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Thema: Gutes Notationsprogramm gesucht

  1. #1

    Gutes Notationsprogramm gesucht

    Hallo!

    Gibt es eigentlich Notationsprogramme, bei denen man nichts nachbearbeiten muß? Ich habe Finale Songwriter, und nachdem ich das dann extra langsam eingespielt hatte, musste ich danach trotzdem die Noten editieren, da falsche Längen und Pausen (Achtel anstatt Viertel u.s.w.)
    Kann mir da jemand was empfehlen? Danke schon mal!

  2. Nach oben    #2
    Avatar von MS-SPO
    108 Beiträge seit 10/2017
    Danke
    7
    Das könnte unabhängig vom Programm an zwei Dingen liegen, die miteinander zusammenhängen:
    * am Spieler
    * an der Quantisierung.

    Wer nicht präzise wie eine Maschine spielt, erzeugt notwendigerweise kleine zeitliche Schwankungen darin, WANN eine Note kommt und WIE LANGE sie dauert. Das ist nicht nur schlecht, sondern macht Musik auch in bestimmten Grenzen lebendiger.

    Was soll jetzt ein Programm tun, in das Du direkt einspielst und das all diese Ereignisse in Noten umsetzt? Naja, es schreibt halt mit, WANN eine Note kommt und WIE LANGE sie dauert, und stellt das in Notenform dar.

    Programmierer lösten dieses Problem so, dass Nutzer die zeitliche Quantisierung vorgeben können. Hier ein Auszug aus der Kurzreferenz zu Finale Songwriter 2012:

    "B.
    Den kleinsten Notenwert einstellen

    Da eine Live-Einspielung selten perfekt ist, rundet SongWriter alle eingehenden Noten an einem kleinsten Notenwert,
    den Sie angeben können. Wenn z. B. Ihr Stück, das Sie einspielen möchten, keine Notenwerte kleiner als eine
    Achtelnote enthält, teilen Sie SongWriter den Wert einer Achtel als kleinsten Notenwert mit. Damit stellen Sie sicher,
    dass bei der Live-Einspielung keine 16tel-Noten (oder kleiner) in der Partitur erscheinen. Diese Einstellung nehmen
    Sie in der Dialogbox QUANTISIERUNGSeinstellungen vor"

    Wenn man dann die Noten in diesem Zeitfensterchen nicht zu falsch platziert und nicht zu kurz oder zu lange hält, dann ... kommen klasse Notenbilder dabei heraus. (Und vielleicht muss man seine Notation dann auch auf mehrere Dateien aufteilen, wenn es Teile mit sehr unterschiedlichen langen und kurzen Notenwerten gibt.)

    Zu "falsche Längen und Pausen (Achtel anstatt Viertel u.s.w.)": Das kann auch am Anschlag selbst liegen. So wie Du spielst, mag es zum Anhören gut sein. Für so ein Maschinchen hinter dem Progrämmchen könnte es sein, dass Du Deinen Anschlag leicht verändern musst. Wenn beispielsweise am Klavier der Finger nicht lange genug auf der Taste "liegt", dann mag es gut klingen (oder auch nicht wirklich) ... Notationsprogramme arbeiten hier auch mit Schwellwerten, weil's anders kaum geht: über einen Punkt hinausgedrückt beginnt die Note zeitlich, und wenn man diesen Punkt beim Loslassen wieder unterschreitet, endet sie zeitlich. Im Akustikklang ok, digital ausgwertet (ist die Taste über ODER unter dem Punkt) vielleicht zu kurz.

    Viel Erfolg, Michael


  3. Nach oben    #3
    Avatar von MS-SPO
    108 Beiträge seit 10/2017
    Danke
    7
    Und nun zur Tat!

    Ein Programmwechsel wird Dich nicht weiterbringen: Sie arbeiten alle vergleichbar beim Erkennen und Umsetzen zeitlicher Ereignisse (Tastenaktionen, Saitenbewegungen usw., was die MIDI-Welt so hergibt).

    Probiere verschiedene Quantisierungen UND Spielweisen aus, also Anschlagstärke und Anschlagdauer. In gewissen Grenzen wirst Du Deine Spielweise wohl einem Notationsprogramm anpassen müssen.

    Schaue in das Handbuch Deines MIDI-fähigen Instruments. Dort wird beschrieben sein, wie Du Anschlagcharakteristiken verändern kannst (linear, exponentioell, polynom usw.). Damit wollen Geräteherstellern sowohl den zarten Anschlägern als auch den Anschlaggorillas technisch die Möglichkeit geben, ihre Spielweise sinnvoll in elektronische Daten und Töne umzusetzen. - Damit kannst Du Deine Spielweise wieder etwas unabhängiger vom Notationsprogramm machen. (Und vielleicht musst Du dann 2 Charakteristiken verwenden, eine zum Spielen, eine zum aufzeichnen.)

    Also: Quantisierung x Anschlag x instrumentCharakteristik. Das ergibt viele Kombinationsmöglichkeiten. Einige davon werden sehr schlechte, einige gute bis sehr gute Ergebnisse bei der Notationsmitschrift ergeben

  4. Nach oben    #4
    Danke für die ausführlichen Infos, Michael!
    Ich hab mir fast schon gedacht, daß es kein Programm gibt, welches wirklich zu 100% das aufzeichnet, wie du es spielst...das wäre technisch kaum machbar, wie Du ja selbst erklärt hast. Bei mir gehts eigentlich nur, um das Festhalten von "kleinen Skizzen", d.h. so 3, 4 Takte, mehr nicht. Ich editiere dann halt die Noten per Hand. Sieht halt auf jeden Fall besser aus, als wenn ich sie von Hand schreibe...

  5. Nach oben    #5
    Avatar von MS-SPO
    108 Beiträge seit 10/2017
    Danke
    7
    Zitat Zitat von lemeill Beitrag anzeigen
    Danke für die ausführlichen Infos, Michael!
    Gerne

    Zitat Zitat von lemeill Beitrag anzeigen
    Ich hab mir fast schon gedacht, daß es kein Programm gibt, welches wirklich zu 100% das aufzeichnet, wie du es spielst...das wäre technisch kaum machbar, wie Du ja selbst erklärt hast.
    Kleiner Einspruch: Es zeichnet schon zu 100 % genau das auf, was es von Deinem Keyboard (oder anderen MIDI-Eingabegeräten) wahrnimmt.

    Versuch doch zuerst das einfachste Mittel, den Quantisierungswert im Finale Songwriter herunterzusetzen. Normalerweise steht der wohl auf 1/32-tel Noten. Spielst Du beispielsweise nur 1/8-tel Noten, dann macht der schon einmal 5/32-tel statt 4/32-tel daraus, je nachdem, wie lange Du eine Taste "wirklich" drückst. Und das sieht dann blöd aus, ebenso die einnotierten Pausen im 1/32-tel Raster.

    Wenn das nicht gut genug funktioniert, dann versuche die anderen beiden Vorschläge zusätzlich: a ) Anschlagart verändern, b ) Instrumenten-Charakteristik anpassen (steht im Handbuch für Dein Instrument).


    Um's nocheinmal zu verdeutlichen, was da passiert:
    * angenommen, Du spielst nur 1/8-tel Noten
    * klatschen würdest Du die gemütlich z.B. als 1 + 2 + 3 + 4 + (also 4 betonte und 4 unbetonte Geräusche im Wechsel)

    * "hören" tut Finale diese hektisch im 1/32-tel Raster, also 1 . . . + . . . 2 . . . + . . . 3 . . . + . . . 4 . . . + . . . (also 4-mal so oft ! )
    * und wenn da auch nur die leisesten Verzögerungen hineinkommen, dann wirds exakt zeitlich schräg notiert
    * diesen Effekt mildert ein langsameres 1/8-tel Raster weitestgehend (es liegen nicht mehr so viele Noten, Pausen und Notenlängen so daneben)

    Anschlagart (wie leichtes oder heftiges Anticken von Mitmenschen) und Charakteristik ("da musste schon mehr drücken") bestimmten diese Zeitpunkte eben mit, mal zum Guten, mal zum Schlechten.

    Viel Erfolg mit Deinen Takten, Michael

    P.S.: Vgl. auch die Kurzreferenz, Finale Songwriter, S. 15, letzte Zeile unten "Quantisierung" in https://www.klemm-music.de/download/...ferenz_Win.pdf .


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