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Thema: Wie überwindet ihr aufkommendes Lampenfieber?

  1. #1

    Wie überwindet ihr aufkommendes Lampenfieber?

    Die einen probieren es mit Meditation, andere ertränken die Aufregung in Alkohol und wieder andere stellen sich das Publikum einfach nackt vor. Heute wollen wir von euch wissen: Seid ihr noch aufgeregt, wenn ihr die Bühne betretet? Und was sind eure Geheimtipps gegen Lampenfieber?

  2. Nach oben    #2
    Premium-Mitglied Avatar von MS-SPO
    aus Buchholz
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    Interessante Frage, sicher mit vielen unterschiedlichen Erlebnissen und Umgangsweisen.

    In jungen Jahren war ich sehr aufgeregt, vor einem Publikum überhaupt zu sprechen. Das war auch für mich nicht immer schön. Dann setzte sich meine spätere Frau mit mir hin und verhalf mir zu einem besseren Auftreten vor Zuhörern.

    Einige Jahre später war ich auf einer Publikums-Messe. An einem Stand konnte man vor ein Mikrofon treten und auf ein zugerufenes Stichwort aus der sich sammelnden Menge eine spontane Rede halten. Woran ich mich dabei noch erinnere, war, gleichsam in einem Meer aus begierigen und freundlichen Augenpaaren zu baden. Ich glaube, da merkte ich das erste Mal, dass mir das sehr gefällt.

    Viele Sprecherbeiträge und Tanzeinlagen später kam ich zum Schlagzeugspielen und über meine damalige Jazz-Band auch zum Spielen vor kleinem Publikum. Weil ich mittlerweile in allem sehr sicher war, machten mir Auftritte nichts mehr aus. Im Gegenteil: Ich genieße sie, freue mich darauf, erlebe unsere Musik, meinen Beitrag und unser Publikum als Einheit.

    Und es macht mir immer noch Spaß, auf die eine oder andere Weise mit unseren Zuhörern in Verbindung zu treten. Zugegeben, am Schlagzeug habe ich auch einen gewissen Heimvorteil

    Zusammengefasst wurde für mich aus einer anfänglich unangenehmen Situation immer mehr etwas Schönes. Ich bin dabei nicht aufgeregt, eher konzentriert, fokussiert und zuhörend offen für den Moment. Bin gespannt, wie es Anderen erging oder ergeht.

    Und auf die Eingangsfrage: Mein Lampenfieber ist schon vor-überwunden, jedenfalls für Publikumsgrößen bis etwa 200 Mitmenschen.

    Grüße, Michael


  3. Nach oben    #3
    Premium-Mitglied Avatar von Moogman
    aus 63110 Rodgau
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    Zitat Zitat von MUSIC STORE Beitrag anzeigen
    Die einen probieren es mit Meditation, andere ertränken die Aufregung in Alkohol und wieder andere stellen sich das Publikum einfach nackt vor. Heute wollen wir von euch wissen: Seid ihr noch aufgeregt, wenn ihr die Bühne betretet? Und was sind eure Geheimtipps gegen Lampenfieber?
    Ich kenne kein Lampenfieber. Habe mein Equipment im Griff und meine Performance ausgiebig geprobt, bevor ich auf die Bühne gehe.
    Wer tatsächlich Probleme mit Lampenfieber hat, der muss sich nur vorstellen, das sein Publikum splitternackt wäre -das hilft.
    fix it in the mix

  4. Nach oben    #4
    Avatar von Calacirya
    aus Thüringen
    117 Beiträge seit 10/2016
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    Dann

    müßte ich aber tierisch lachen und das würde auch nicht helfen.

    Ich denke so ein Drummer hat es da ein bisschen einfacher *NEID* weil der muß nur drauf hauen (man verzeihe mir die einfache Beschreibung der höchst komplizierten Tätigkeit eines Drummers). Früher hatte ich massive Probleme mit zittrigen Fingern, was sich beim Gitarren- bzw. Mandolinenspiel nicht so gut macht. Früher heißt: in ner Band. Heute spiele ich alleine, das ist ein Unterschied, bei der Band hatten wir einen Frontmann, der hat das Publikum beschäftigt. Wenn man alleine spielt, starren einen alle an. Wenn man das nicht gewohnt ist, ist das schrecklich.

    Deshalb hab ich das auftreten aufgegeben. Gibt ja nicht wirklich Hilfe mit sowas.

    Hab auch deshalb mal "professionelle" Hilfe gesucht, die Person meinte, ich solle erst mal irgendwo in einen Chor gehen und da mit anderen singen. Das erschien mir zu kompliziert bzw. zu mühselig, ich steh auch nicht auf Chöre.
    Dann lieber gar nicht.

  5. Nach oben    #5
    Avatar von Thaven
    aus 40 qm Deutschland
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    Ich erinnere mich daran, wie ich damals als kleiner Stöpps vor versammelter Lehrer- und Elternschaft meiner Jahrgangsstufe in der Schule auf einer Weihnachtsfeier? 2-3 klassische Gitarrenstücke nach Blatt vorspielen musste, weil mein Musiklehrer das so wollte.

    Mit hochrotem Kopf und tierisch aufgeregt, habe ich dann die Stücke runtergerasselt und dann unter großem Beifall die Bühne fluchtartig verlassen. :-)

    Später, mit meinen ersten Rock-Bands hat sich die größte Aufregung gelegt, weil ich auf der Gitarre immer besser wurde und wusste, was ich konnte.
    Da ich mich immer akribisch vorbereitete, passierten auch weniger Fehler und so bekam ich mehr Sicherheit.
    Sobald ich die angenehmen Rundungen und Haptik meiner Stratocaster an meinem Körper spürte, konnte ich mich 'todesmutig' auf die Bühne trauen und mein Bestes geben.

    Meine selbstbewussteren Mitmusiker haben mir dabei auch immer sehr geholfen... ;-)

    Natürlich bin ich immer noch ziemlich angespannt vorm Auftritt, aber längst nicht mehr so Panik-artig, wie früher.
    Ich denke, auch hier machts die Übung und natürlich Lebenserfahrung.

    LG Tom

  6. Nach oben    #6
    Premium-Mitglied Avatar von MS-SPO
    aus Buchholz
    152 Beiträge seit 10/2017
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    Spannende Beiträge

    Zitat Zitat von Calacirya Beitrag anzeigen
    (...) Ich denke so ein Drummer hat es da ein bisschen einfacher *NEID* weil der muß nur drauf hauen (man verzeihe mir die einfache Beschreibung der höchst komplizierten Tätigkeit eines Drummers). (...)
    Wenn's Dich tröstet: Ein deftiger Schlag am Zeug oder Tritt, oder auch gerne mehr, zur falschen Zeit ist ähnlich wie ein schriller oder unharmonsicher Ton an der Gitarre, am Klavier oder so Und zum Verstolpern bringe ich damit meine Mitspieler vielleicht auch noch

    Bezogen auf das Lampenfieber, bei Thaven klang es ja auch an: Mitspieler können einander mehr Sicherheit geben.

    Beispiel: Eine meiner Bands rockt zum Spaß, und da ist am Probeabend so manches Stück dabei, das schon einmal länger ungeübt daherkommt. Wenn ich dann auf ihre Schwierigkeiten (Fingerprobleme, Erinnerung, Denkverzögerung, Koordination usw.) und Möglichkeiten höre, Tempo und Rhythmus anpasse/vorgebe, das Charakteristische des Songs belebe, dann entsteht so etwas wie "durchtragen". Und je sicherer dadurch die gesamte Band wird, desto verzeilicher werden dann von selbst Fehlschläge (Drums) oder Fehlgriffe (Gitarre). Man kann einfach weiterspielen und wieder "einrasten".

    Auch das klang schon an: (Selbst-) Sicherheit hilft gut gegen Lampenfieber

  7. Nach oben    #7
    Avatar von Calacirya
    aus Thüringen
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    Keine Band mehr

    na ja gut ich bin ja alleine musikalisch tätig. In der Band war mir das mehr oder weniger egal, da ging das vorbei, das Lampenfieber.

  8. Nach oben    #8
    Avatar von Thaven
    aus 40 qm Deutschland
    429 Beiträge seit 11/2018
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    Zitat Zitat von Calacirya Beitrag anzeigen
    na ja gut ich bin ja alleine musikalisch tätig. In der Band war mir das mehr oder weniger egal, da ging das vorbei, das Lampenfieber.
    Ich weiß nicht, bin vielleicht ein schlechter Ratgeber, weil ich selbst meine Schüchternheit nie ganz ablegen konnte... :-(

    Aber, bedenke, das Publikum will was von Dir und Deinem Können.
    Ich sage mal 70% derer wissen umhin, was für eine Leistung das ist, sich selbst vor Publikum zu produzieren und seine Kunst darzubieten und werden tolerant sein, es mit Wohlwollen honorieren... ;-)

    Auf den Rest kannst Du sch…..! ;-)

    LG Tom

    Edit: Vielleicht könntest Du am Anfang bei einer Ansage kurz zwischen den Zeilen durchblicken lassen, dass Du etwas aufgeregt bist und das Publikum Dich unterstützen möge?
    Das kann vielleicht helfen, bis Du endlich drin bist...

  9. Nach oben    #9

    aus Odenwald
    40 Beiträge seit 02/2013
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    Ich hatte früher auch starkes Lampenfieber, was inzwischen fast weg ist. Mir haben 2 Dinge geholfen.
    1. Sehr viel Üben. Damit fühlt man sich sicher und die Finger (in meinem Fall Gitarre und Tin Whistle) finden auch
    mal ihren Weg alleine wenn die Gedanken kurz abschweifen.
    2. Ich schaute mir viele Filmchen auf YouTube an, bei denen sich große Stars grobe Fehler erlaubten.
    Ganz besonders krass finde ich, wenn die Nationalhymne auf großen Veranstaltungen daneben geht.
    Oft können die Stars den Text nicht, oder sie irren sich im Ton. Die blamieren sich bei weitem mehr, weil
    sie einen Ruf zu verlieren haben und vor sehr vielen Zuhörern spielen oder singen.
    Was bin ich dagegen? Kleines Publikum und unwichtiger Mensch... wenn kümmert es lange wenn ich
    mich verspiele oder den Ton nicht treffe.
    Ich habe inzwischen verinnerlicht dass Fehler nicht schlimm sind. Sogar den großen Stars wird verziehen, obwohl
    sie viel Geld dafür kassieren. Weshalb sollte ich mir keine Fehler leisten können?
    Durch diese Einstellung sind meine Fehler wesentlich weniger geworden und die wenigen, die ich noch mache,
    stören mich nicht mehr. So habe ich viel mehr Spaß bei Auftritten.

  10. Nach oben    #10
    Premium-Mitglied Avatar von MS-SPO
    aus Buchholz
    152 Beiträge seit 10/2017
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    Zitat Zitat von paradise06 Beitrag anzeigen
    Ich habe inzwischen verinnerlicht dass Fehler nicht schlimm sind. Sogar den großen Stars wird verziehen, obwohl sie viel Geld dafür kassieren. Weshalb sollte ich mir keine Fehler leisten können?
    Durch diese Einstellung sind meine Fehler wesentlich weniger geworden und die wenigen, die ich noch mache,
    stören mich nicht mehr. So habe ich viel mehr Spaß bei Auftritten.
    Genau! Meinen Mitspielern schlage ich dann immer vor, cool weiterzuspielen, ein Pokerface aufzusetzen und so der Welt ohne Worte mitzuteilen: "Weißt Du eigentlich, wielange ich daran geübt habe, dass es GENAU SO klingt, wie es klingt, weißt Du das?"

  11. Nach oben    #11
    Avatar von Calacirya
    aus Thüringen
    117 Beiträge seit 10/2016
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    Fehler sind nicht schlimm nobody is perfect

    Das weiß ich alles, meist merkt der Zuschauer ja nicht mal den Fehler.
    Na ja, das ändert aber nix am Lampenfieber.

    Das eine ist Intellekt - ich weiß auch dass ich gut bin und ich habe immer viel geübt.

    Das andere ist Psyche und da kommt man so leicht nicht ran, wenn die "verrückt" spielt. Und wenn die Finger so zittern kann man auch nicht mehr anständig spielen, also da schließt sich dann der Kreis. Man kann auch sagen: Der Mensch kann viel wollen mit dem Verstand aber manche Dinge funktionieren dann eben doch nicht.

  12. Nach oben    #12
    Avatar von Thaven
    aus 40 qm Deutschland
    429 Beiträge seit 11/2018
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    Zitat Zitat von Calacirya Beitrag anzeigen
    Das weiß ich alles, meist merkt der Zuschauer ja nicht mal den Fehler.
    Na ja, das ändert aber nix am Lampenfieber.

    Das eine ist Intellekt - ich weiß auch dass ich gut bin und ich habe immer viel geübt.

    Das andere ist Psyche und da kommt man so leicht nicht ran, wenn die "verrückt" spielt. Und wenn die Finger so zittern kann man auch nicht mehr anständig spielen, also da schließt sich dann der Kreis. Man kann auch sagen: Der Mensch kann viel wollen mit dem Verstand aber manche Dinge funktionieren dann eben doch nicht.
    Jo, das ist eben unsere Crux! :-(
    Wir sind dermaßen sensibel, dass selbst unser Intellekt nur noch bedingt helfen kann, da das Unbewusste, wie Gefühle oft stärker sind...

    Früher hatte ich mir oft deswegen vorm Auftritt entweder ein paar Schnäpschen, oder 1-2 Bier auf ex reingezogen, was dann geholfen hat, weil lockerer und nicht so verkrampft...
    , was aber auf die Dauer auch gefährlich werden kann wegen Gewöhnung..., bis zur Sucht.
    Also, Achtung!
    Ich weiß, wovon ich spreche.

    Bleibt nur diese Angstsituationen immer wieder zu üben und nüchtern durchzustehen, bis eine Art der Routine, bzw. Härtung stattfindet. ;-)
    Auf keinen Fall würde ich aufgeben, dazu mache ich zu gern Musik.

    LG Tom

  13. Nach oben    #13
    Premium-Mitglied Avatar von MS-SPO
    aus Buchholz
    152 Beiträge seit 10/2017
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    Zitat Zitat von Calacirya Beitrag anzeigen
    (...) Das eine ist Intellekt - ich weiß auch dass ich gut bin und ich habe immer viel geübt.

    Das andere ist Psyche und da kommt man so leicht nicht ran, wenn die "verrückt" spielt. Und wenn die Finger so zittern kann man auch nicht mehr anständig spielen, also da schließt sich dann der Kreis. Man kann auch sagen: Der Mensch kann viel wollen mit dem Verstand aber manche Dinge funktionieren dann eben doch nicht.
    Da möchte ich einen neuen Aspekt einbringen: Gewohnheiten.

    Oft haben wir uns einfach bestimmte Verhaltensweisen angewöhnt. Manchmal ist es uns gar nicht bewußt, dass ein vermeintlich psychisches Ding bei Licht betrachtet ... eine Gewohnheit ist. Manchmal ist es auch nur nützlich, ein tatsächlich psychisches Ding (vorläufig) als Gewohnheit aufzufassen.

    Gewohnheiten benötigen einen Anstoß (Beispiel: "JETZT gehe ich in die Kantine"), und dann läuft das Gewohnheitsprogramm ab (Beispiel: "erst zum Hauptgericht, dann zum Kuchen und zum Eis"). Ergebnis: Der Waagen-Schock. Außerdem dienen Gewohnheiten einem Zweck (Beispiel "vollhauen!").

    Gewohnheiten verändert man durch: a. bewusst machen, und b. durch verändern.
    (In der Psycho-Therapie passiert übrigens genau das.)

    Beispiel: "JETZT gehen alle (mein Anstoß), aber ich warte noch 5 Minuten (kleine neue Gewohnheit). Dann gehe ich zuerst zum Salat und dann zum Nebengericht (meine Kür, vielleicht unnötig?). Und dann setze ich mich zu fremden Kollegen, denn ich lerne Mittags gerne neue Menschen kennen (der wahre Zweck meines Gewohnheitsprogramms)."

    Beim Lampenfieber kann man es ähnlich versuchen, etwa so: "Was stößt mein Lampenfieber an? Was passiert da sonst noch alles? Was tut das Lampenfieber irgendwie für mich oder mit mir? Welcher Film läuft da bei mir immer wieder gleich oder ähnlich ab? Welche kleine Veränderung kann ich vornehmen?"

    In diesem Sinne tatkräftige Einsichten und Mut zu kleinen Veränderungen, Michael

  14. Nach oben    #14
    Premium-Mitglied Avatar von Sir Raven
    aus Berlin
    420 Beiträge seit 06/2011
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    Ich hatte noch nie Lampenfieber vor einem Auftritt. Ehrlich gesagt finde ich das etwas schade. Die Nervosität, die (freudige) Aufregung vor einem Auftritt, ich denke, ich fände Gigs noch berauschender, wenn ich das alles kennen würde.

    Gruß
    Ted
    Dumm ist nicht der, der etwas nicht weiß. Dumm ist der, der nicht fragt.

  15. Nach oben    #15
    Avatar von Thaven
    aus 40 qm Deutschland
    429 Beiträge seit 11/2018
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    Zitat Zitat von Sir Raven Beitrag anzeigen
    Ich hatte noch nie Lampenfieber vor einem Auftritt. Ehrlich gesagt finde ich das etwas schade. Die Nervosität, die (freudige) Aufregung vor einem Auftritt, ich denke, ich fände Gigs noch berauschender, wenn ich das alles kennen würde.

    Gruß
    Ted
    Sei froh, dass Du das nicht kennst!

    Ich wette, die extremen Begleiterscheinungen, wie Angst, Zittern und Verkrampfung, wie es Calacirya beschreibt, oder ich in meiner Jugend und auch noch später erlebt habe, wünscht sich keiner!
    Zumal man was kann, und doch gerne sein Können optimal darbringen möchte.

    Ich habe das immer als eine Art Fluch empfunden. :-(

    Du bist eher zu beneiden ohne Lampenfieber.

    LG Tom

    Edit:
    Was mal eine bedeutende Persönlichkeit gesagt hat: "Wo viel Angst ist, ist auch jede Menge Mut!" ;-)

  16. Nach oben    #16
    Premium-Mitglied Avatar von Sir Raven
    aus Berlin
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    Zitat Zitat von Thaven Beitrag anzeigen
    die extremen Begleiterscheinungen, wie Angst, Zittern und Verkrampfung, wie es Calacirya beschreibt, oder ich in meiner Jugend und auch noch später erlebt habe
    Wenn ich so extremes Lampenfieber gehabt hätte, wäre das mein erster und letzter Auftritt gewesen. Es ist zwar schön, auf der Bühne zu stehen, aber das grenzt ja schon an Selbstzerstörung. Ich meinte eher eine abgeschwächte aufregende Form.

    Was mal eine bedeutende Persönlichkeit gesagt hat: "Wo viel Angst ist, ist auch jede Menge Mut!" ;-)
    Und da hatte die bedeutende Persönlichkeit wohl Recht.

    Gruß
    Ted
    Dumm ist nicht der, der etwas nicht weiß. Dumm ist der, der nicht fragt.

  17. Nach oben    #17
    Avatar von Thaven
    aus 40 qm Deutschland
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    Na ja, in meinem Fall würde ich nicht von Selbstzerstörung reden, sondern empfinde es eher als Rebellion gegen die eigene psychische Schwäche, oder widerspenstige Unbeugsamkeit, was immer das auch ist, he, he! ;-)

    Mal ein bisschen Auflockerung für die Homerecorder…? :-))


    https://www.youtube.com/watch?v=IaH2C2Qe97Y

    LG Tom

  18. Nach oben    #18
    Premium-Mitglied Avatar von Sir Raven
    aus Berlin
    420 Beiträge seit 06/2011
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    Was ich noch anmerken wollte: Ich glaube, Menschen die starkes Lampenfieber haben, sind aus Ihrer Angst heraus einen Fehler zu machen die größeren Perfektionisten und deshalb wahrscheinlich auch die besseren Musiker. Nur leider sind das auch die idealen Kandidaten für pathologische Selbstzweifel.
    Dumm ist nicht der, der etwas nicht weiß. Dumm ist der, der nicht fragt.

  19. Nach oben    #19
    Avatar von Thaven
    aus 40 qm Deutschland
    429 Beiträge seit 11/2018
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    Oh, zeitgleich, hab noch was geschrieben an meinem Geburtstag und eins meiner Lieblingsvideos eingestellt... :-)

    Oder ihn hier, der überhaupt keine Selbstzweifel kennt.
    Warum auch?

    Alter Sack! (über 70?)

    Aber gut gehalten... :-))


    https://www.youtube.com/watch?v=rXJQb7aIxfk

    Vom Anfang des Videos nicht täuschen lassen, JB hat mitunter die schönsten Rock- und Gitarren-Balladen geschrieben, die ich kenne!

    Edit: Was ich immer wieder bei Live-Konzerten feststelle, es ist nicht die Perfektion, sondern die Spielfreude der Künstler, die das Publikum bewegt...!
    Noch ein Grund mehr, das Lampenfieber loszuwerden...

    "Wir schaffen das!" (Merkel) :-))
    Geändert von Thaven (03.05.2019 um 22:58 Uhr)

  20. Nach oben    #20
    Avatar von Thaven
    aus 40 qm Deutschland
    429 Beiträge seit 11/2018
    Danke
    5
    Und eins noch zu meinem 'Bürzelday' zum Ausklang...:


    https://www.youtube.com/watch?v=drAv2FoYji8

    Ja, Musik machen is dat Schönste, wo gibt...! :-)

  21. Nach oben    #21
    Avatar von Calacirya
    aus Thüringen
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    Habe auch andere Stärken, ich muß nicht um jeden Preis auftreten

    "Rebellion gegen die eigene psychische Schwäche, oder widerspenstige Unbeugsamkeit, was immer das auch ist, he, he! ;-)"

    das "he he" ist das beste am Kommentar.

    Also mir ist das egal. Dann trete ich halt nicht auf. Läßt sich ja eh nicht ändern. Warum soll ich mir damit Streß machen.

    Mir fiel noch ein, oben schrieb jemand, man solle ja bedenken, dass die Leute (also das Publikum) ja etwas von einem wolle.

    Da bin ich mir nicht so sicher, ich denke folk hört heute keiner mehr und ich mache ja folk und auch deutsche Lieder. Das will eben keiner mehr hören.
    Dann soll das auch so sein.

    Mit so einer Einstellung lebt es sich leichter.

  22. Nach oben    #22

    aus Odenwald
    40 Beiträge seit 02/2013
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    1
    Zitat Zitat von Calacirya Beitrag anzeigen
    Läßt sich ja eh nicht ändern. Warum soll ich mir damit Streß machen.


    Mit so einer Einstellung lebt es sich leichter.

    Doch, es lässt sich ändern. Wenn man wirklich will...
    Viele Leute haben das schon geändert. Ich auch.

    Dass es sich mit so einer Einstellung leichter leben lässt, wage ich zu bezweifeln.
    Der Mensch wächst an seinen Aufgaben. Problembewältigung gehört zum Sinn des Lebens.
    Wer Problemen immer aus den Weg geht, der wird irgendwann von Ihnen eingeholt.

    Das "Folk" keiner mehr hören will, wage ich auch zu bezweifeln. Ich mach schon seit 15 Jahren
    Irish Folk mit deutschen Einlagen. Zwar nur in Gasthäusern vor kleinem Publikum, aber das
    Publikum ist sehr dankbar und geht glücklich über den schönen Abend nach Hause.

    Vielleicht hast du eine gute Stimme und kannst wunderschön Gitarre spielen, dann
    wäre es schade wenn es niemand außer dir selbst hört.

    Nur mal so, als Anregung zum Nachdenken...

    Ganz liebe Grüße

  23. Nach oben    #23
    Premium-Mitglied Avatar von Sir Raven
    aus Berlin
    420 Beiträge seit 06/2011
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    13
    Zitat Zitat von paradise06 Beitrag anzeigen
    Doch, es lässt sich ändern. Wenn man wirklich will...
    Viele Leute haben das schon geändert. Ich auch.
    Für die Betroffenen wäre es sicherlich hilfreich mehr über das Wie zu wissen.

    Das "Folk" keiner mehr hören will, wage ich auch zu bezweifeln.
    Das wollte ich weiter oben auch schreiben, hatte ich vergessen. Folk wird z. B. sicherlich deutlich häufiger gehört als die Musikrichtungen, die ich mache.

    Zwar nur in Gasthäusern vor kleinem Publikum
    Kneipen, Pubs, Gasthäuser sind ja auch genau die richtigen Venues für Folk.

    Gruß
    Ted
    Dumm ist nicht der, der etwas nicht weiß. Dumm ist der, der nicht fragt.

  24. Nach oben    #24

    aus Odenwald
    40 Beiträge seit 02/2013
    Danke
    1
    Über das "wie" habe ich weiter oben schon geschrieben.
    Als dritten Punkt könnte man noch hinzufügen (und das hat mir vor ein paar Jahren jemand hier aus diesem Forum
    mitgeteilt): Die eigene Wichtigkeit! Man darf sich selbst nicht so wichtig nehmen. Wenn man das schafft, dann sind
    Fehler noch weniger schlimm, und man wird entspannter.

  25. Nach oben    #25
    Avatar von Calacirya
    aus Thüringen
    117 Beiträge seit 10/2016
    Danke
    2

    Eigene Wichtigkeit

    Eben! Ich nehme mich nicht wichtig. Hab früher auch regelmäßig in Kneipen mit Band über Jahre irish folk gespielt.
    War ne schöne Zeit, ist aber vorbei. Ist auch hier gar nicht möglich.

    Es geht ja auch gar nicht um Fehler bzw. dass Lampenfieber dadurch entsteht, dass man Angst hat vor Fehlern. Das ist bei mir nicht der Fall. Fehler sind normal und jeder macht sie. Das Thema hatten wir hier schon.

    Allerdings stimme ich dem Satz "man kann es ändern wenn man denn will", nicht zu, weil dieser Satz so bevormundend ist. Nicht jeder Mensch kann per se immer alles ändern. Außerdem impliziert der Satz, dass man, wenn man etwas nicht ändern kann, nur selbst dran schuld ist, wie es ist, und darüber (!) kannst du dir überhaupt kein Urteil erlauben. Denn du weißt nicht, was ich ändern kann bzw was ich mit dem Ziel, dies zu ändern, bereits unternommen habe.

    Du weißt ja gar nicht was es an Vorgeschichte gibt. Darüber habe ich aus gutem Grund hier auch geschwiegen.

    Eben aus diesem Grund, weil ich solche bevormundenden Sätze nicht mag, ja, sie ablehne, ist die Diskussion hier für mich beendet.

  26. Nach oben    #26

    aus Odenwald
    40 Beiträge seit 02/2013
    Danke
    1
    Zitat Zitat von Calacirya Beitrag anzeigen



    Du weißt ja gar nicht was es an Vorgeschichte gibt. Darüber habe ich aus gutem Grund hier auch geschwiegen.

    Eben aus diesem Grund, weil ich solche bevormundenden Sätze nicht mag, ja, sie ablehne, ist die Diskussion hier für mich beendet.
    Hättest du nicht über deine Vorgeschichte geschwiegen, dann hätte ich nicht auf diese Weise geantwortet.
    Es tut mir sehr leid wenn ich dich persönlich getroffen habe, das war nicht meine Absicht.

    Dass man mache Dinge nicht auf die Schnelle und schon gar nicht "einfach" ändern kann, ist mir klar. Ich selbst habe
    auch Jahre dazu gebraucht.

    Wenn du nicht mehr diskutieren möchtest, kann ich das verstehen und werde es respektieren.

    Liebe Grüße!

  27. paradise06´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  28. Nach oben    #27

    Lampenfieber ist Unsicherheit

    Und die lässt sich im Vorfeld zumindest weitestgehend beheben:

    Frage 1: kann ich meinen Kram sicher spielen? Sollte man geübt haben, hier hilft es zB mal vor einem Spiegel zu übern und sich dabei selber in die Augen zu sehen, einfach um ein Gefühl für eine veränderte Situation zu bekommen.

    Dann hilft es mir, schwierige Passagen zu Beginn meiner Übestunde zu spielen. Der Kram muss auch "kalt" sicher kommen, es reicht nicht, wenn man ihn am Ende der Stunde kann.

    Frage 2: Weiß ich, wie ich mich bewegen will?
    Wenn nicht, einfach mal ein paar Bewegungen einstudieren, nur soweit, dass man auf der bühne nicht über Überfpssiges nachdenken muss.

    Frage 3: werden wir das Publikum erreichen, werden sie toben? Statistik über die letzten Auftritte machen, Berechnungen anstellen, egal. Hier hilft nix. Bisschen Spannung muss ja bleiben.

  29. Nach oben    #28
    Premium-Mitglied Avatar von Moogman
    aus 63110 Rodgau
    715 Beiträge seit 11/2011
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    30
    Zitat Zitat von Calacirya Beitrag anzeigen
    Eben! Ich nehme mich nicht wichtig.
    Vielleicht ist das ja ein falscher Ansatz.
    Wenn ich ein Konzert gebe, bin ich doch die allerwichtigste Person, vor allen Anderen.
    Ohne meine Person würde es diese Musik nicht geben und das Konzert würde nicht stattfinden.
    Das Publikum kommt doch nur, um meine Darbietung zu erleben.
    Wie kann ich da nicht wichtig sein?
    fix it in the mix

  30. Nach oben    #29
    Avatar von Thaven
    aus 40 qm Deutschland
    429 Beiträge seit 11/2018
    Danke
    5
    Zitat Zitat von Calacirya Beitrag anzeigen
    "Rebellion gegen die eigene psychische Schwäche, oder widerspenstige Unbeugsamkeit, was immer das auch ist, he, he! ;-)"

    das "he he" ist das beste am Kommentar.

    Also mir ist das egal. Dann trete ich halt nicht auf. Läßt sich ja eh nicht ändern. Warum soll ich mir damit Streß machen.

    Mir fiel noch ein, oben schrieb jemand, man solle ja bedenken, dass die Leute (also das Publikum) ja etwas von einem wolle.

    Da bin ich mir nicht so sicher, ich denke folk hört heute keiner mehr und ich mache ja folk und auch deutsche Lieder. Das will eben keiner mehr hören.
    Dann soll das auch so sein.

    Mit so einer Einstellung lebt es sich leichter.
    Du gibst also auf? :-(

    Dann liegt Dir Deine Musik auch nicht sehr am Herzen und Du glaubst nicht an sie und an Dich!

    Sorry, dass ich das so klar ausdrücken muss...

    Ich hätte Dir (und auch mir) gerne weiterhin mit Rat und vielleicht auch Tat geholfen...?

    LG Tom

  31. Nach oben    #30

    aus Odenwald
    40 Beiträge seit 02/2013
    Danke
    1
    Zitat Zitat von Moogman Beitrag anzeigen
    Ohne meine Person würde es diese Musik nicht geben und das Konzert würde nicht stattfinden.
    Das Publikum kommt doch nur, um meine Darbietung zu erleben.
    Wie kann ich da nicht wichtig sein?

    Diese Einstellung macht enormen psychischen Druck.
    Ja, es ist so wie du schreibst, aber: Auftrittsangst ist so etwas wie Todesangst, ein Ur-Instinkt.
    Die große Menschenmenge, die auf den Künstler schaut, ist für das Unterbewusstsein so etwas
    wie der Feind, vor dem man weglaufen sollte. Der Körper bereitet sich darauf vor in dem er sich für die
    Flucht bereit macht. Wir können nichts anderes mehr denken, dann kommen die Fehler, oder das
    gut geübte Programm wird emotionslos abgespult.
    Wenn wir uns klar machen, wie unwichtig dieser Auftritt ist, wie sehr uns das Publikum kleine Fehler
    verzeiht (sogar oft gar nicht bemerkt, oder sogar lustig findet, dass die Welt hinterher sich ganz genau so verhält, ob wir gut sind oder schlecht...
    Wenn uns wirklich gelingt das zu verinnerlichen, dann können wir den Auftritt genießen.
    Mir gelingt das inzwischen immer häufiger, aber es braucht Übung...und zwar bei Auftritten und nicht zu Hause.

    @Tom
    Aufgeben wäre für mich auch keine Option

    Liebe Grüße

  32. Nach oben    #31
    Premium-Mitglied Avatar von MS-SPO
    aus Buchholz
    152 Beiträge seit 10/2017
    Danke
    12
    Zitat Zitat von paradise06 Beitrag anzeigen
    Diese Einstellung macht enormen psychischen Druck.
    Ja, es ist so wie du schreibst, aber: Auftrittsangst ist so etwas wie Todesangst, ein Ur-Instinkt.
    Die große Menschenmenge, die auf den Künstler schaut, ist für das Unterbewusstsein so etwas
    wie der Feind, vor dem man weglaufen sollte. Der Körper bereitet sich darauf vor in dem er sich für die
    Flucht bereit macht.
    Es könnten aber auch die vielen Augen Deines großen Clans sein, der Dich gleich beim Tanzen um das Feuer begleitet ...

    Auch so ein Verhalten kann man bei Rock-Konzerten und Co. sehen Und heißt es nicht "Fans (der Band)" anstelle von "Feinden (der Band)"?

    Wenn dem so ist ... dann könnte man ja auch versuchen, an diesen Instinkt der Ur-Zuneigung anzuknüpfen ;-)

  33. Nach oben    #32
    Avatar von Thaven
    aus 40 qm Deutschland
    429 Beiträge seit 11/2018
    Danke
    5
    Zitat Zitat von MS-SPO Beitrag anzeigen
    Es könnten aber auch die vielen Augen Deines großen Clans sein, der Dich gleich beim Tanzen um das Feuer begleitet ...

    Auch so ein Verhalten kann man bei Rock-Konzerten und Co. sehen Und heißt es nicht "Fans (der Band)" anstelle von "Feinden (der Band)"?

    Wenn dem so ist ... dann könnte man ja auch versuchen, an diesen Instinkt der Ur-Zuneigung anzuknüpfen ;-)
    Oh je, das erinnert mich mit Grausen an meinen Vater (Gott hab in selig), oder Verwandte, die immer wieder das eine 'Jagdstück' hören wollten, welches ich als Anfänger in meinen ersten Versuchen nach Noten zu spielen eingeübt und später gehasst habe..., oder später von Bekannten so Äußerungen, wie "spiel doch mal was von den Stones!", nachdem ich ein hochkomplexes selbst komponiertes Stück dargebracht hatte... :-(

    LG Tom

  34. Nach oben    #33
    Premium-Mitglied Avatar von MS-SPO
    aus Buchholz
    152 Beiträge seit 10/2017
    Danke
    12
    Zitat Zitat von Thaven Beitrag anzeigen
    Oh je, das erinnert mich mit Grausen an meinen Vater (Gott hab in selig), oder Verwandte, die immer wieder das eine 'Jagdstück' hören wollten, welches ich als Anfänger in meinen ersten Versuchen nach Noten zu spielen eingeübt und später gehasst habe..., oder später von Bekannten so Äußerungen, wie "spiel doch mal was von den Stones!", nachdem ich ein hochkomplexes selbst komponiertes Stück dargebracht hatte... :-(

    LG Tom
    Also, war wohl nicht so deutlich: Ich dachte an wohlgesonnene Mittänzer Baaa-diii On HeadBang. Delirium.


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