisenbahn und Massenproduktion

    Immerhin sind da noch ~ 50 Milliarden € Kupfer im Deutschen Grid verbaut - werden die auch an der WALLSTREET gehandelt ?

    Das findet sich in allen Deutschen Städten:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Hemmer...Bad_Kissingen)

    Ist nicht besser als Solar ? - seit WK 1 produziert es nichts mehr

    Wer in Bamberg lebt, kennt vielleicht das hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Altes_Rathaus_(Bamberg)
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  6. 12.05.2026, 10:37 Nach oben    #6
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    Zitat Zitat von MarkFranconia Beitrag anzeigen
    und wie sieht es aus mit der Planungshoheit Deutscher Städte ?
    https://www.youtube.com/watch?v=BlWQGmCMjK8

    Weltraum oder auf der Erde ? - Deutsche Städte müssen die Energiewende planerisch koordinieren ?

    Die Geowissenschaften in Deutschland stehen für: Energiegewinn im Verhältnis zum Aufwand

    In Deutschland:
    ==============
    1. Holz / Kachelofen
    lokal verfügbar
    geringe technische Komplexität
    direkte Wärmenutzung
    hoher praktischer Nutzen für Haushalte
    2. Wasserkraft
    kontinuierliche mechanische Energie
    sehr hoher langfristiger Nettoenergiegewinn
    geringe Brennstoffabhängigkeit
    Grundlage früher Industrialisierung
    3. Kohle
    enorme Energiedichte
    wetterunabhängig
    transportierbar
    ermöglichte Schwerindustrie, Eisenbahn und Massenproduktion

    Immerhin sind da noch ~ 50 Milliarden € Kupfer im Deutschen Grid verbaut - werden die auch an der WALLSTREET gehandelt ?

    Das findet sich in allen Deutschen Städten:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Hemmer...Bad_Kissingen)

    Ist nicht besser als Solar ? - seit WK 1 produziert es nichts mehr

    Wer in Bamberg lebt, kennt vielleicht das hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Altes_Rathaus_(Bamberg)
    und für die Atomkraftwerke ist die Physik zuständig abgelöst durch das Energiegesetz ?
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkr...rafenrheinfeld

    Aber für dieses Opfer hat man mal eben die komplette ressourcenbasierte Wirtschaft in Deutschland mit abgeschafft
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  7. 12.05.2026, 11:02 Nach oben    #7
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    Zitat Zitat von MarkFranconia Beitrag anzeigen
    und für die Atomkraftwerke ist die Physik zuständig abgelöst durch das Energiegesetz ?
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkr...rafenrheinfeld

    Aber für dieses Opfer hat man mal eben die komplette ressourcenbasierte Wirtschaft in Deutschland mit abgeschafft
    und wieviele Ausländer arbeiten in Telefongesellschaften in Indien oder Südafrika ?
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  8. 13.05.2026, 13:55 Nach oben    #8
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    Du bist mit diesem Konfabulieren im Dienste eines -hier besser nicht bewerteten- Kleingewerbes OFF TOPIC!
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  9. 13.05.2026, 14:05 Nach oben    #9
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    Kompression für Gitarristen

    Ein Kompressor wird von Gitarristen meist primär am Anfang der Signalkette platziert, um die Dynamik des rohen Instruments direkt zu formen, die Lautstärke auszugleichen und das Sustain zu verlängern.

    Die richtige Position im Signalfluss: Platzieren Sie den Kompressor hinter dem Stimmgerät (Tuner) und Wah-Wah, aber vor Overdrive-, Distortion- und Fuzz-Pedalen. Dies sorgt für ein gleichmäßiges Eingangssignal, wodurch Verzerrer berechenbarer reagieren und sauberer ausklingen.

    Hinter den Zerrern (Spezialfall): Ein Kompressor nach dem Overdrive sorgt für einen sehr dichten, "schmatzigen" Ton. Der Nachteil ist jedoch, dass das bereits vorhandene Eigenrauschen der Zerrpedale massiv mitverstärkt wird.

    Modulation und Zeitbereich (Tabu): Platzieren Sie den Kompressor niemals nach Delay oder Reverb. Er würde sonst die leiser werdenden Echos unnatürlich laut hochziehen und den Raumklang zerstören.

    Je nach Spielweise und gewünschtem Sound unterscheidet man drei Haupteinsatzbereiche. Reglereinstellungen:

    1. Clean Funk & Country ("The Squash"). Für perkussives, knackiges Rhythmusspiel und absolut gleichmäßige Lautstärken bei schnellen Anschlägen.

    Attack: Sehr kurz / schnell (regelt den harten Anschlag sofort ab). Sustain / Compression: Hoch eingestellt (erzeugt den typisch "gequetschten" Effekt). Level / Output: Auf exakte Unity Gain (Gleichlautstärke mit dem ausgeschalteten Pedal) einpegeln.

    2. Endloses Solo-Sustain (Lead Sounds), um einzelne Töne stehender Soli unendlich lang und singend klingen zu lassen.

    Attack: Mittel bis lang (der natürliche Anschlag knackt noch durch, bevor die Kompression greift). Sustain / Compression: Maximal hoch. Level / Output: Leicht angehoben, um als zusätzlicher Pegel-Boost für Röhrenverstärker oder Zerrer zu dienen.

    3. Unauffälliges "Always-On" (Klangveredelung). Um das Signal subtil anzudicken, Pickups auszugleichen und das Spielgefühl zu verbessern, ohne den Sound hörbar zu verändern.

    Attack: Lang (erhält die volle Dynamik und Frische des Anschlags). Sustain / Compression: Sehr niedrig bis moderater Blend / Mix (falls vorhanden). Auf etwa 50% stellen, um das unkomprimierte Originalsignal mit dem komprimierten Signal zu mischen (Parallelkompression). Wichtige Praxistipps: Ein Kompressor macht leise Töne laut (Rauschgefahr). Das bedeutet, er zieht in Spielpausen auch das Summen von Single-Coil-Pickups hoch. Nutzen Sie bei Bedarf ein Noise Gate direkt hinter dem Kompressor. Weniger ist mehr. Zu viel Kompression nimmt der Gitarre jegliche Lebendigkeit und lässt den Sound im Bandmix flach und stumpf wirken.
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  10. 14.05.2026, 10:03 Nach oben    #10
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    Weitere Kandidaten für Kompression

    1. Weitere Kandidaten für Kompression

    -Gesang (Vocals)
    Um leise Worte anzuheben und laute Passagen abzufangen, damit die Stimme konstant präsent im Mix bleibt.

    -Bass
    Um eine gleichmäßige Performance zu gewährleisten, ohne andere Instrumente zu übertönen.

    -Schlagzeug
    Snare: Für mehr "Knack" (Attack) und Kontrolle über das Ausklingen (Sustain).
    Kick Drum: Für mehr Druck und Konsistenz.

    -Akustikgitarren
    Um bei gezupften Passagen ungleichmäßige Lautstärken der Saiten auszugleichen.

    2. Kompression im Mix - Gruppen und Busse (Gruppenkompression)
    Anstatt jedes Instrument einzeln zu komprimieren, ist es oft effektiver, Instrumentengruppen auf einen gemeinsamen Bus zu legen.

    -Gesangs-Bus
    Um Backing Vocals oder Lead-Vocals kompakt zu halten.

    -Bass-Bus
    Bei Kombination aus DI-Signal und Amp-Mikrofonierung.

    -Drum-Bus
    Führt alle Schlagzeugspuren zusammen, um sie "zusammenzuschweißen" (Glue-Kompression).

    3. Wann komprimiert man vor dem EQ?
    Es ist eine gängige Praxis, Kompression vor dem Equalizer (EQ) in der Signalkette anzuwenden, wenn das Ziel ist, die Dynamik zu kontrollieren. Vorteil: Die Dynamik wird eingeebnet, bevor der EQ den Klang formt. Ein anschließender EQ kann dann präziser arbeiten, ohne dass der Kompressor durch plötzliche Pegelsprünge unnatürlich reagiert.

    Ausnahme: Ein Hochpassfilter (Low-Cut) wird oft vor den Kompressor gesetzt, damit tieffrequentes Rumpeln (z. B. Trittschall) den Kompressor nicht fälschlicherweise auslöst.
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  11. 14.05.2026, 10:44 Nach oben    #11
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    Die Dosis macht das Gift

    Die Kompression vor dem Endmix (auf Einzelspuren, Bussebenen oder dem Master-Bus) dient dazu, Dynamikunterschiede auszugleichen, Elemente "zusammenzukleben" und ausreichend Headroom für das anschließende Mastering zu sichern.

    Doch zu viel Kompression in dieser Phase zerstört die Transienten unwiderruflich und lässt den finalen Song flach klingen. Daher ist spätestens in der DAW umsichtig einzustellen.

    1. Lautstärken vorab ausgleichen
    Extreme Pegelspitzen manuell über das Clip-Gain der DAW absenken. Das verhindert auch, dass der Kompressor bei einzelnen Ausreißern zu brutal anspringt. Zudem bleibt das Signal nicht nur gleichmäßig sondern auch natürlich in der Bearbeitungskette.

    2. Einzelspuren

    -Gesang: Zwei Kompressoren in Reihe (serielle Kompression). Der erste fängt schnelle Spitzen ab, der zweite glättet das Signal weich.

    -Bass: Kürzere Attack-Zeiten nutzen, um das Fundament festzunageln und im Low-End absolute Pegel-Konsistenz zu erzielen.

    -Drums: Eine längere Attack-Zeit (10–30 ms) wählen. So bleibt der initiale Knall (Transient) knackig und lebendig. Parallelkompression nutzen: Druckvolle Signale (z. B. Drums) auf eine separate Bus-Spur schicken, dort extrem komprimieren und leise dem Originalsignal zumischen. Das bringt Dichte, ohne die Transienten im Hauptmix zu zerstören.

    3. Mix-Bus-Kompression (Glue-Effekt), dezente Einstellungen

    -Eine niedrige Ratio von 1.5:1 bis maximal 2:1 wählen. Die Spuren verschmelzen zu einer homogenen Einheit.

    -Gain Reduction: Die Nadel des Kompressors sollte sich nur um 1 bis maximal 3 dB bewegen.

    -Attack & Release: Langsame Attack-Zeiten (ab 30 ms) lassen den Mix durchatmen. Die Release-Zeit passend zum Songtempo einstellen.

    4. Der finale Mix

    -Headroom freihalten: Der Spitzenpegel (Peak) auf dem Master-Kanal sollte bei etwa -3 bis -6 dBFS liegen. Clipping vermeiden: Die rote Overload-Anzeige darf niemals aufleuchten, da digitale Verzerrungen im Mastering irreparabel sind.

    -Keine Limiter auf der Summe: Den finalen Brickwall-Limiter komplett ausgeschaltet lassen, damit der Mastering-Ingenieur Platz zum Arbeiten hat.
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  12. 14.05.2026, 11:16 Nach oben    #12
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    Zu viel des Guten

    Rückkoppelung zum Thread-Thema (Geschichte der Audiokompression):

    Ein schlechtes Mastering ob übermäßiger Kompression führt oft zu den typischen Symptomen des sogenannten "Loudness Wars". Hierbei wird die Dynamik – der Unterschied zwischen lauten und leisen Stellen – fast vollständig eliminiert, um das Musikstück maximal laut erscheinen zu lassen. Die Kompression führt zu einem flachen, leblosen, bisweilen pumpenden Klangbild, da zu hohe Gain-Reduction (meist >3-4 dB) die Dynamik zerstört und Transienten verschluckt. Das Ergebnis ist ein unnatürlich "gequetschter" Sound.

    Des weiteren sind etliche remasterte ältere Aufnahmen im Vergleich mieser als die Vorlage. Komprimieren macht im Ergebnis nicht zwingend alles gut hörbar präsent. Der Gesang wird plötzlich zu leise im glatt gebügelten Mix. Jüngst irgendwo auf dem "Remasters" Album von Led Zeppelin gehört. Etliche Remasters bringen echte Einbußen beim Hörgenuss, da zu künstlich.

    Es lohnt die Orientierung bei gut klingenden Aufnahmen, statt (unbeherrschte) Effekthascherei.
    Geändert von Kleiner Mann (14.05.2026 um 12:24 Uhr)
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  13. 14.05.2026, 12:02 Nach oben    #13
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    Loudness Normalization

    Zur Geschichte des "Loudness War" ob arger Audio-Kompression:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Loudness_War

    Streamingdienste wie z.B. Youtube oder Spotify, über welche Musik heutzutage auch vertrieben wird, schränken den sog. Loudness War ein. Es wird ein Mittelwert zwischen der lautesten und leisesten Stelle ermittelt, um diesen auf einen Zielwert, etwa -14 LUFS (Loudness Units relative to Full Scale) einzustellen. Lautere Audioinhalte werden leiser gemacht. Es lohnt also nicht, die Dynamik in einem Mix auf Teufel komm raus zugunsten höherer Lautheitspegel weg zu komprimieren. Wer dort veröffentlichen will, kann den Mix nicht über den Zielwert bringen.

    Ob dieser "Loudness Normalization" gilt der "Loudness War" zumindest als entschärft.

    Dies ist der historische Stand zum 14.05.2026.
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  14. 14.05.2026, 13:12 Nach oben    #14
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    Fazit

    1. Audiokompression dient heute also einerseits der Klangformung:

    -Vor dem Verstärker, z.B. um den Gitarrenamp für Leadsound stärker anzusteuern und oder das Sustain zu erhöhen, etc.

    -In der folgenden Audiobearbeitung, um den Sound präsenter zu machen, zu glätten, zu einer Einheit zu "verschmelzen", etc.

    -In der Endbearbeitung, um sich durch empfundene höhere Präsenz und "Lautstärke" im Wettbewerb Gehör zu verschaffen.

    2. Zudem befördert man mit Audiokompression die Datenübertragung über das Internet.

    Fazit: "Naheliegend", dass sich solche Aufnahmen -an die wir längst gewöhnt sind- vom natürlichen Klang rein akustischer Instrumente entfernten. Rechnet man hinzu, dass die digitale Technologie ausgefeilte Sounds bereit stellt, für die es reicht, wenn ein Signal den Ton einspeist um daraus de facto den ganzen Sound zu bilden, wird klar, das wir uns von der physikalischen Wirklichkeit der Klangerzeugung akustischer Instrumente immer weiter entfernen. Es wird "unnatürlicher". KI dazu befragt: "Die Natur befördert die Sinnlichkeit in hohem Maße, indem sie unsere Sinne anspricht, Körper, Geist und Emotionen in Einklang bringt und eine tiefe, gefühlvolle Verbindung zu unserer Umwelt schafft." Besucher von Veranstaltungen digitaler Musik kommen bisweilen arg "alternativ" daher. Es ist dann wohl Ansichtssache, ob dies den vermeintlichen Verlust an "Natürlichkeit" und "Sinnlichkeit" kompensiert.
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  15. 15.05.2026, 13:48 Nach oben    #15
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    FX - Loop bei Rockgitarristen

    Rockgitarristen benutzen gerne Zerrsounds. Oft wird Zerre der Vorstufenröhre mit Zerrpedalen unterstützt und oder geboostet. Damit ist das Gitarrensignal schon arg komprimiert, was Zerre eben bewirkt. Die meisten Amps haben nur einen seriellen FX Loop, den man gerne für die meisten Modulationseffekte nutzt. Die Herausforderung dabei ist, dass das gesamte Signal der Vorstufe die Modulationseffekte durchläuft und komplett moduliert wird. D.h. der Sound verliert nochmal Eigenschaften eines trockenen, natürlichen -wenngleich bereits angezerrten- Sounds.

    Lösung: Man schaltet Loops in den seriellen Effektweg, so dass er zu einem parallelen wird. Im Idealfall schaltbar, so dass man die Modulation komplett wieder rausnehmen kann. Zudem regelbar, um die Beimischung zu dosieren. Hier kann man z.B. subtil Chorus und Delay derart beimischen, dass sie als solche kaum wahrgenommen werden, aber dem Sound Tiefe und Glanz geben. Wer viele Boss Pedale hat, kann z.B. den LS-2 nehmen. Es soll besseres geben, ich bin umfänglich damit zufrieden.

    Statt einem Amp mit parallelen Effektloop (z.B. den Marshall JVM 410, der sich durch Entnahme von Endstufenröhren bei Bedarf von 100 auf 50 W drosseln lässt), oder eine Umwandlung von seriell in parallel -wie gerade beschrieben- kann man auch die Zahl der Amps erhöhen. Dies dürfte die größte Signaltrennung bewirken, stellt aber auch den größten Aufwand da und es wird lauter, wenn man Speaker benutzt und nicht andere Ausgänge. Dies empfiehlt sich vor allem dann, wenn gar kein FX Loop an den Amps vorhanden, wie bei vielen Fenderamps. Zu erwähnen wäre auch, dass manche Effektpedale Wet/Dry Funktion haben, die es auch ermöglicht, dem Dry (trockenen Signal) Modulationssignale nur parallel beizumischen (nicht verwechseln mit Volume, Level, Gain, Drive u.s.w... es müssen Mix, Blend oder Dry, Wet/Dry etc. Regler sein).

    Welche Lösungswege man sucht, bleibt also ein wenig individuell. Manche machen sich keine Mühe, da sie nicht subtil den Sound anfetten, sondern die Modulation arg einsetzen wollen. Nun ja, das eine schließt das andere nicht zwingend aus.

    Jedenfalls wundert es ein wenig, wenn in Videos Effekte angepriesen und erklärt werden, ohne den Unterschied zwischen parallel und seriell zu erklären.

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