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Thema: Stromversorgung

  1. #1

    Stromversorgung

    Hallo zusammen,
    mit unserer CoverBand (leider alles Technik-Amateure) haben wir bis vor kurzem für Auftritte die komplette Bühnentechnik gemietet.Kürzlich haben wir dann die ersten größeren Käufe getätigt: Mischpult/Mikrofone/DI-Boxen usw... Bisher haben wir für unseren Probenraum 2 "historische" Monitore sowie eine kleine Behringer Kompakt-Anlage. Unsere nächste Anschaffung sollen Monitor-Boxen sein (wir haben uns gegen InEar entschieden). Wahrscheinlich werden es 3 x dB Technologies Flexsys FM10 (je 200Watt/RMS - Sänger, E-Gitarre, Keyboard) und 2 x FM12 (je 300Watt/RMS - E-Bass, Drums). An weiteren nennenswerten Stromverbrauchern haben wir auf der Bühne nur noch den Gitarren- sowie den Bass-Verstärker stehen.
    Unsere Front-PA werden wir uns (bis genügend Kapital eingespielt wurde) weiterhin zumieten. In der Vergangenheit haben wir schon mehrmals die folgende Kombo gehabt: 2 x RCF ART 312 A MK III (je 400 Watt/RMS) und 4 x RCF Sub 705-AS II (je 700 Watt/RMS).
    Lichtmäßig besitzen wir in etwa so ein Set: Eurolite LED KLS-200 RGB Bundle Plus ( https://www.thomann.de/de/eurolite_l...undle_plus.htm ). Das soll vorerst auch nicht vergrößert werden.
    In Summe kommen wir also auf ca. 5.000 Watt.
    Nun zu meiner eigentlichen Frage (bzw. sind es eher Fragen...):
    Welche Stromversorgung müssen wir bei Veranstaltungen "bestellen"? Mit einem normalen 230V-Anschluss kommen wir wohl nicht hin (3.680 Watt, richtig?). Ich habe häufiger gelesen, dass man Sound und Licht stromtechnisch trennen sollte (Brummen). Ist das bei unserer sehr überschaubaren Lichttechnik auch sinnvoll? Oder können wir darauf verzichten?
    Macht es Sinn, einen 16Ampere-Anschluss zu ordern (3 x 3.680 Watt, richtig?)?
    Da wir uns bisher nie für die Stromversorgung interessiert haben (rächt sich jetzt): sollten wir uns für die Bühne z.Bsp. folgendes anschaffen? RiedConn STV16 PA/S Stromverteiler ( https://www.thomann.de/de/hama_stv16...f=search_prv_3 ). Von da dann per Verlängerungskabel/3er-Stecker zu den einzelnen "Verbrauchern"? Weitere Idee zur sauberen Verkabelung (an die hinteren Schukos kommt man im Rack nur sehr schlecht dran): Einbau unter bzw. über dem Stromverteiler: Thon Rackblende 1HE 8XLR ( https://www.thomann.de/de/thon_rackb...f=search_prv_4 ) mit 6 x Neutrik NAC3 MPB-1 Power Twist Einbaubuchse ( https://www.thomann.de/de/neutrik_na...f=search_prv_4 ). Gute Idee? Damit verbunden folgende Frage: Wie komme ich von der Schuko-Dose zum Neutrik-Stecker? Selber basteln? Oder gibt es da passende Teile?

    Über fachmännische Hinweise würde ich mich sehr freuen! Im Vorraus schon mal "Danke"! ;-)

    Gruß

    Ralf

  2. Nach oben    #2
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    Fachkenntnisse sind dringend erforderlich.

    Servus Ralf,

    viele Technik-Amateure können sich sehr wohl fachgerecht helfen, aber Technik-Laien sollten ihre Grenzen richtig einschätzen. Spätestens bei der von Dir angedachten Art der Drehstrom-Auflösung hört nämlich der Spaß auf. Die Idee ist lebensgefährlich - dazu gleich mehr im nächsten Absatz. Zunächst aber zum Drehstrom und dessen Auflösung in drei getrennte Wechselströme: Nicht 400 V/16 A, sondern 3 x 230 V/16 A ergeben dann die von Dir angesprochenen 3 x 3680 VA (gesprochen Volt-Ampere, unter Fachleuten meist kurz Vau-A), also insgesamt 11040 VA. Wir haben es mit Wechselströmen und komplexen Lasten zu tun, wo Resistivität, Induktivität und Kapazität gemeinsam auftreten. Erstere bedeutet eine Wirklast, die beiden anderen, zusammen auch als Reaktanz bezeichnet, bilden eine Blindlast. Beide zusammen sind die Scheinlast, auch als Impedanz bekannt. Man sollte deshalb nicht von Watt sprechen wie bei Ohmschen Lasten, weil das Watt nur Wirklast meint, sondern von Volt-Ampere, was die Blindlast einschließt. VA sagt, dass es sich um eine Scheinleistung handelt, deren Wirk- und Blindanteil nicht ohne Weiteres bekannt sind und sich auch verändern können.

    Nach ein bisschen allgemeinem Fachsimpeln jetzt aber zu der Rackblende und den Power Twist-Teilen. Die Abmessungen sind laut Angabe für XLR-Audiobuchsen oder -Einbaustecker gemacht, nicht für Power Twist-Einbaubuchsen. Darüber hinaus MUSS deren Anschluss fest und allseitig gegen Berührung gesichert erfolgen und ist nur in Verbindung mit einer Drehstrom-Auflösung oder einer weiteren Power Twist-Zufuhr zulässig. Irgendwelche Kabel mit Schuko-Steckern und/oder Kupplungen dürfen nicht verwendet werden, weil Power Twist eine definierte Lage von Phase und Nullleiter erfordert. Anderenfalls kann das System je nach den Lagen des zuführenden Schuko-Steckers und der Phase in der versorgenden Steckdose BERÜHRUNGSGEFÄHRLICH sein! LEBENSGEFAHR! Mit anderen Worten: Euer Rack muss dann fest verkabelt werden und ist nur mit Drehstromanschluss benutzbar, ohne Rücksicht auf Einsatzort oder Leistungsbedarf. Ich würde mir stattdessen 230-V-Schuko-Rack-Steckdosenleisten anschaffen, damit seid Ihr flexibel. Solche verwende ich selber in größerer Anzahl - aus gutem Grund. Die Steckdosen habe ich für meine Anwendungen alle auf der Rückseite. Damit verwende ich nur Netzkabel mit gerader Kabelherausführung aus dem Stecker - ebenso aus gutem Grund.

    Der von Dir angedachte CEE-Verteiler ist grundsätzlich nützlich, sofern Ihr einen 16-A-Drehstromanschluss zur Verfügung habt. Wenn nicht, und sofern auch keine drei getrennt abgesicherten 230-V-Steckdosen ersatzweise zur Verfügung stehen, kann das natürlich gewisse Einschränkungen beim Leistungshunger Eurer Ausrüstung erforderlich machen, also weniger laut und vor Allem weniger hell bedeuten

    Darüber hinaus ist es empfehlenswert, bei einer Drehstrom-Auflösung alle Audio-Geräte außer eventuellen baulich getrennten Endstufen an dieselbe Phase anzuschließen, also entweder L1 oder L2 oder L3. Muss man statt einer Drehstromauflösung verschiedene Steckdosen unbekannter Phasenbelegung benutzen, kann man die Spannung zwischen deren Phasen messen. Ein Netz-Verlängerungskabel wird dabei meist erforderlich sein. Liegen die Steckdosen auf derselben Phase, misst man zwischen den Phasenanschlüssen 0 V, bei verschiedenen Phasen 400 V. Gegen den Nullleiter sollten in beiden Fällen natürlich 230 V zu messen sein. Wann immer man die Wahl zwischen verschiedenen Netzsteckdosen hat, sollte man sie so wählen, dass Bühnen-Tontechnik und Mischpult auf derselben Phase liegen. Ich mache das auch im Probenraum so.

    Ich hoffe, Ralf, Dir damit geholfen zu haben. Die Sache mit dem Stromnetz ist eine durchaus ernste. Ich möchte, dass Ihr alle Eure Musikertätigkeit überlebt!


  3. Nach oben    #3
    Hallo Capmaster,
    vielen Dank für deine schnelle und ausführliche Antwort.
    Mit einigen Fachbegriffen war ich zwar etwas überfordert. Aber wo wir uns einig sind: Strom ist kein Spaß - deshalb ja auch meine Anfrage, bevor etwas passiert... ;-)
    Gibt es bei Veranstaltern (z.Bsp. kleinere Stadtfeste, Kneipen...) so etwas wie einen "Standard" in Sachen Stromversorgung? Ich kann mir nicht vorstellen, dass man überall 3 separat abgesicherte 230Volt-Leitungen bekommt? Ist es ein massives Sicherheitsproblem, wenn wir (mal angenommen, wir haben eine 16VA-Drehstrom-Leitung) den in meinem ersten Post genannten Stromverteiler nehmen? Aus meiner amateurhaften Sicht ist doch so ein Gerät (inkl. Sicherungen) doch für genau diesen Zweck gebaut, oder? Den Plan mit den Neutrik-Steckern habe ich nach deinem Post gestrichen (habe ich in einer Rezension bei Thomann gelesen - hörte sich zunächst überzeugend an...). Wenn man nun an L1, L2 und L3 je zwei Verlängerungskabel (mit entsprechendem Querschnitt) dranklemmt - das wäre doch sicherheitstechnisch unproblematisch, oder? Und wenn es dann nicht Drehstrom sondern 3 x 230V gibt - die Stecker aus dem "großen" Verteiler raus und in die Schukos vom Veranstalter rein. Ist das zu einfach gedacht? Oder machbar?
    Für eine Rückmeldung wäre ich dankbar!
    Gruß
    Ralf

  4. Nach oben    #4
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    Servus Ralf,

    so etwas wie einen einheitlichen, an allen Bühnen anzutreffenden Standard gibt es leider nicht. Man sollte im Vorfeld abklären, wieviele Netzanschlüsse ohne Publikumszutritt von welcher Art und in welcher Lage zur Bühne vorhanden sind. Hierbei sollte man auf alles vorbereitet sein. Meist wird eine gewisse Anzahl von 230 V/16 A-Schukosteckdosen erreichbar sein. Große Bühnen haben meist Dreiphasen-Anschlüsse von 400 V/16 A, 400 V/32 A, seltener auch 400 V/63 A oder 400 V/125 A. Mit Adapterkabeln lassen sich die stromstärkeren Dreiphasen-Anschlüsse auch für stromschwächere Verbraucher wie den von Dir angedachten Hauptverteiler einsetzen. Solche Adapterkabel sollte man dann auch selbst mitführen, weil man sonst womöglich ratlos mit einem fünfpoligen 16-A-Stecker vor einer größeren fünfpoligen 32-A-Kupplung steht. Beim Selberbau von Adapterkabeln ist zu bedenken, dass der Nullleiter bei jeder Drehstrom-Auflösung den gesamten, also dreifachen, Strom aushalten muss, ohne zu überhitzen. Die Ironie an der Sache ist, dass der Nullleiter bei Drehstromanwendung stromlos (!) bleibt!

    Natürlich ist ein solcher Verteiler genau für den Zweck gebaut, bei einem vorhandenen 16-A-Dreiphasen-Anschluss drei jeweils mit 16 A belastbare 230-V-Phasen zu bekommen. Zudem weiß man dann genau, welche Verbraucher auf derselben Phase liegen. Wenn aber am Veranstaltungsort kein 16-A-Dreiphasen-Anschluss verfügbar ist, sollte man dafür ausgerüstet sein, alles sozusagen genau so anzuschließen "wie zu Hause", mit der zusätzlichen Maßgabe, dass Ihr wegen der Beleuchtung auf mindestens drei getrennt abgesicherte 230 V/16 A-Schukos angewiesen seid.

    Leider verstehe nicht, was Du mit "aus dem 'großen' Verteiler raus und in die Schukos vom Veranstalter rein" meinst. Nach dem Verteiler soll es doch in Eure Schukos gehen und dann in Eure Verbraucher, oder?

  5. Nach oben    #5
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    mit der LED Lichttechnik sowie 2 Subs, 2 Tops sowie 2 Monitoren könnte man evtl. noch mit einer Stromphase an 230 V auskommen

    Beim verlinkten Rack zu T fehlen dann aber die Zuleitungen. Dh. das ist nur die 400 V Steckdose ohne Kabel. Ich habe im Vermietbetrieb natürlich auch div. Kraftstromverlängerungen. 20 m je nach Entfernung zur Wanddose 16 A CEE oder 32 A CEE Cekon sind da schon nicht schlecht.

    Die Zuleitungen sind schwer, bei 32 A CEE sind 5 x 6 mm² vorgeschrieben. bei 63 A dann 5 x 16 mm²

    Dann gibt es Vorschriften zu Kabeldicke.

    Ich empfehle hier eher gleich eine einfache Peitsche mit Zuleitung auf 3 x 230 V. Entweder Elektrofachhandel etc

    FI RCD Schalter wäre gut, auch als Außen-Gummiverteiler für Open Air etc. Hier gibt es renommierte Firmen wie Bals, Mennekes etc., Sommer Cable

    Das wäre jetzt ein Verteiler auf die 230 V Steckdosen als Firmenlink-Herstellerlink

    http://www.bals.com/de/verteiler/artikel-nr-53648

    Manche alte Deelen sind etwas komisch verdrahtet, also teils noch ohne Null-Leiter (sog. Bauerndrehstrom), da würde ich vorher fragen bei der Lokalität

    Sonst muß man eben 2 getrennte Stromphasen nehmen, evtl. aus der Küche etc, falls kein Kraftstrom vorhanden ist.

    Bestellen kann man viel. Manche Bands haben eben sog. Technical Rider, man muß Vorlieb nehmen mit dem, was vorhanden ist. Für Großkonzerte, bei denen ich auch schon als Stagehand gearbeitet habe, gibt es dann bis zu 2500 KVA Aggregate, also 2.5 Mio Watt mit Sattelaufliegern oder auch Großaggregate wie beim Classic Open Air in Kassel-Wilh. von Aggreko etc

    Für Strom gibt es dann von Sommer Cable natürlich Powercon blau sowie Powercon Link Thru auch als Duo Kabel. Dh. an die Aktivbox dann die Powercon an die Aktivboxen. Mit dem grau-weißen Ausgang dann wiederum zum Eingang der nächsten Box, hier gibt es das Dual Kabel, dh. XLR Signal out-in in einem Kabel

    Aber auch hier die max. Leistung beachten, 1 x Sub, 1 x Top pro Seite bei relativ großen Leistung neuer RCF Boxen

    https://www.thomann.de/de/sommer_cab...d_rel_265805_3

    Bei Miet-PA sollte das aber mitgeliefert werden. Die blauen Powercon sollten eigentlich bei Neuware auch incl. sein.

    Eher Licht-DMX, aber auch für XLR Signal auch die Duo Kabel mit Schuko-Powercon & XLR

    https://www.thomann.de/de/allyourcab...d_rel_265805_1

    Diese Rackverteilung ist eigentlich überflüssig, das sollte auch eher von Fachkräften belegt & konfektioniert werden, weil ja bei den aktiven Boxen bereits der graue Powercon-Thru in der Box vorhanden ist, bei 2 m nimmt man eben 2 dieser blau-grauen Power & XLR Duo Kabel & gut.

  6. Nach oben    #6
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    natürlich machen wir das auch so. An den 16 A CEE Cekon dann 3 x 230 V mit entsprechenden Verlängerungen mit 2.5 mm².


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