MUSIC STORE LIG lightmaXX Deals

+ Auf Thema antworten
Ergebnis 1 bis 6 von 6

Thema: Soll ein- und dieselbe Band mehrere Musikrichtungen spielen?

  1. #1

    aus Niederösterreich
    55 Beiträge seit 12/2017

    Soll ein- und dieselbe Band mehrere Musikrichtungen spielen?

    Wurstel


    Es ist so, daß ich nicht sagen kann, daß ich ein Fan einer bestimmten Musikrichtung bin. Ich höre mir ziemlich viele Musikrichtungen an (Rock, Pop, Blues, Jazz, Sinfonien, Opern, Operetten, Punk, Elektro, Hip Hop, Rap, Liedermacher, Austropop, Heavy Metal, Schlager und Volksmusik). Darin unterscheide ich mich sicher von sehr vielen anderen Musikhörern.

    In den 1980ern wurde ich auf eine Wiener Rock-Schock-Band aufmerksam, deren Fan ich wurde und bin seit 1991 Akteur (Bühnenshow) dieser Band. Mir hat vor allem gefallen, daß diese Band unterschiedliche Musikrichtungen miteinander kombinierte (was keine andere mir bekannte Band machte). Und so wollte ich eigentlich auch bei meiner Band die verschiedenen Musikrichtungen miteinander kombinieren.

    Ab den frühen 90ern gab es in der nahen Kleinstadt Auftrittsmöglichkeiten, und da bildeten sich hier dann auch Bands, die eigene Nummern spielten. Ich habe mich dann an diese Musiker zwecks Bandgründung gewendet. Die fragten mich, welche Musikrichtung meine Band sein soll. Ich sagte, daß die Lieder unterschiedliche Musikrichtungen (die eine Nummer Hardrock, die nächste ein Blues, dann eine Nummer ähnlich Udo Lindenberg, dann eine Nummer ähnlich KRAFTWERK, dann wieder eine Black-Metal-Nummer, dann eine Jazznummer) sein soll. Mit einer derartigen Mischkulanz konnten die Musiker jedoch nichts anfangen und erklärten, daß sie jeweils nur eine Musikrichtung spielen (der eine Musiker Metal, der andere Jazz, der nächste Pop und so weiter). Sie empfahlen mir, mich an die Coverbands zu wenden, weil diese verschiedene Musikrichtungen spielen. Die Covermusiker sagten mir aber, daß sie keine Lieder komponieren und außerdem nur bekannte Lieder (also Hits) covern. (Ich hatte schon auch Covers vorgesehen, aber eher weniger bekannte Lieder wie z. B. "Daumen im Wind" von Udo Lindenberg.) Es wurde also mit diesen Musikern nichts daraus.

    Im Jahr 2009 gab es den ersten Auftritt meiner Band, der mit Berufsmusikern gespielt wurde. Da im Zeitraum von sieben Monaten nur sechs Proben möglich waren (mehr Zeit hatten die Musiker nicht), handelte es sich bei diesem Auftritt um ein reines Coverprogramm, das die Musikrichtungen Beat, Rock, Metal und Austropop enthielt. Für diesen Auftritt nahm ich Gesangsunterricht, und zwar bei drei Gesangslehrerinnen (der Rat, Gesangsunterricht zu nehmen, wurde mir im Usenet in einer Gruppe, wo Musiker diskutieren, gegeben). Eine der drei Gesangslehrerinnen war in den Bereichen Jazz und Singer-Songwriter tätig, und die ließ ich auch als Special Guest bei diesem Auftritt eine ihrer Nummern spielen. Unser Bassist (der der musikalische Leiter war) war dagegen, daß da eine Jazznummer gespielt wird und befürchtete, daß das Publikum geht, wenn so etwas gespielt wird; daher verlegte er den Auftritt meiner Gesangslehrerin (sie spielte auf einem E-Piano und hatte noch eine Frau mitgebracht, die sie auf einer E-Geige begleitete) in die Pause (ohne mir das vorher zu sagen, da hätte ich nicht zugestimmt). Dieser Bassist war überhaupt dagegen, daß ich zu drei Gesangslehrerinnen gleichzeitig gehe und wollte vor allem, daß ich die Jazz-Gesangslehrerin stanze, weil Jazz seiner Ansicht nach überhaupt nicht zu unserer Musik paßt. Mit diesen Berufsmusikern wurde aber nur dieser erste Auftritt meiner Band gespielt - nachher verließen mich diese Leute, weil ich sagte, in Zukunft nicht mehr soviel zahlen zu können (ich berichtete).

    Die CD, welche dann mit Studiomusikern eingespielt wurde, bietet sowohl Rocknummern als auch sehr ruhige Nummern (die man in den Bereich Ambient/Percussion rechnen kann).

    Dann gab es eine Formation, die aus einem Keyboarder, einem Percussionisten (der teilweise die Bassline auf einem zweiten Keyboard spielte) und einen Schlagzeuger bestand. In dieser Formation wurde der zweite Auftritt meiner Band gespielt. Diese Musiker waren alle aus Wien.

    Dann entdeckte mich (aufgrund meiner Diskussionen in einem Musikerforum) ein Gitarrist, der aus der Wiener Punk- und Rockszene kam. Der brachte dann die restlichen Musiker zu meiner Band. Dann erst wurden weitere Nummern aus meinen Texten komponiert, und es wurden dann (anfangs mit wechselnder Besetzung) mehrere Auftritte gespielt, wobei wir leider live nicht sehr aktiv sind. Auch diese und alle folgenden Musiker sind aus Wien.

    Unser Gitarrist schrieb die eine Nummer der CD, die nur mit Synthesizer gespielt war, um auf eine reine Hardrocknummer. (Paßt ja und funktioniert.) Unseren Keyboarder hat er leider rausgeekelt und gemeint, daß ein Keyboard nicht zu dem paßt, was wir machen.

    Aus der CD werden nur zwei Lieder gespielt zuzüglich der vom Gitarristen umgeschriebenen Nummer. Ich würde gerne auch die restlichen Nummern der CD spielen (vor allem die eine Nummer, die die rockigste von der CD ist und das Titellied), aber unser Gitarrist will das nicht. Beim Titellied handelt es sich um eine Nummer vom Jimi Hendrix mit neuem Text; die kann der Gitarrist nicht spielen, weil er kein Wah-Wah hat. Und die rockige Nummer ist ihm wohl zu kompliziert (da gibt's diverse Übergänge und verschiedene Riffs, Interludes und eine Bridge), die vom Gitarristen komponierten neuen Nummern sind sehr einfach gestrickt. Es gibt auch einige neue ruhige Nummern, die ja bei den Konzerten gespielt wurden. Allerdings meint unser Gitarrist, daß wir diese Nummern streichen und die ganze Zeit nur Vollgas geben sollten, weil das Publikum seiner Ansicht nach die ruhigen Nummern fad findet und dann den Saal verläßt.

    Ich habe einem Bekannten, dem meine CD gefällt, die neuen Nummern (mit meinem Handy gemachte Aufnahmen aus dem Proberaum) vorgespielt. Er meinte, das ist keine Musik, das ist nur Lärm. So spielen seiner Ansicht nach nur Schülerbands.

    Meine Frage ist nun, wie das wirklich mit den Musikrichtungen ausschaut. Bei meinen Texten ist es so, daß ich oft eine Situation beschreibe, in der ich bin oder war. Und meine Stimmung schlägt sich während dieser Situation um. Meiner Meinung nach sollte dieses Umschlagen auch musikalisch zum Ausdruck kommen. So habe ich eine Nummer geschrieben, die ruhig, ja traurig beginnt und dann in Zorn und Wut umschlägt, um dann aber wieder ruhig zu einem Abschluß zu kommen. Bei dieser Nummer wird zweimal die Musikrichtung gewechselt. Das schnupft unser Gitarrist gerade noch, allerdings wurde diese Nummer bei den letzten Auftritten leider nicht mehr gespielt, da sie der Gitarrist als fad empfindet. Bei einer weiteren Nummer will er, daß ich die dritte Strophe herausnehme, weil die Nummer zu lange ist. (Dann fehlt aber meiner Meinung nach der Sinn, diese Nummer ist nunmal 7 - 8 Minuten lang, weil sie soviel Text hat.)

    Als ich in einem Forum mal schrieb, daß meine Band (damals) keine spezielle Musikrichtung hat/haben soll, sondern die Musikrichtung oft im Lied geändert werden soll, meinten die Leute dort, daß das nichts werden kann, wenn ich nichtmal die Musikrichtung/den Musikstil meiner Musik angeben kann.

    Und ich muß auch sagen, daß ich eine Kombination verschiedener Musikrichtungen eigentlich nie bei anderen Bands (außer meiner und der Rock-Schock-Band) sehe. Normalerweise spielt die eine Band Hardrock, die andere spielt Austropop, wieder die nächste ist eine Jazzband und so weiter. Kombinationen gibt es lediglich bei den Coverbands, die naturgemäß Lieder verschiedener Bands (z. B. AC/DC, Wolfgang Ambros, DEEP PURPLE, Tina Turner, Rainhard Fendrich, Zillertaler Schürzenjäger, THE BEATLES, STS, THE ROLLING STONES, Hubert von Goisern oder CREAM) spielen.

    Muß sich eine Band mit ihren Liedern unbedingt auf eine einzige Musikrichtung festlegen?
    Ist es wirklich so schlecht, wenn eine Band mehrere Musikrichtungen miteinander kombiniert?

    Was meint Ihr dazu?


    Wurstel

  2. Nach oben    #2
    Premium-Mitglied Avatar von Sir Raven
    aus Berlin
    342 Beiträge seit 06/2011
    Danke
    7
    Hi Wurstel,

    stellst Du die Frage ernsthaft? Du machst Dir offensichtlich mehr Gedanken darüber, was Du vermeintlich nicht machen solltest, als darüber, welche Musik Du gerne machen würdest.

    Als einfachstes und populärstes Beispiel schlage ich Dir Udo Jürgens vor. Er hat sehr viele verschiedene Musikrichtungen gemacht und alle mit Bravour beherrscht. Man ahnt es kaum: Er hatte damit über vierzig Jahre lang großen Erfolg.

    Gruß
    Ted

    PS: Ich warte immer noch auf den öffentlichen Link Deiner Musik. Oder bevorzugst Du es weiterhin, Deine Musik geheim zu halten, während Du nach Möglichkeiten für mehr Erfolg fragst?

    99 % aller Leute, die sich als Produzenten bezeichnen, haben keinen Schimmer von der Arbeit eines Produzenten. Ich bin keiner.

  3. Nach oben    #3
    Premium-Mitglied Avatar von Moogman
    aus 63110 Rodgau
    585 Beiträge seit 11/2011
    Danke
    18
    Zitat Zitat von Wurstel Beitrag anzeigen
    Was meint Ihr dazu?
    Wurstel
    Du machst dir viel zu viele Gedanken.
    Es gab hunderte von berühmten Bands, die alles Mögliche querbeet gespielt haben.
    Ich sehe da kein Problem darin, wenn eine Rockband auch mal einen Blues oder eine Ballade spielt oder einen Song mit Raggae-Rhythmen, solange sie authentisch ist.
    Du bist ja ein etwas schräger Vogel (ich meine das aber jetzt nicht negativ) und drückst der Band als Frontmann sowieso deinen Stempel auf. Einzigartig genug seid ihr also und wenn ihr die Leute mit eurer Musik begeistern könnt, dann läuft das auch irgendwann.
    Du solltest dir ein paar Musiker suchen, die auch richtig Lust auf dein Projekt haben, dann geht ihr fleißig üben und wenn euer Programm sauber läuft, alles sitzt, dann spielt ihr möglichst viele Gigs.

    Spielen, spielen, spielen, anfangs auch mal ohne Gage -das wird der einzige Weg sein.
    Hab dir ja schon gesagt, das du eine Rampensau bist.
    fix it in the mix

  4. Nach oben    #4

    aus Niederösterreich
    55 Beiträge seit 12/2017
    Wurstel


    Es geht weniger darum, daß ich mir Gedanken über diese Frage stelle. Für mich ist klar, daß ich eine Kombination verschiedener Musikrichtungen haben will, da das meiner Ansicht nach zumindest zu einem Teil meiner Texte paßt.

    Es ist allerdings so, daß der Gitarrist der Ansicht ist, daß wir nur mehr die Rocknummern, bei denen ordentlich Gas gegeben wird, spielen sollen. Beim letzten Auftritt am 24. August 2018 hat er sich ganz einfach geweigert, die etwas ruhigeren Nummern zu spielen und setzte gleich mit dem nachfolgenden Lied fort. Er meinte, daß uns das Publikum abspringt, wenn wir da plötzlich mit dem Druck aufhören. In der letzten Zeit habe ich oft mit ihm darüber diskutiert. Er bleibt bei seiner Meinung, daß man nur mit Druck und aggressiven Liedern das Publikum kriegt.

    Meine Frage ist, wie ich den Gitarristen überzeugen kann.
    Welche Gegenargumente könnte ich bringen?


    Wurstel

  5. Nach oben    #5
    Premium-Mitglied Avatar von Sir Raven
    aus Berlin
    342 Beiträge seit 06/2011
    Danke
    7
    Zitat Zitat von Wurstel Beitrag anzeigen
    Meine Frage ist, wie ich den Gitarristen überzeugen kann.
    Genau hier liegt meiner Meinung nach das Problem. Der Gitarrist hat sich gefälligst an Playlists, Arrangements usw. zu halten. Entweder es wird alles gemeinsam entschieden oder einer gibt alles vor. In beiden Fällen steht es niemandem zu, willkürlich während des Auftrittes etwas zu ändern. Der Gitarrist will offensichtlich alles alleine entscheiden. Wenn er nicht selbst kapiert, dass es so unmöglich funktionieren kann, wirst Du ihn auch nicht überzeugen können. Da er und der Drummer ein Team sind, wird das irgendwann dazu führen, dass Du aus Deiner eigenen Band fliegst. Sprich mal Tacheles mit dem Gitarristen, sag ihm, dass er sich so nicht verhalten kann. Wenn das nicht fruchtet, wirst Du Dich von Deinen Musikern trennen müssen. Ich mache sehr gerne Musik und stehe noch lieber auf der Bühne, aber in solch einer Situation ist es einfach gesünder, eine Pause zu machen bis man andere Musiker gefunden hat. Dann muss man eben alle Möglichkeiten ausschöpfen, angefangen mit der hiesigen Musiker-Börse bis zu Anzeigen in Musik-Fachzeitschriften.

    Wenn alles nicht klappt, musst Du eben doch selbst Musik machen und die bei Deinen Auftritten vom Band laufen lassen. Das wirst Du hinbekommen, ist alles kein Hexenwerk. Während der Auftritte kannst Du ja anmerken, dass Du Musiker suchst, so haben viele Bands Mitglieder gefunden.

    Gruß
    Ted
    99 % aller Leute, die sich als Produzenten bezeichnen, haben keinen Schimmer von der Arbeit eines Produzenten. Ich bin keiner.

  6. Nach oben    #6
    Premium-Mitglied Avatar von Moogman
    aus 63110 Rodgau
    585 Beiträge seit 11/2011
    Danke
    18
    Zitat Zitat von Wurstel Beitrag anzeigen
    Meine Frage ist, wie ich den Gitarristen überzeugen kann.
    Welche Gegenargumente könnte ich bringen?
    DU bist der Chef.
    Gegenargument: Wenn es dir nicht passt, dann kannst du ja gehen.
    Da draußen gibt es überall genug Gitarristen, die sich die Finger danach lecken würden, um mit dir gemeinsam auf der Bühne zu stehen zu können.

    fix it in the mix

+ Auf Thema antworten

Ähnliche Themen

  1. Interessierte und Musiker aus allen Musikrichtungen für einen guten Zweck
    Von Michahandicap im Forum Produzent/Veranstalter sucht Band/Musiker
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 04.07.2016, 06:19
  2. Mehrere Quellen zusammenfassen
    Von Blizzbob im Forum Equipment, PA & Bühnentechnik
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 17.11.2014, 13:44
  3. Musikproduktionen in versch. Musikrichtungen
    Von Ron Paul im Forum Produzent/Veranstalter sucht Band/Musiker
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 18.12.2013, 11:09
  4. Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 21.02.2011, 14:18
  5. Welches Instrument soll ich spielen?
    Von Cecil im Forum Allgemeines Musikerforum
    Antworten: 8
    Letzter Beitrag: 12.10.2010, 21:41

Lesezeichen für Soll ein- und dieselbe Band mehrere Musikrichtungen spielen?

Lesezeichen