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Thema: Wie schreibt man einen Liedtext?

  1. #1

    aus Niederösterreich
    55 Beiträge seit 12/2017

    Wie schreibt man einen Liedtext?

    Wurstel


    Es ist so, dass ich ja schon lange Liedtexte und auch Gedichte schreibe. Da wurde dann teilweise von Musikern eine Musik dazu komponiert. Ich habe immer nur gesagt, in welcher Musikrichtung ich dieses und jenes Lied haben möchte. Da ich in meinen Texten oft Stimmungen beschreibe und sich die betreffenden Emotionen oft mitten im Text ändern, bedeutet das für mich, dass sich dann eigentlich auch die Musikrichtung entsprechend ändern soll - damit kommen viele Musiker nicht klar. Selber spiele ich kein Instrument, daher kann ich nicht selber was komponieren.

    Manchmal schreibe ich auch einen deutschen Text zu einem bekannten Lied. Da ist es aber schwierig, das hinzukriegen. So muß man bei einigen Nummern ziemlich tricksen, um das hinzubekommen.

    Auch meinen die Musiker, dass sie da eigentlich Gedichte vertonen. Ich sehe das anders, denn das sind schon Lieder mit einem Refrain. Es ist allerdings so, dass meine Texte gerne etwas länger sind und die Lieder dann so 6 - 9 Minuten lang werden. Da meinen dann die Musiker, dass das ermüdend ist, wenn da soviel Text heruntergenudelt wird. Dazu meinte ich, dass man ja auch Instrumentalteile, Bridges und Ähnliches einbauen könnte. Das aber lehnen die Musiker ab mit der Begründung, dass die Lieder dann ja noch länger werden. Sie meinen, die Lieder sollten nicht länger als zwei, drei Minuten sein.

    Was meint Ihr dazu?
    Gibt es eigentlich Richtlinien zum Songwriting?


    Wurstel

  2. Nach oben    #2
    Avatar von nick nightingale
    36 Jahre alt
    aus f-town
    248 Beiträge seit 11/2013
    Danke
    1
    ja... lieber Wurstel, da gibt es strenge Richtlinien: zieh deine Hose runter und mess dein Wurstel mal ab. die Umrechnung ist 1cm=1min... wenn du einen Plattenvertrag haben möchtest achten die pr Leute da mittlerweile sehr drauf...

    ...also keep rockin aber nicht zu lang

    lg nick


  3. Nach oben    #3

    aus Niederösterreich
    55 Beiträge seit 12/2017
    Wurstel


    Zur Verdeutlichung hier mal einer meiner Liedtexte. (Dazu hat mir bereits jemand eine Musik komponiert.)


    Wurstel

    -------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Letzte Grüße
    (geschrieben am 19. November 1994, ca. 23:00 Uhr in der Holzhalle in Tulln)

    Jetzt steh' i do vor dir, und i bin ganz allein.
    I fü' mi' so hü'flos, doch mir hü'ft kaa' Schwein.
    Wia soi' 's jetzt nua' weita'geh'n, des frog' i mi.
    Du gibtst ma' kaa' Antwort, und doch hear' i di'.
    I moch' meine Aug'n zua, und i denk' ma', wia' 's woa',
    wia 's au'g'faung't hot mit uns zwaa vua' a poa' Joah'.
    Mia' hau'm uns do' imma' so guat va'staund'n,
    vom erst'n Tog an bin i auf di' g'standen.
    Des soi' jetzt vorbei sei', des derf 's do' net geb'n.
    Naa', gaunz ohne di' mecht' i aa' nimma' leb'n.
    I denk' so gern z'ruck an die herrliche Zeit,
    ollas is' vorbei, a Trauertog is' heit'.
    Ich bin voller Trauer, richtig schlecht ist mir,
    denn ich nehme Abschied, Abschied jetzt von dir.
    Ich grüße dich noch einmal, mein geliebtes Kind.
    Ich stehe da und weine - weil es die letzten Grüße sind.

    No imma' steh' i do' vor dir, mei' Brust is' volla' Schmerz,
    kana' hü'ft ma' weiter, niemand hot a Herz.
    Wia soi' jetzt oi's weitergeh'n, des waaß i leida' net.
    du kannst ma' nimma' antworten, ja, es is' zu spät.
    Jetzt bist in ana' bessa'n Wö't, host auf ewig kane Sua'g'n,
    oba' i waaß net amoi', wia steh' i dua'ch bis muag'n.
    Woah'scheinlich huckst jetzt nem'an Hea'gott, und du lochst üba' mi,
    du host 'n best'n Soziussitz, dafia' beneid' i di'.
    Der Ros'n in meina' Haund reiß i olle Blatt'ln aus,
    ob jetzt betrüg'st du mi mi'n Jesus, und des is' a Graus,
    dass i fia sowos wia di' an Kraunz aa no' spendier',
    du bist a gaunz a oh'drahte Nud'l, und sowos mir.
    Ich bin voller Zorn, richtig schlecht ist mir,
    Ich pfeif' auf deinen Abschied, jawohl, jetzt und hier.
    Voller Ärger wende ich mich ab von dir, geliebtes Kind.
    Ich stehe da und gifte mich - weil es die letzten Grüße sind.

    Jetzt steh' i do no imma', va'loss'n host du mi',
    du host deine Aug'n zuag'mocht, z'ruckblie'm bin nua' i.
    Der Herrgott hat dir seinen Boten gesandt,
    du bist mit Gevatter Hein durchgebrannt,
    der hat um Mitternacht meine Liebste berührt
    und sie danach ins Paradies entführt.
    Doch an mi' hot er net denkt, der oi'te Falott,
    denn ohne di' gib i mir aa' 'in Tod.
    Dann pumper' i fest an an de Himme'tia':
    "Petrus, moch' auf, wäu' der Rächer ist hier!
    Der Herrgott hot mir mei' Oi'te g'stess'n,
    d'rum nimm' i di oi's Geis'l und tua eahm erpress'n."
    Ich bin voiller Wut, richtig schlecht ist mir.
    "Gib ma' mei' Oi'te auße, des rot' i dir.
    Und wann i 'n Himme' in d' Luft spreng', z'ruck hol' i mir mei' Kind,
    des host da' du schee' aus'docht, dass des die letzten Grüße sind."

    I bin ganz in Rage, wü'd scho' wia a Stier,
    dem Petrus schlottert de Hos'n, foi't auf de Knia vua' mia'.
    "Jojo, mia' ge'm da' s' eh glei' z'ruck, moch' net glei' so a Theater,
    Wäu' an ' bled'n Scherz nua' g'mocht hot unsa' Himme'vater.
    Du wirst 'as eh glei' wieda' hau'm, du kannst ma' 's glau'm aufs Wua't,
    do host dei' Braut, fohr oh' damit und schleich' di' schnö'stens fua't.
    A so an' Bahö', den hot 's no niemoi's ge'm do im Himme' d'rin.
    Des hoi't ma' jo im Kopf net aus, i brauch' a Aspirin."
    Des is' mir ollas gaunz egal, Hauptsoch is', i hob' di' wieda',
    und wir steigen beide auf die Erde nieder.
    Und dua't leb'n ma' schon fost zwaatausend Joahr,
    Gevatter Hein kummt nimma'mehr, do besteht kaa' G'foahr.
    Ich bin voller Freude, richtig wohl ist mir.
    Niemals gibt es Abschied, niemals mehr von dir.
    Auf ewig bleiben wir beisammen, mein geliebtes Kind,
    wenn du gehst, brauch' ich nicht weinen - weil es nie letzte Grüße sind.

  4. Nach oben    #4
    Premium-Mitglied Avatar von Sir Raven
    aus Berlin
    348 Beiträge seit 06/2011
    Danke
    9
    Und genau das ist es, was ich hier gemeint habe:
    https://www.musikerforum.de/showthre...l=1#post147883

    Wie soll ein normaler Mensch diesen Text verstehen? Manche Bayern sollten lernen, dass auf der Welt über sieben Milliarden und in Deutschland ca. 70 Millionen Nicht-Bayern leben.

    Edit: Ich habe die allwissende Müllhalde befragt und festgestellt, dass Tulln in Österreich liegt, Also bitte im obigen Satz gedanklich Länder und Zahlen anpassen. Besser wird es dadurch aber auch nicht.

  5. Nach oben    #5

    aus Niederösterreich
    55 Beiträge seit 12/2017
    Wurstel


    Ich bin nicht aus Bayern, sondern aus Niederösterreich. Unser Dialekt wird auch in Bayern und in Hessen verstanden, also schätzungsweise von 20 Millionen Leuten. ALKBOTTLE, Wolfgang Ambros, Georg Danzer, Rainhard Fendrich, Hansi Lang, Ostbahn-Kurti und Ulli Bäer sind ja auch sehr bekannt geworden. Also wird das wohl kein Problem sein.

    Um wieder zum Thema zurückzukommen:

    Einige Musiker meinen, dass meine Texte keine Liedtexte sind, sondern Gedichte, die sie vertonen. Ich verstehe aber nicht, wie sie auf diese Idee kommen. "Letzte Grüße" habe ich jedenfalls als Liedtext geschrieben. Es hat doch auch einen Refrain. Sie meinen auch, dass die meisten meiner Texte zu lange sind. Nunja - DEEP PURPLE, IRON MAIDEN oder FRANK ZAPPA & THE MOTHERS OF INVENTION haben ja auch zum Teil recht lange Lieder gehabt. (Ich will eh auch einzelne Lieder haben, die zwar wenig Text, aber dafür einen längeren Instrumentalteil haben - das lehnen die Musiker, mit denen ich bisher zusammengearbeitet habe ab; sie meinen, das ermüdet das Publikum nur noch mehr.)


    Wurstel

  6. Nach oben    #6
    Premium-Mitglied Avatar von Sir Raven
    aus Berlin
    348 Beiträge seit 06/2011
    Danke
    9
    Zitat Zitat von Wurstel Beitrag anzeigen
    Ich bin nicht aus Bayern, sondern aus Niederösterreich.
    Hättest Du auch mein "Edit" gelesen, hättest Du gemerkt, dass ich das schon längst weiß.

    Unser Dialekt wird auch in Bayern und in Hessen verstanden
    Bayern glaube ich gerne aber Hessen, nie und nimmer. Versuche einmal in Kassel mit dem Dialekt anzukommen ...

    also schätzungsweise von 20 Millionen Leuten.
    Maßlose Übertreibung.

    ALKBOTTLE, Wolfgang Ambros, Georg Danzer, Rainhard Fendrich, Hansi Lang, Ostbahn-Kurti und Ulli Bäer sind ja auch sehr bekannt geworden. Also wird das wohl kein Problem sein.
    Von ALKBOTTLE, Hansi Lang, Ostbahn-Kurti und Ulli Bäer habe ich noch nie gehört. Die sind wohl nur in Österreich sehr bekannt, hierzulande nicht. Wolfgang Ambros versteht hier kaum jemand, Georg Danzer singt ein eingedeutschtes Österreichisch, damit man ihn auch hierzulande versteht und Reinhard Fendrich singt Hochdeutsch mit österreichem Akzent.

    Einige Musiker meinen, dass meine Texte keine Liedtexte sind, sondern Gedichte, die sie vertonen. Ich verstehe aber nicht, wie sie auf diese Idee kommen.
    Liedtexte SIND vertonte Gedichte. Ohne Musik sind es eben Gedichte, mit Musik sind es Lieder. Früher bezeichnete man Gedichte, Oden, Balladen als Lieder (z. B. das Niebelungenlied).

    Sie meinen auch, dass die meisten meiner Texte zu lange sind.
    Dein Text ist definitv überdurchschnittlich lang, aber "zu lange" Texte gibt es nicht. Wer viel zu sagen hat, schreibt viel. Kurze Texte habe ich schon immer als Zeichen von Einfallslosigkeit empfunden. Als Texter und komponierender Musiker frage ich mich, worin das Problem der Vertonung eines umfangreichen Textes liegen soll. Mehr Text führt doch einfach nur zu längeren Liedern (mit mehr Variationen).

    Nunja - DEEP PURPLE, IRON MAIDEN oder FRANK ZAPPA & THE MOTHERS OF INVENTION haben ja auch zum Teil recht lange Lieder gehabt.
    Weil ein paar der ganz großen damit gut gefahren sind, bedeutet das natürlich nicht per se, dass lange Songs ein Erfolgsrezept sind, aber die Richtung kann ja offensichtlich nicht so falsch sein.

    (Ich will eh auch einzelne Lieder haben, die zwar wenig Text, aber dafür einen längeren Instrumentalteil haben - das lehnen die Musiker, mit denen ich bisher zusammengearbeitet habe ab; sie meinen, das ermüdet das Publikum nur noch mehr.)
    Du willst Abwechslung im Songaufbau haben? Wie äußerst verwerflich ... Ich kenne Deine Mitmusiker nicht und möchte nichts unterstellen, aber wenn sie lange Songs und die beschriebene Abwechslung ablehnen, könnte es an mangelnder Kreativität liegen.

    Die Musik von Purple, Maiden und Zappa hat nun auch schon ein paar Lenze auf dem Rücken und wäre heute wohl weniger erfolgreich als sie es damals war. Es stellt sich natürlich die Frage, schreibst Du Texte um erfolgreich zu sein oder weil es Dir Freude bereitet oder Du etwas ausdrücken willst? Für mich deutet einiges darauf hin, dass Du eher ein Idealist denn ein Opportunist bist. Wenn ich damit recht habe, solltest Du Dir Musiker suchen, die mehr auf Deiner Wellenlänge sind und in erster Linie an die eigene Schöpfung und nicht an die Massentauglichkeit denken.

    Gruß
    Ted

  7. Nach oben    #7

    aus Niederösterreich
    55 Beiträge seit 12/2017
    Wurstel


    Zitat Zitat von Sir Raven Beitrag anzeigen
    Von ALKBOTTLE, Hansi Lang, Ostbahn-Kurti und Ulli Bäer habe ich noch nie gehört. Die sind wohl nur in Österreich sehr bekannt, hierzulande nicht. Wolfgang Ambros versteht hier kaum jemand, Georg Danzer singt ein eingedeutschtes Österreichisch, damit man ihn auch hierzulande versteht und Reinhard Fendrich singt Hochdeutsch mit österreichem Akzent.
    Der Ostbahn-Kurti ist bekannt geworden, weil er bekannte Lieder von englisch auf Wienerisch übersetzt hat. Die Leute hier lernen zwar englisch, aber die Meisten können nicht so gut englisch, dass sie die Texte auch verstehen. So war z. B. "Fire" von Bruce Springsteen hier nur ein kleiner Hit und wurde halt als ein Lied von vielen betrachtet. Als aber der Ostbahn-Kurti das Lied übersetzte, da haben es alle verstanden. Und daher war dann sein "Feuer" hier der große Hit. In der Tullner Disco wurde überhaupt nur die Version vom Ostbahn-Kurti gespielt. Als der DJ mal das Original auflegte, sagten die Leute (und meinten das ernst!): "Da hat einer dem Ostbahn-Kurti sein Lied auf englisch übersetzt!" Hier seine Originalversion:

    https://www.youtube.com/watch?v=apwjpMpujGY
    (Der Liedtext erscheint, wenn man auf der YouTube-Seite auf "Show more" klickt.)

    Zitat Zitat von Sir Raven Beitrag anzeigen
    Dein Text ist definitv überdurchschnittlich lang, aber "zu lange" Texte gibt es nicht. Wer viel zu sagen hat, schreibt viel. Kurze Texte habe ich schon immer als Zeichen von Einfallslosigkeit empfunden. Als Texter und komponierender Musiker frage ich mich, worin das Problem der Vertonung eines umfangreichen Textes liegen soll. Mehr Text führt doch einfach nur zu längeren Liedern (mit mehr Variationen).
    Richtig, meine Texte sind deshalb so lange, weil ich viel zu sagen habe. Wenn man eine Geschichte erzählt, dann ist das nun mal nicht kurz.

    Es ist bei den meisten längeren Liedern meiner alten Band so, dass es leider musikalisch gar keine Abwechslung gibt. Die Strophen werden alle mit den gleichen Riffs gespielt, und der Refrain hat eben einen anderen Riff. Instrumentalteil wurde keiner komponiert mit der Begründung, dass die Lieder dann ja noch länger werden. Variationen gibt es bei den meisten Liedern auch nicht. Ich meine schon, dass die Lieder dann ermüdend werden, wenn das eigentlich nur ein heruntergenudelter Text mit dauernd den gleichen Riffs ist und die wenigen Variationen auch nicht das Gelbe vom Ei sind.

    Selber kann ich ja nichts komponieren, weil ich kein Instrument spiele(n kann). Ich habe ein paarmal Musikern eine Melodie (die ich zu einem Text im Kopf habe) mit dem Mund vorgedudelt, aber damit konnten sie nichts anfangen - es wurde dann etwas komplett anderes daraus oder eben gar nichts komponiert.

    Zitat Zitat von Sir Raven Beitrag anzeigen
    Du willst Abwechslung im Songaufbau haben? Wie äußerst verwerflich ... Ich kenne Deine Mitmusiker nicht und möchte nichts unterstellen, aber wenn sie lange Songs und die beschriebene Abwechslung ablehnen, könnte es an mangelnder Kreativität liegen.
    Könnte es damit zusammenhängen, dass die derzeitigen Musiker meiner alten Band aus der Metal- und Punkecke kommen? Unser Gitarrist sagt, bei den Bands, wo er früher war, war das längste Lied höchstens 3 Minuten lang.

    Zitat Zitat von Sir Raven Beitrag anzeigen
    Die Musik von Purple, Maiden und Zappa hat nun auch schon ein paar Lenze auf dem Rücken und wäre heute wohl weniger erfolgreich als sie es damals war. Es stellt sich natürlich die Frage, schreibst Du Texte um erfolgreich zu sein oder weil es Dir Freude bereitet oder Du etwas ausdrücken willst? Für mich deutet einiges darauf hin, dass Du eher ein Idealist denn ein Opportunist bist. Wenn ich damit recht habe, solltest Du Dir Musiker suchen, die mehr auf Deiner Wellenlänge sind und in erster Linie an die eigene Schöpfung und nicht an die Massentauglichkeit denken.
    Eigentlich schreibe ich Texte, weil ich den Leuten was vermitteln will. Weil viele meiner Bekannten der Meinung sind, dass das eigentlich keine Liedtexte, sondern Gedichte sind, meinten sie, ich solle besser Lesungen machen. Das habe ich probiert, aber zu den Lesungen kommen fast gar keine Leute (drei Zuschauer war das Höchste, wenn man mal von den anderen, die da ihre Werke vorgelesen haben, absieht), daher mache ich keine Lesungen mehr.

    Es hat auch in der Vergangenheit Probleme gegeben, Musiker zu finden. Da mußte ich nehmen, was ich kriegen konnte, und daher gab es am Anfang eine recht merkwürdige Instrumentierung. Derzeit hat meine alte Band aber eine fixe Besetzung, bestehend aus E-Gitarre, E-Baß, Schlagzeug und mich als Sänger. Dummerweise gibt es niemand anderen in der Band, der singt, obwohl es einige Lieder gibt, bei denen einzelne Zeilen von anderen Leuten (Frauenstimmen, Chor) gesungen werden sollten - da muß ich auch noch die Stimmen der anderen Personen (die im Lied mir was sagen) singen, das kommt meiner Meinung nach nicht so gut.


    Wurstel
    Geändert von Wurstel (18.04.2018 um 11:35 Uhr) Grund: Fehler ausgebessert und Zeilen umgestellt

  8. Nach oben    #8

    aus Niederösterreich
    55 Beiträge seit 12/2017
    Wurstel


    Ich habe da im Internet etwas zum Thema gefunden. Es handelt sich dabei um ein Buch, das offenbar noch nicht fertig ist:
    https://www.startnext.com/how-to-wri...ndbuch#starter

    Das Ganze klingt ja interessant. Aber ich weiß nicht, ob mir dieses Buch weiterhelfen wird.
    Was ist von diesem Buch zu halten? Kennt hier jemand den Autor?

    Edit:
    Ich merke gerade, dass das Buch schon erhältlich sein dürfte.


    Wurstel
    Geändert von Wurstel (19.04.2018 um 11:18 Uhr) Grund: Edit hinzugefügt

  9. Nach oben    #9
    Premium-Mitglied Avatar von Sir Raven
    aus Berlin
    348 Beiträge seit 06/2011
    Danke
    9
    Hallo,

    ich habe mangels Zeit jetzt nicht alles von Dir gelesen, scheine aber darin bestätigt zu werden, dass die Musiker nicht wirklich auf Dich, Deine Wünsche und Vorstellungen eingehen. Wenn man einen Text schreibt, verbindet man damit Emotionen (es sei denn man schreibt "lalala, dance, lalala, touch, lalala fancy"). Diese sollen sich selbstverständlich in der Musik wiederspiegeln.

    Ich werde am Wochenende Deinen kompletten Beitrag lesen und umfangreicher antworten.

    Gruß
    Ted

  10. Nach oben    #10
    Premium-Mitglied Avatar von Sir Raven
    aus Berlin
    348 Beiträge seit 06/2011
    Danke
    9
    Servus,

    erstmal sorry für die späte Antwort. Ich war (und bin es immer noch etwas) krank.

    Zitat Zitat von Wurstel Beitrag anzeigen
    Richtig, meine Texte sind deshalb so lange, weil ich viel zu sagen habe. Wenn man eine Geschichte erzählt, dann ist das nun mal nicht kurz.
    So ist es!

    Es ist bei den meisten längeren Liedern meiner alten Band so, dass es leider musikalisch gar keine Abwechslung gibt. Die Strophen werden alle mit den gleichen Riffs gespielt, und der Refrain hat eben einen anderen Riff. Instrumentalteil wurde keiner komponiert mit der Begründung, dass die Lieder dann ja noch länger werden. Variationen gibt es bei den meisten Liedern auch nicht. Ich meine schon, dass die Lieder dann ermüdend werden, wenn das eigentlich nur ein heruntergenudelter Text mit dauernd den gleichen Riffs ist und die wenigen Variationen auch nicht das Gelbe vom Ei sind.
    Ich verstehe nicht, was die Musiker gegen lange Lieder haben. Mit genügend Abwechslung ist es für das Publikum vollkommen irrelevant, ob ein Stück zwei oder zwanzig Minuten lang ist. Im Progressive-Rock gehör(t)en lange lieder, besonders live, zum guten Ton. Man sollte ihnen mal eine eineinhalbstündige Symphonie vorspielen - viel Abwechslung und trotzdem wird immer mal wieder das Thema gespielt.

    Selber kann ich ja nichts komponieren, weil ich kein Instrument spiele(n kann).
    Es ist nie zu spät
    Im Ernst, wenn Du nun einmal Texter und kein Komponist bist, ist das genauso in Ordnung, als wärst Du Instrumentalist und kein Komponist, oder Komponist und kein Texter. Ich selbst habe zu meiner Schulzeit als Keyboarder und Texter begonnen und schnell gemerkt, dass Komponisten (und auch Sänger) Probleme hatten, diese umzusetzen und habe mich dazu entschieden, selbst zu komponieren und zu singen. Ein Komponist hatte mir sogar vorgeworfen, meine Texte seien alle viel zu kurz. Als er mir dann Texte, die ihm gefallen nennen sollte, die länger als meine seien, hat er mir welche genannt, die durchweg ca. ein Fünftel der Länge meiner Texte hatten. Zurück zum Thema: Da komponieren keine Option ist, musst Du entweder Deine Musiker überzeugen oder Dir andere Musiker suchen oder kürzere Texte schreiben. Kürzere Texte wären auch für mich keine Option - eine Geschichte ist so wie sie ist. Niemand hat Tolkien je vorgeworfen, sein Herr der Ringe sei zu lang, ganz im Gegenteil bemerkt er im Vorwort, dass die meisten seiner Leser die Geschichte immer noch zu kurz fanden.

    Könnte es damit zusammenhängen, dass die derzeitigen Musiker meiner alten Band aus der Metal- und Punkecke kommen? Unser Gitarrist sagt, bei den Bands, wo er früher war, war das längste Lied höchstens 3 Minuten lang.
    Im Punk sind kurze und eher simple, sehr direkte Texte die Regel, damit könnte es zusammenhängen. Aber im Metal? Es kommt vielleicht auf die Art des Metal an. Gwar haben, wenn ich mich recht erinnere, mindestens ein Stück von weniger als zehn Sekunden. Aber die meisten Metal-Musiker, mit denen ich bisher zu tun hatte, haben einen hohen Qualitätsanspruch und legen großen Wert auf so viel Abwechslung wie möglich, und lange Gitarrensoli ... und lange Drum-Soli ... und lange Intros ... und lange Outros ... und alles dazwischen muss auch lang sein ... und abwechslungsreich ... und lange Soli ... und abw...

    zu den Lesungen kommen fast gar keine Leute (drei Zuschauer war das Höchste, wenn man mal von den anderen, die da ihre Werke vorgelesen haben, absieht), daher mache ich keine Lesungen mehr.
    Eigentlich würde ich jetzt sagen, dass Du die Flinte nicht ins Korn werfen sollst. Aber bei Lesungen ist das mittlerweile wohl ein ganz allgemeines Problem. Viele Autoren sind heute froh, wenn sie eine Abstellkammer voll Zuschauer bekommen. Wen wundert es auch? Wenn man in der U-Bahn zu Arbeit fahren und gleichzeitig ein Audio-Book vorgelesen bekommen kann (am besten noch vom Berühmten Schriftsteller persönlich oder einem nicht minder berühmten Schauspieler), wer macht sich dann noch die Mühe, eine Lesung zu besuchen? Ich gehe auch nicht gerne zu Lesungen - wegen schlechter Erfahrungen. Die bekannteren Autoren bedienen jedes Klischee des arroganten Schriftstellers und die unbekannteren stottern sich ihre Nervosität vom Leib.

    Dummerweise gibt es niemand anderen in der Band, der singt, obwohl es einige Lieder gibt, bei denen einzelne Zeilen von anderen Leuten (Frauenstimmen, Chor) gesungen werden sollten - da muß ich auch noch die Stimmen der anderen Personen (die im Lied mir was sagen) singen, das kommt meiner Meinung nach nicht so gut.
    Das machen aber viele. Besonders ist mir das früher bei The Police und Chris de Burgh aufgefallen; bei einigen Stücken besteht der ganze Chor aus den vielfach eingesungenen Stimmen des Sängers (mittlerweile hat man dazu einfachere Möglichkeiten). Ich hatte damit als Hörer nie ein Problem.

    Da ich weiß, wie schwer es ist, Musiker zu finden (selbst hier in Berlin), rate ich Dir, zu versuchen, Deine Mitmusiker zu überzeugen, dass lange Lieder eben eher ein Qualitätsmerkmal sind.

    Gruß
    Ted

  11. Nach oben    #11
    Avatar von MS-SPO
    75 Beiträge seit 10/2017
    Danke
    1
    Zitat Zitat von Wurstel Beitrag anzeigen
    Gibt es eigentlich Richtlinien zum Songwriting?
    Lerne von der Musikindustrie, die am Markt erfolgreiche Songs platzieren. Beispielsweise dauern die so zwischen 3 1/2 und 4 1/2 Minuten. Wie bauen die ihres Songs auf? Welche wiederkehrenden Elemente sind da, und warum? Wie und womit setzen sie musikalische Highlights? Wie stark gehen die Songs bei Zuhörern, insbesondere Zuhörerinnen, in Beine und Hüften? Wie stark haften die im Kopf (Ohrwurm)? Usw.

    Zitat Zitat von Wurstel Beitrag anzeigen
    Auch meinen die Musiker, dass sie da eigentlich Gedichte vertonen. Ich sehe das anders, denn das sind schon Lieder mit einem Refrain. Es ist allerdings so, dass meine Texte gerne etwas länger sind und die Lieder dann so 6 - 9 Minuten lang werden.
    Das werden sie zutreffend einschätzen. Wie wäre es, wenn Du kürzere Gedichte schreibst, also etwa auf 1/3 - 1/2 kürzt? Bei 1/3 bleibt noch Raum für musische Highlights.

    Zitat Zitat von Wurstel Beitrag anzeigen
    Da meinen dann die Musiker, dass das ermüdend ist, wenn da soviel Text heruntergenudelt wird.
    Auch das kann ich nachempfinden. So in den Mitt-Siebzigern bis Anfang Achtziger gab es einige Rockbands, die so im 10 - 15 Minuten Bereich spielten: Das musste man als Fan schon mögen. Hit's sind leichter verdaulich, in jeder Beziehung

    Zitat Zitat von Wurstel Beitrag anzeigen
    Dazu meinte ich, dass man ja auch Instrumentalteile, Bridges und Ähnliches einbauen könnte. Das aber lehnen die Musiker ab mit der Begründung, dass die Lieder dann ja noch länger werden. Sie meinen, die Lieder sollten nicht länger als zwei, drei Minuten sein.
    Ja, denn längere Songs nennt man eher Ballade, Oper oder so. Ist letztendlich auch eine Frage Deines Zielpublikums.

    Ich selbst kann mich an kaum einen tollen Song erinnern, den ich wegen seines Textes umwerfend fand. Eher im Gegenteil: Manche Texte sind so nahe am Unsinn, dass sie mir eher als lautmalerisches Instrument im Gesamtmusikmix erscheinen - einer literarischen Prüfung und Würdigungn halten sie nicht Stand. Manche Texte sind inhaltlich einfach abscheulich, im Sinne von "nicht meine Sicht dieser Welt", aber der Song rockt - trotzdem.

    Letzendlich musst Du für Dich selbst die Frage beantworten, wer oder wie Du musikalisch sein möchtest? Ein Wolf Biermann, des Sozialkritik bis zum Einschlafen besingt (Fokus: Text)? Eine Helene Fischer, die mit einfachen Texten und mitreißenden Rhythmen Säale füllt (Fokus: Mitgehen)? Ein Richard Wagner, der es so richtig dämmern lässt (Fokus: Kunst)?

    Ich persönlich denke, dass Songs immer dann erfolgreich sind, wenn sie Musik ergeben. "Musik ist Zeit", sagte der kürzlich verstorbene Schlagzeuger Jab'o Starck. Das gilt auch für instrumentale Noten, denn sie haben vor allem eine Eigenschaft: Ihre Zeitdauer und ihren zeitlichen Einsatz. In diesem Sinne sollte sich aus meiner Sicht Text und Gesang der Musik unterordnen. in dem Sinne, dass der gesungene Text eins von vielen Mitteln ist, der die Musik zum glänzen bringt.

    Grüße, Michael

  12. Nach oben    #12
    Avatar von KDreher
    aus Birkenstein
    23 Beiträge seit 08/2018
    Ich bin hier tatsächlich der Ansicht, dass das sehr schwierig zu messen ist. Es ist eben Musik. Klar, du kannst ein gewissen Reimschema nutzen, eine spezielle Anordnung von Strophen und Refrain + Bridge etc... aber am Ende des Tages muss es sich einfach nur gut anhören. Je nach Musikrichtung muss es dann leider auch noch Sinn ergeben. Nicht zu ernst nehmen. Will nur sagen: Es gibt keine Faustformel. Vlt für den stumpfesten Popsong der Welt. Aber nicht für gute Musik.

  13. Nach oben    #13
    Premium-Mitglied Avatar von Moogman
    aus 63110 Rodgau
    589 Beiträge seit 11/2011
    Danke
    18
    Dein Text ist ja schon ziemlich lang.
    Ich kann mir vorstellen, das die Leute dir da bei so langen Texten beim Konzert nicht mehr ganz folgen können.
    Ich denke das du dein Publikum eher ins Herz triffst, wenn der kürzer wäre und einen einfachen Refrain den man nicht vergisst.
    Inhaltlich schneller auf den Punkt kommen aber lasse noch Luft für die Phantasie.

    Grundsätzlich können auch lange Tracks sehr spannend sein, das gabs in den 70ern häufig.
    Songs wie "Papa Was A Rolling Stone" von den Temptations oder "In A Gadda Da Vida" von Iron Butterfly, "Jingo" von Santana oder "War" von Undisputed Truth sind ja auch um die 20 Minuten lang und waren Welthits.
    fix it in the mix

  14. Nach oben    #14
    Avatar von KDreher
    aus Birkenstein
    23 Beiträge seit 08/2018
    Ich stimme da wieder zu. Lange Texte gehen sollten dann aber auch ihre Berechtigung haben. Das muss dann richtiges story telling sein. Wenn es nur Füllwörter und blabla sind, dann werden die Leute sich langweilen..


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    Von Play Ibanezzz im Forum Allgemeines Musikerforum
    Antworten: 12
    Letzter Beitrag: 05.10.2009, 20:42

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