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Thema: CD bei Konzerten verkaufen, wenn Musikrichtung geändert wurde?

  1. #1

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    CD bei Konzerten verkaufen, wenn Musikrichtung geändert wurde?

    Wurstel


    Zunächst meine Frage in Kurzfassung, anschließend die etwas längere Erklärung, wieso sich mir diese Frage überhaupt stellt und wie es zu dieser Situation gekommen ist.

    Es ist ja so, dass eine eher unbekannte Band ihre CDs in der Regel nicht in den Geschäften, sondern bei ihren Liveauftritten verkauft. Was aber, wenn sich der Stil der Band geändert hat und die Musik live nun ganz anders ist als auf der CD? Soll die Band dann die CD bei ihren Konzerten noch verkaufen oder besser nicht?

    Jetzt zum Hintergrund meiner Frage:

    Im Jahr 2009 gab es den ersten Auftritt meines Bandprojektes. (Ich nannte es von vornherein Band, die damaligen Musiker bezeichneten es hingegen als Projekt.) Befreundete Berufsmusiker hatten mir zugesagt, dass wir miteinander auftreten. Allerdings mußte ich den Musikern ein Probengeld und eine Auftrittsgage zahlen, was nicht gerade wenig war. Es gab (in einem Zeitraum von etlichen Monaten) leider nur sechs Proben und dann den Auftritt. Ich mußte nicht nur die Musiker bezahlen, sondern auch eine PA in den Saal reinstellen. Der Auftritt war ein finanzieller Verlust (um nicht zu sagen ein Desaster). Ich bot dann den Musikern an, dass ich ihnen für zukünftige Auftritte zwar schon eine Gage zahlen kann, aber nicht mehr soviel (ich habe ihnen vorgeschlagen, zukünftig 100 - 150 Euro pro Musiker und Gig zu zahlen, aber kein Probengeld). Das lehnten die Musiker ab, weil ihnen der Betrag viel zuwenig war, daher haben sie mich dann verlassen. (Obendrein wurden beim ersten Auftritt nur Covers gespielt, da diese Musiker keine Zeit hatten, aus meinen Texten Lieder zu komponieren.)

    Dann schlug mir ein prominenter Musiker vor, eine CD zu machen. Einerseits zum Zweck des Verkaufes, andererseits zwecks Musikersuche. Es wurden dann aus meinen Texten sechs Lieder komponiert und erst im Studio ausgearbeitet, die musikalisch recht unterschiedlich waren. Dieser prominente Musiker erreichte aufgrund seiner Beziehungen, dass ich einen Bandübernahmevertrag bei einer Plattengesellschaft bekam; allerdings mußte ich die Produktion und die Studiomusiker und die Gestaltung von Cover und Textheft selber bezahlen (die Plattengesellschaft übernahm lediglich die Kosten für die Herstellung der CDs inkl. Druck des 16seitigen Textheftes und die Jewelcases). Der Plattenboß wollte dann noch den Text eines Fernsehinterviews von mir und auch Gedichte von mir auf die CD haben, damit sie als Full-Length-CD verkauft werden kann. Ich habe dann durchgesetzt, dass zu zwei meiner Gedichten noch eine Musikuntermalung komponiert wird, damit die CD nicht fad wird. Leider ließ die Plattengesellschaft nur 500 Stück der CD herstellen, sodass ein Gewinn von vornherein unmöglich war (meine Produnktionskosten beliefen sich auf 15.000 Euro); weiters hat die Plattengesellschaft die CDs praktisch nur an mich verkauft (sie hatte so schlechte Konditionen, dass kein Plattengeschäft sie in ihr Sortiment nahm, ausgenommen von 5 Stück, die eine Kette gekauft hat). Nach zwei Jahren teilte mir die Plattengesellschaft mit, dass sie die CD aus ihrem Sortiment nimmt und bot mir an, die restlichen CDs zu kaufen, andernfalls sie vernichtet werden. Also kaufte ich fast die gesamte Produktion. Auftritte gab es in der Zeit, als die CD angeboten wurde, nicht, da ich keine Musiker hatte.

    Erst später haben sich Musiker eingefunden, und schön langsam kam meine Band ins Rollen, anfangs nur sehr zögerlich. Seit etwa zwei Jahren sind wir eine Band mit gleichbleibender Besetzung. Unser Gitarrist hat eine Nummer von der CD umgeschrieben. (Ursprünglich war das ein Gedicht, welches mit Synthesizerklängen untermalt ist. Jetzt ist es eine Metalnummer.) Er veränderte auch zwei andere Lieder von der CD; die restlichen Nummern der CD werden (leider) nicht gespielt, weil unser Gitarrist der Meinung ist, dass diese nicht zu uns passen und außerdem viel zu fade sind.

    Ich möchte ja die CD bei den Auftritten verkaufen, aber unser Gitarrist sagt, das soll ich nicht machen, da auf der CD eine ganz andere Musik ist als wir mittlerweile spielen. Er meint, dass die Leute enttäuscht wären, wenn sie beim Konzert die CD kaufen und da dann etwas ganz anderes drauf ist als live gespielt wird. (Seiner Ansicht nach ist das ungefähr so, wie wenn man auf ein Konzert von IRON MAIDEN geht, und die CD klingt dann nach ALAN PARSONS PROJECT.)

    Ja, was sagt Ihr zu diesem Thema?

    Auf der CD sind verschiedene Musikrichtungen, von rockig wie DEEP PURPLE oder JIMI HENDRIX EXPIERIENCE bis zu ruhigen Nummern, die nur Baß und mit Beserl gespieltem Schlagzeug oder nur mit Percussions oder mit einem Synthesizer gespielt sind. Live ist es derzeit doch eher im Metal- oder Punkbereich anzusiedeln (wenn man davon absieht, dass die Lieder aufgrund meiner Texte meist recht lange sind).

    Ist es unter diesen Umständen keine gute Idee, die CD bei den Konzerten zu verkaufen?


    Wurstel

  2. Nach oben    #2
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    wegschmeißen oder verschenken Gerhard...


  3. Nach oben    #3
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    Würde ich auch nicht mehr verkaufen...

    gruß Calacirya

  4. Nach oben    #4

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    Wurstel


    Also, für mich kommt es nicht in Frage, die restlichen CDs zu verschenken oder zu vernichten. Dafür war die Produktion zu teuer; außerdem ist sie ja immerhin der einzige offizielle Tonträger meiner Band. Weiters sitzt mir meine Familie im Genick und verlangt, dass ich die Kosten des ersten Auftrittes (aus dem Jahr 2009) und die Kosten der Produktion (letztere natürlich durch den Verkauf der CDs) wieder hereinbringe.

    Ich wollte ja ursprünglich, dass 2.000 CDs hergestellt werden; dann wäre der Einstandspreis pro CD (nach einer damaligen Kalkulation, später wurden die Kosten leider noch höher) bei knapp 6 Euro gewesen. Bei den Konzerten in Wien verkaufen die eher unbekannten Bands ihre CDs (aus dem Preßwerk) in der Regel für 10 Euro - in meiner Gegend verkaufen die hiesigen Bands ihre selbstgebrannten und mit vom Tintendrucker bedruckten CD-Etiketten beklebten CDs bei ihren Konzerten um 3 Euro. Obwohl ich verlangte, dass die Plattengesellschaft wenigstens 2.000 Stück (besser noch mehr) herstellt, hat sie nur 500 Stück gemacht - ich habe auch nicht die Aufnahmen der CD (also die ungemasterten bzw. gemasterten Spuren) bekommen, sondern die Ergebnisse nur auf gebrannten Audio-CDs, und auch die Druckdaten liegen mir nicht in für Druckereien geeigneter Form vor (sie wurden mir nur im .jpg-Format gesendet).

    Meiner Ansicht nach wäre das Wiederhereinbringen der Produktionskosten (wie es meine Familie verlangt) nur dann möglich, wenn eine ausreichend große Stückzahl der CD hergestellt wird (was natürlich eine weitere Investition meinerseits bedeuten würde), damit sie zu einem brauchbaren Preis verkauft werden kann. Aber wo kann ich die CD verkaufen, wenn ich es bei den Konzerten nicht soll? (Okay, ich habe einige CDs in Lokalen oder in der Eisenbahn verkauft, nachdem ich mit den Leuten ins Reden gekommen bin.)


    Wurstel

  5. Nach oben    #5
    Avatar von Calacirya
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    Verständlich.
    Dann würde ich die Käufer aber drauf hinweisen dass sich das Repertoire verändert hat.
    Ansonsten kann man nur sagen: Pech gehabt. So was ist halt unternehmerisches Risiko.

    Ich habe meine CDs immer selbst aufgenommen, gemixt und tatsächlich auch selbst bedruckt (mit dem Canon Pixma geht das sehr gut), das ist zwar Fummelsarbeit, das Zuschneiden, aber für 10 Euro zu verkaufen, geht das so gerade noch. Ich wollte aber auch nie groß Kohle machen sondern einfach nur meine Musik verkaufen.

    Kommt immer drauf an, was man so will, mit seiner Musik. Das Geldverdienen stand bei mir nicht an erster Stelle. Wenn ich das Geldverdienen an die erste STelle setzen würde, würde ich auch damit leben müssen, halt mal falsch kalkuliert zu haben, so wie es nun bei Dir der Fall ist.

    Mit freundlichen Grüßen Calacirya

  6. Nach oben    #6

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    Wurstel


    Naja, mir ging es auch nicht ums Geldverdienen. Für mich ist die Musik ein Hobby, ich stehe gerne auf der Bühne. Zum Geldverdienen habe ich einen Job.

    Meine Familie sieht das aber leider total anders. Vor allem mein Schwager ist der Ansicht, dass man auch mit einem Hobby Geld verdienen muß bzw. wenigstens keines ausgeben, das nicht wieder reinkommt. Er war Produktmanager einer größeren Firma (allerdings nicht im Musikbereich). Er wirft mir vor, dass das, was ich mache, fahrlässige wenn nicht sogar betrügerische Krida ist, wenn ich da Unternehmungen mache, bei denen von vornherein feststeht, dass ich da nur Verluste mache.

    Das Problem ist, dass es in meiner Familie (ja, in unserer ganzen Sippe) niemanden gibt, der sich mit Musik, Theater oder Film beschäftigt; es gibt da auch keinen Maler (außer einen Maler und Anstreicher). Daher kennt sich meine Familie mit diesen Dingen überhaupt nicht aus. Mein Schwager sieht das Spielen in einer Band dergestalt, dass er meint, ich wäre bei der Band angestellt, daher kommt er mir immer wieder mit dem Argument, dass das eine Nebenbeschäftigung ist, die dem Finanzamt gemeldet werden muß wegen der Lohnsteuer und dass die Band mich ja auch bei der Sozialversicherung anmelden muß. (Bei meinem Job wurde ich selbstverständlich vom Dienstgeber angemeldet.) Da aber die Band mich nicht angemeldet hat, betrachtet er meine dortige Tätigkeit als Schwarzarbeit. Naja, wenn sich wer nicht auskennt...


    Wurstel

  7. Nach oben    #7
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    Zitat Zitat von Wurstel Beitrag anzeigen
    Obwohl ich verlangte, dass die Plattengesellschaft wenigstens 2.000 Stück (besser noch mehr) herstellt, hat sie nur 500 Stück gemacht - ich habe auch nicht die Aufnahmen der CD (also die ungemasterten bzw. gemasterten Spuren) bekommen, sondern die Ergebnisse nur auf gebrannten Audio-CDs, und auch die Druckdaten liegen mir nicht in für Druckereien geeigneter Form vor (sie wurden mir nur im .jpg-Format gesendet).

    Meiner Ansicht nach wäre das Wiederhereinbringen der Produktionskosten (wie es meine Familie verlangt) nur dann möglich, wenn eine ausreichend große Stückzahl der CD hergestellt wird (was natürlich eine weitere Investition meinerseits bedeuten würde), damit sie zu einem brauchbaren Preis verkauft werden kann. Aber wo kann ich die CD verkaufen, wenn ich es bei den Konzerten nicht soll? (Okay, ich habe einige CDs in Lokalen oder in der Eisenbahn verkauft, nachdem ich mit den Leuten ins Reden gekommen bin.)
    WER soll die 2000 CDs denn kaufen?
    Sei doch froh, das es nur 500 sind, die du jetzt mehr oder weniger in die Tonne treten kannst.
    Das Ding ist eigentlich gelaufen, das solltest du einfach so akzeptieren.
    Du kannst natürlich auch noch die alten CDs verkaufen, wenn du darauf hinweist, das es eine etwas andere Musik ist.
    Ich verkaufe meine CDs für € 15,00 bei den Konzerten, darüber hat sich noch niemand beschwert.
    Meine älteren CDs gebe ich dann etwas günstiger ab, meistens für € 10,00.
    Was deine Familie verlangt ist wohl kaum möglich, ich verstehe auch nicht, warum du solche Summen verbrennst.
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  8. Nach oben    #8

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    CD-Produktion muss nicht teuer sein

    Ich würde es auch als teures Lehrgeld abschreiben, es hat die letzten 9 Jahre kein Geld eingebracht, das wird sich auch höchstwahrscheinlich nicht mehr ändern.
    Kann dir nur den Tipp geben beim nächsten mal etwas umsichtiger zu kalkulieren oder Kompromisse einzugehen. Mache selbst Musik auch nur noch als reines Hobby, wollte aber unbedingt mal eine gepresste CD meiner Songs haben. Also hab ich mir als Ziel gesetzt alles selbst zu machen, Songwriting, Aufnahme, Mix, Master, Presswerkvorbereitung, Cover, usw... und am Ende hab ich das DDP ans Presswerk geschickt. Es ist nach meinem empfinden eine CD herausgekommen die sich für ein Amateurhomestudio hören lassen kann, habe das Beste für DIY in Kombi mit meinen aktuellen Kenntnissstand rausgeholt. Habe für meines Soloprojektes ziemlich genau 0,99€ pro CD an "externen" Kosten gehabt für 500 Stück (und ich bin sehr zufrieden). Auch hier hätte ich am liebsten ein Digipack mit schönem Booklet mir herstellen lassen, aber das hätte einfach sämtliches Budget überschritten. Gehe auch nicht davon aus die Ausgaben wieder reinzuholen, ist aber bei mir auch geplant und gewollt, wenn es unerwartet doch anders kommt freu ich mich.

  9. Nach oben    #9

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    zur Produktion dieser CD

    Wurstel


    Zitat Zitat von Moogman Beitrag anzeigen
    WER soll die 2000 CDs denn kaufen?
    Sei doch froh, das es nur 500 sind, die du jetzt mehr oder weniger in die Tonne treten kannst.
    Naja, ich habe immer wieder mal CDs in der Eisenbahn und in der U-Bahn verkauft. (Da gab es schon mal ein Problem mit einem Fahrscheinkontrollor, der was dagegen hatte, dass ich meine CD verkaufe, was ich als Frechheit empfinde.)

    Ich meine, dass sich die Plattengesellschaft ungünstig verhalten hat.

    Ich wollte ursprünglich eine Maxi-CD (eventuell auch als Maxi-Single) mit drei Liedern herausbringen. Im Studio wurden dann fünf Lieder (darunter eine Bearbeitung, also ein bekanntes Lied mit einem neuen Text) aufgenommen; zusätzlich hat der Produzent quasi als Geschenk noch eines meiner Gedichte aufgenommen und mit einer Klanguntermalung durch einen Synthesizer versehen. Weiters ließ ich ein Cover (der Produzent hatte da eine hervorragende Idee, das wäre ein Blickfang gewesen) ausarbeiten und ein vierseitiges Textheft. Mit diesem Material gingen wir zur Plattengesellschaft.

    Dem Plattenboß gefiel das Material, und er meinte, dass er die CD in sein Repertoire aufnehmen will. Ich las ihm auch einige Gedichte von mir vor und spielte ihm auch ein Interview vor, das ich mal im Fernsehen (bei einem Privatsender) gegeben hatte (Interview ist gut, es war eine Abhandlung über ein bekanntes Gericht). Dieses Interview wollte der Plattenboß unbedingt auf der CD haben und auch einige Gedichte, damit die CD als Full-Length-CD verkauft werden kann. Da meinte ich, dass das dann fad wird und verlangte, dass wenigstens bei zwei Gedichten noch eine Klanguntermalung gemacht wird, also gingen wir dann nochmal ins Studio. Da ich auch die Texte der Gedichte auf der CD haben wollte und die Schrift auf dem vierseitigen Textheft ohnehin viel zu klein war, wurde dann ein 16seitiges farbiges Textheft (natürlich hochglanzkaschiert) gemacht. Die Grafikerin machte dann mehrere Entwürfe für das Cover. Dummerweise wählte der Plattenboß dasjenige aus, das mir am wenigsten gefiel, es ist meiner Meinung nach nichtssagend und viel zu grell; aber der Plattenboß bestand auf diesem Cover, daher kamen die guten Entwürfe halt ins Textheft.

    Weiters gibt es ein Lied auf der CD, mit dem ich eigentlich nicht zufrieden bin. Als ich den mit Baß und Schlagzeug gespielten Entwurf hörte, paßte der ja (immerhin wurde mein Sprechgesang durch eine Sängerin [gedoubled] unterstützt), aber ich dachte, dass er noch ausgearbeitet und mit weiteren Instrumenten versehen wird, was dann nicht erfolgte und ich erst erfahren habe, als es schon zu spät war, daher wird diese recht lange Nummer allgemein als sehr fade betrachtet.

    Der Gipfel war dann aber die Vermarktung:
    Zwar nahm die Plattengesellschaft die CD in ihren Vertrieb und bot die CD zum Download auch in Japan an (ich fand Angebote für meine CD hauptsächlich auf japanischen Seiten), aber der Preis für den Download war viel zu hoch. Und ich fand die CD auch in keinem Plattengeschäft. Als Grund dafür wurde mir von den Händlern die ungünstigen Bedingungen dieser Plattengesellschaft genannt - CDs von unbekannten Interpreten werden nur mehr auf Kommission genommen, die Plattengesellschaft bot die CD aber nur zum Kauf (zum Händlerabgabepreis von EUR 10,50 zuzüglich 20 % Umsatzsteuer) und nicht auf Kommission an, was zur Folge hatte, dass lediglich eine einzige Kette fünf Stück kaufte.

    Die ersten 50 Stück habe ich mir geholt - da war noch keine Rede davon, dass ich diese bezahlen mußte. Doch plötzlich erhielt ich eine Rechnung - auch ich mußte EUR 10,50 zuzüglich USt für meine eigene CD bezahlen. Gleichzeitig erhielt ich den Bandübernahmevertrag, demnach die Plattengesellschaft auf der nächsten Produktion meiner Band die Hand drauf hat und die Band außerdem 30 Jahre lang an diese Plattengesellschaft gebunden ist.

    Wenn wir jetzt eine CD produzieren, dann sind wir an diesen Vertrag gebunden. Das sehen allerdings meine Mitmusiker anders; sie sagen, dass sie diesen Vertrag nicht unterschrieben haben und daher nicht daran gebunden sind, außerdem erfolgte die CD-Produktion ja zu einem Zeitpunkt, wo ich die Musiker noch gar nicht gekannt hatte. Sie zweifeln auch, dass der Vertrag überhaupt rechtens ist.

    Zitat Zitat von Moogman Beitrag anzeigen
    Das Ding ist eigentlich gelaufen, das solltest du einfach so akzeptieren.
    Meine Familie will ja nicht, dass ich Musik mache. Sie nahm diese Sache zum Anlaß, beim zuständigen Bezirksgericht mehrfach vorstellig zu werden und verlangte, dass mir die Geschäftsfähigkeit entzogen werde und meine Schwester als Sachwalterin eingesetzt werde. Das hat allerdings nicht funktioniert - aufgrund der CD-Produktion (und weil ich dafür Geld verwendet habe, das aus dem Erbe meiner Mutter stammt und für die Erhaltung unseres [nunmehr meines] Hauses vorgesehen war) konnte sie jedoch erreichen, dass ich in meiner Geschäftsfähigkeit eingeschränkt bin; es ist aber zum Glück keine Besachwaltung, sondern nur eine Einschränkung beim Abheben von Bargeld.

    Mein Schwager kritisiert auch, dass ich von den Studios keine Rechnung erhalten habe. Mir wurde seitens des Produzenten gesagt, dass die Produktion dann wesentlich teurer gewesen wäre, denn da wären zumindest die Steuern noch draufgekommen. Außerdem habe man mir ja einen extrem niedrigen Stundensatz verrechnet, weshalb darüber Stillschweigen geboten ist - das Studio befürchtet, sich andernfalls seine Preise zusammenzuhauen (à là "der hat aber viel weniger gezahlt!").

    Zitat Zitat von Moogman Beitrag anzeigen
    Du kannst natürlich auch noch die alten CDs verkaufen, wenn du darauf hinweist, das es eine etwas andere Musik ist.
    Ich verkaufe meine CDs für € 15,00 bei den Konzerten, darüber hat sich noch niemand beschwert.
    Meine älteren CDs gebe ich dann etwas günstiger ab, meistens für € 10,00.
    In meiner Gegend wollten mir die Leute nur 3 Euro dafür geben, weil die hiesigen Bands ihre CDs auch zu diesem Preis verkaufen. Daß es sich bei deren CDs aber um im Proberaum (eher in der Garage) mit einem Laptop mit dem eingebauten Mikrofon aufgenommenes und dann am Computer gebranntes und einfach mit einem Drucker beschriftetes (in der Regel mit Hilfe von Klebeetiketten) Material ohne Textheft, bei meiner CD aber um eine professionelle Produktion eines bekannten Produzenten mit gemischtem und gemastertem ordentlich gepreßtem Material mit 16seitigem von einer auf Derartiges spezialisierten Druckerei hergestelltem Textheft handelt, sehen diese Leute anscheinend nicht. (Ich meine, man kann doch auch nicht einen Skoda mit einem Ferrari vergleichen.)

    Zitat Zitat von Moogman Beitrag anzeigen
    Was deine Familie verlangt ist wohl kaum möglich, ich verstehe auch nicht, warum du solche Summen verbrennst.
    Vor allem mein Schwager sagt, dass das in ein Produkt reingestecktes Geld auf jeden Fall wieder reinkommen muß, sonst ist man Kandidat beim Konkursrichter. (Ich bin nichts schuldig geblieben, nur war mein Konto dann [auch aufgrund anderer Unbilden] jahrelang bis zum Anschlag überzogen.)

    Und dass die Produktion so teuer wird, war nicht vorherzusehen. Ich bin anfangs von etwa 3.000 Euro ausgegangen...

    Es gab übrigens später noch Schwierigkeiten wegen des auf der CD befindlichen Interviews. Der Plattenboß hatte es trotz meines ausdrücklichen Hinweises verabsäumt, sich mit dem Regisseur der Fernsehsendung bezüglich der Rechte am Interview ins Benehmen zu setzen, was dann mir als Urheberverletzung angelastet wurde...


    Wurstel
    Geändert von Wurstel (01.05.2018 um 13:56 Uhr) Grund: letzten Absatz hinzugefügt

  10. Nach oben    #10
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    Zitat Zitat von Wurstel Beitrag anzeigen
    Naja, ich habe immer wieder mal CDs in der Eisenbahn und in der U-Bahn verkauft. (Da gab es schon mal ein Problem mit einem Fahrscheinkontrollor, der was dagegen hatte, dass ich meine CD verkaufe, was ich als Frechheit empfinde.)
    Die U-Bahn ist doch kein Marktplatz. Die meisten Leute wollen nur damit von A nach B kommen und nicht mit den Offerten deiner CD vollgelabert werden, was ja auch verständlich ist. Das ist unhöflich und würde mir auch auf den Keks gehen.

    Zitat Zitat von Wurstel Beitrag anzeigen
    Ich wollte ursprünglich eine Maxi-CD (eventuell auch als Maxi-Single) mit drei Liedern herausbringen. Im Studio wurden dann fünf Lieder (darunter eine Bearbeitung, also ein bekanntes Lied mit einem neuen Text) aufgenommen; zusätzlich hat der Produzent quasi als Geschenk noch eines meiner Gedichte aufgenommen und mit einer Klanguntermalung durch einen Synthesizer versehen ...

    ... Dummerweise wählte der Plattenboß dasjenige aus, das mir am wenigsten gefiel, es ist meiner Meinung nach nichtssagend und viel zu grell; aber der Plattenboß bestand auf diesem Cover, daher kamen die guten Entwürfe halt ins Textheft.
    DU hast den ganzen Krempel mit 15.000 Euro doch eh schon bezahlt, also kannst DU ganz alleine entscheiden, wo es lang geht und niemand anderes sonst.

    Zitat Zitat von Wurstel Beitrag anzeigen
    Die ersten 50 Stück habe ich mir geholt - da war noch keine Rede davon, dass ich diese bezahlen mußte. Doch plötzlich erhielt ich eine Rechnung - auch ich mußte EUR 10,50 zuzüglich USt für meine eigene CD bezahlen.
    Sehr kurios, aber Verträge sollte man auch durchlesen, bevor man sie unterschreibt.

    Zitat Zitat von Wurstel Beitrag anzeigen
    Wenn wir jetzt eine CD produzieren, dann sind wir an diesen Vertrag gebunden. Das sehen allerdings meine Mitmusiker anders; sie sagen, dass sie diesen Vertrag nicht unterschrieben haben und daher nicht daran gebunden sind, außerdem erfolgte die CD-Produktion ja zu einem Zeitpunkt, wo ich die Musiker noch gar nicht gekannt hatte. Sie zweifeln auch, dass der Vertrag überhaupt rechtens ist.
    Neuer Name = neue Band -fertig. Dann dürfte der Vertrag nicht mehr greifen.

    Zitat Zitat von Wurstel Beitrag anzeigen
    Meine Familie will ja nicht, dass ich Musik mache. Sie nahm diese Sache zum Anlaß, beim zuständigen Bezirksgericht mehrfach vorstellig zu werden und verlangte, dass mir die Geschäftsfähigkeit entzogen werde und meine Schwester als Sachwalterin eingesetzt werde. Das hat allerdings nicht funktioniert - aufgrund der CD-Produktion (und weil ich dafür Geld verwendet habe, das aus dem Erbe meiner Mutter stammt und für die Erhaltung unseres [nunmehr meines] Hauses vorgesehen war) konnte sie jedoch erreichen, dass ich in meiner Geschäftsfähigkeit eingeschränkt bin; es ist aber zum Glück keine Besachwaltung, sondern nur eine Einschränkung beim Abheben von Bargeld.
    Kann ich nix zu sagen, kenne deine Situation nicht.

    Zitat Zitat von Wurstel Beitrag anzeigen
    Mein Schwager kritisiert auch, dass ich von den Studios keine Rechnung erhalten habe. Mir wurde seitens des Produzenten gesagt, dass die Produktion dann wesentlich teurer gewesen wäre, denn da wären zumindest die Steuern noch draufgekommen. Außerdem habe man mir ja einen extrem niedrigen Stundensatz verrechnet, weshalb darüber Stillschweigen geboten ist - das Studio befürchtet, sich andernfalls seine Preise zusammenzuhauen (à là "der hat aber viel weniger gezahlt!").
    Naja, das ist doch eher so, das die sich die Kohle schwarz in die Tasche geschaufelt haben,

    Zitat Zitat von Wurstel Beitrag anzeigen
    In meiner Gegend wollten mir die Leute nur 3 Euro dafür geben, weil die hiesigen Bands ihre CDs auch zu diesem Preis verkaufen.
    Wenn es danach geht, was die Leute geben WOLLEN, kannst du deine CDs gleich verschenken und noch 5 Euro gratis dazulegen.
    Was Andere dafür nehmen spielt doch keine Rolle und sollte dich nicht interessieren. Mache einfach deinen Preis und fertig.
    Ich nehme beispielsweise für eine aktuelle CD € 15,00 und liege damit im Mittelfeld, meine älteren sind etwas günstiger und die gebe ich dann für einen Zehner ab.

    Zitat Zitat von Wurstel Beitrag anzeigen
    Vor allem mein Schwager sagt, dass das in ein Produkt reingestecktes Geld auf jeden Fall wieder reinkommen muß, sonst ist man Kandidat beim Konkursrichter.
    Dein Schwager ist ein Dummschwätzer. Man kann bei einer Musikproduktion nie vorher wissen, wie die CD bei den Leuten ankommt und wie sie sich dann verkauft. Das sind ja schließlich keine Brötchen.

    Zitat Zitat von Wurstel Beitrag anzeigen
    Und dass die Produktion so teuer wird, war nicht vorherzusehen. Ich bin anfangs von etwa 3.000 Euro ausgegangen...
    Dein Fehler. Man läßt sich doch vorher ein schriftliches Angebot machen, wo der Leistungsumfang aufgeführt ist und mehr wird nicht bezahlt. Das weiß man vorher, wenn man nicht pennt.

    Zitat Zitat von Wurstel Beitrag anzeigen
    Es gab übrigens später noch Schwierigkeiten wegen des auf der CD befindlichen Interviews. Der Plattenboß hatte es trotz meines ausdrücklichen Hinweises verabsäumt, sich mit dem Regisseur der Fernsehsendung bezüglich der Rechte am Interview ins Benehmen zu setzen, was dann mir als Urheberverletzung angelastet wurde...
    Das hast du natürlich nicht schriftlich gemacht, also bist du auch daran selber schuld.
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  11. Nach oben    #11

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    Zitat Zitat von StrangeLove Beitrag anzeigen
    Ich würde es auch als teures Lehrgeld abschreiben, es hat die letzten 9 Jahre kein Geld eingebracht, das wird sich auch höchstwahrscheinlich nicht mehr ändern.
    Was allerdings nicht so bleiben kann.

    Mir persönlich ist ja das Geld egal - ich stehe gerne auf der Bühne. Es ist eher meine Familie, die da querbrät. Und zwar aus zwei Gründen. Der eine Grund (und wahrscheinlich deren Hauptgrund) ist der, dass sie nicht will, dass ich mich mit Musik beschäftige; da betrachtet mich meine Familie als das schwarze Schaf (meine Mutter hat Musiker als "Jenische" bezeichnet) und will nicht, dass die Leute wegen meiner Musik über uns reden. Der zweite Grund (den meine Familie gegenüber dem Gericht geltend gemacht hat) ist der, dass ich für die Musik allgemein sehr viel Geld bezahle(n mußte) und dieses Geld wieder hereinzukommen hat - natürlich fallen weitere Kosten an (Fahrtkosten zu den Proben und Auftritten, Proberaummieten, ungünstige Konditionen bei Auftritten), die nicht wirklich hereinkommen. Meine Familie hat auch argumentiert, dass ich mir da von irgendwelchen Leuten etwas aufschwatzen lasse und mir diese Leute etwas einreden (à là "ja zahle nur, dann wirst Du eh berühmt und das Geld wird schon wieder hereinkommen"); sie hat dem Gericht auch dargelegt, dass man mich sehr leicht linken kann, wenn man mir etwas verspricht, was ich gerne hätte und behauptet, dass ich nicht fähig bin, mit Geld umzugehen. Letztlich haben diese Argumente meiner Familie zur Einschränkung meiner Geschäftsfähigkeit geführt.

    Ich will eigentlich nur ungestört Musik machen können und nicht dauernd mit meiner Familie diskutieren müssen, wann denn endlich das bisher dafür ausgegebene Geld wieder hereinkommt.

    Zitat Zitat von StrangeLove Beitrag anzeigen
    Kann dir nur den Tipp geben beim nächsten mal etwas umsichtiger zu kalkulieren oder Kompromisse einzugehen.
    Das muß man eh immer.

    Zitat Zitat von StrangeLove Beitrag anzeigen
    Mache selbst Musik auch nur noch als reines Hobby, wollte aber unbedingt mal eine gepresste CD meiner Songs haben. Also hab ich mir als Ziel gesetzt alles selbst zu machen, Songwriting, Aufnahme, Mix, Master, Presswerkvorbereitung, Cover, usw... und am Ende hab ich das DDP ans Presswerk geschickt.
    Das kann ich nicht, weil mir erstens die technische Ausrüstung dafür fehlt (da wären weitere Investitionen nötig, die dann laut Familie auch GARANTIERT reinkommen müssen) und weil ich mich zweitens mit diesen Dingen (Aufnahme, Mix, Master, usw.) nicht wirklich auskenne.

    Zitat Zitat von StrangeLove Beitrag anzeigen
    Es ist nach meinem empfinden eine CD herausgekommen die sich für ein Amateurhomestudio hören lassen kann, habe das Beste für DIY in Kombi mit meinen aktuellen Kenntnissstand rausgeholt. Habe für meines Soloprojektes ziemlich genau 0,99€ pro CD an "externen" Kosten gehabt für 500 Stück (und ich bin sehr zufrieden). Auch hier hätte ich am liebsten ein Digipack mit schönem Booklet mir herstellen lassen, aber das hätte einfach sämtliches Budget überschritten. Gehe auch nicht davon aus die Ausgaben wieder reinzuholen, ist aber bei mir auch geplant und gewollt, wenn es unerwartet doch anders kommt freu ich mich.
    Wie gesagt, die Kosten waren halt SEHR hoch. (Gemeint sind damit nur die Entwicklungskosten inkl. Studiomusiker. Pressen, Druck des Textheftes und die Jewelcases hat die Plattengesellschaft bezahlt.)

    Und die jetzigen Musiker meiner Band können sich mit der CD nicht so recht identifizieren, weil sie darauf ja nicht vertreten sind (damals kannte ich die jetzigen Musiker ja auch noch gar nicht). Das dürfte ebenfalls ein Problem sein.


    Wurstel

  12. Nach oben    #12
    Avatar von nick nightingale
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Lesezeichen für CD bei Konzerten verkaufen, wenn Musikrichtung geändert wurde?

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