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Thema: Bewerbung in der Musikbranche & Chancen als "ungelernter" ?

  1. #1

    Bewerbung in der Musikbranche & Chancen als "ungelernter" ?

    Hallo allerseits,

    ich habe mich hier angemeldet in der Hoffnung das mir jemand ein paar gute Tipps geben kann.
    Und zwar würde ich gerne eine Bewerbung/Potfolio für in der Musikbranche erstellen , um genau zu sein
    strebe ich die bereiche Sounddesign und/oder Komposition an. Leider habe ich keine Ahnung wie genau ich das
    machen soll, also wie es werden soll und was drin sein sollte. Es sollte meine Kompetenz gut in szene setzen ,
    denn ich gehe zur zeit einem "Normalen" Beruf nach und habe nichts Richtung Musik studiert oder igrendwelche Lehrgäge besucht.

    Aber ich habe schon einige Jahre an Do it Yourself Erfahrung ,im alter von 10 habe ich mich bereits für Synthesizer-Technologie interessiert, ich kann Klavier & Gitarre spielen , und habe mittlerweile ein breites Arsenal an Möglichkeiten was Soundproduktion angeht (bis jetzt alles nur privat als Hobby ausgeübt)
    Was Komposition angeht gehören Inon Zur und Jeremy Soule zu meinen wohl größten inspirationen.

    Ich wollte mein glück einfach mal versuchen und mich auf gewisse stellen bewerben , mehr als nein sagen kann keiner,
    trotzdem sollte die Bewerbung etwas aussagekräftiges haben. Ich hoffe jemand hat tipps für mich.

    LG Luminous X

  2. Nach oben    #2

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    Danke
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    Lieber Luminous,

    für Dein Ansinnen erscheint mir eine Ausbildung im von Dir angestrebten Bereich sinnvoll. Es gibt zahlreiche Medienschulen in Deutschland, die derartige Ausbildungsgänge anbieten.

    Die "gewissen Stellen", die man mit einem vollständig diffusen Angebot anschreiben kann, gibt es in der Musikbranche nicht. Falls Du also keine Ausbildung machen willst, in deren Laufe sich zwangsläufig Kontakte und Verbindungen ergeben würden, solltest Du Dein Produkt sehr genau definieren, auch im Hinblick darauf, wen Du damit eigentlich erreichen willst. Für reine Kompositionen sind Musikverlage ein möglicher Ansprechpartner, für "Sounddesign" gibt es natürlich überhaupt keinen Markt, wenn man noch nichts vorzuweisen hat. Da müsstest Du dann überlegen, für welche Zielgruppe (Filmproduktionsfirmen? TV-Sender?) Du gerne ein Angebot gestalten und vermarkten willst, das sie nicht mit ihren eigenen professionellen Designern abdecken können.

    Viel Erfolg,

    Gruß Tommok


  3. Nach oben    #3

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    Danke
    1
    Hallo Luminous X,

    da draußen gibt es gefühlt 10 Milliarden Leute, die sich als Ungelernter / Unstudierter z. B. in einem Tonstudio oder bei einer Filmproduktionsfirma als Freelancer tagtäglich bewerben. Und dann gibt es welche - auch eine beachtliche Anzahl - die das Ganze studiert haben und einen Abschluss (Bachelor / Diploma) als Zertifikat für ihr Studium vorweisen können.

    Die Chance, als Unstudierter jemals einen Job als Sound Designer zu bekommen, geht gegen null. Das ist wenn dann nur mit enorm viel "Vitamin B" möglich. Wenn Du es schaffst, z. B. den CEO der Abbey Road Studios persönlich kennen zu lernen, der mit Dir dann auch mal nach Feierabend ein Bier in London trinken geht, dann hast Du auch eine realistische Chance ohne Studiengang, einfach nur mit Deinem Talent einen Job als Sound Designer zu bekommen ;-)

    Fazit:

    Studium ist immer zu empfehlen! Und dann dazu Networking, Entscheider / wichtige Personen der Branche, die Dich in irgend einer Form in dem Business weiterbringen, persönlich kennen lernen, woraus sich irgendwann mal was ergeben kann, wenn Du Dein Netzwerk an diesen Leuten auch "pflegst". D. h. es genügt nicht, irgendwann mal jemand z. B. bei einem Filmmusik Festival kennen zu lernen und dann hoffen, dass der sich irgendwann mal meldet, sondern Du must Dich immer wieder in einem gesunden Maß an zeitlichem Abstand erneut ins Gespräch bringen - und eine persönliche Beziehung aufbauen.

    Sei Dir dessen bewusst, dass dies heutzutage im Normalfall viele Jahre dauert, bis sich daraus mal etwas ergeben kann. Warum ist das so? Die "auf der anderen Seite" haben einfach eine enorme Auswahl an Sound Designern auf dem freien Markt. Einer besser als der Andere. Und Du musst Dich aus der breiten Masse mit Deinem ganz persönlichen Unique Selling Point hervorheben.

    Hierfür benötigt man viel Geduld, Ausdauer und viele Jahre Erfahrung, um hier eine Strategie zu finden, die zum Erfolg führen könnte. Und wenn Du ein Studium in dem Bereich beginnst, gibt es auch über manche Bildungsträger die Möglichkeit Praktikumsstellen in Tonstudios zu bekommen. Dies solltest Du auf jeden Fall annehmen. Jedoch ist selbst das, wenn Du schon sozusagen beide Füße in der Tür des Tonstudios hast kein Garant dafür, dass Du nach Deinem Studium und Deinem Praktikum dort auch übernommen wirst.

    Ich hatte mal einen Sound Designer kennen gelernt, welcher in Leeds studiert und dort über ein Praktikum in einem Tonstudio gearbeitet hat, welcher sogar in dem Tonstudio den Filmmusikkomponist David Arnold (James Bond: Casino Royale) persönlich kennen gelernt hat. Trotz dass er sein Studium mit Erfolg abschloss wurde er nicht von dem Tonstudio übernommen. Als ich ihn fragte, ob er genau weiß warum, sagte er nur "Vor der Tür stehen schon lange 100 andere.".

    Also, viel Durchhaltevermögen mitbringen :-)

    Beste Grüße,

    Sylvio
    studio 6/49

  4. Nach oben    #4
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    Zitat Zitat von Luminous X Beitrag anzeigen
    Und zwar würde ich gerne eine Bewerbung/Potfolio für in der Musikbranche erstellen , um genau zu sein
    strebe ich die bereiche Sounddesign und/oder Komposition an.
    LG Luminous X
    Ich zerstöre dir ja nur ungern deine Träume, aber die Chance, irgendwo als Sounddesigner einen Job zu bekommen, stehen deutlich unter "0".
    Ich habe ein kleines Studio und arbeite selber hier als Sounddesigner und kenne den Markt recht gut.
    Fast täglich werde ich von fremden Leuten angeschrieben, die von mir Connections, Tipps und Tricks haben wollen, hier ein Praktikum machen möchten, und, und, und.
    Die meisten stellen mir keine handwerklichen Fragen, sondern möchten nur wissen, wie sie in den Bereich einsteigen können und dann an die Kunden kommen.
    Der Markt ist regelrecht überschwemmt, Sounddesign ist ein Haifischbecken, denn es gibt immer Leute, die es noch billiger machen würden, nur um Fuß zu fassen (was aber nur selten gelingt).

    Ich glaube nicht, das du davon irgendwann einmal deine Miete bezahlen kannst.
    Ob das als Selbstständiger was werden könnte, kannst du auch ganz einfach einschätzen, wenn du einen Blick auf deine Buchhaltung wirfst.
    Hast du bisher noch keine Stammkunden akquirieren können und deine Leistungen entsprechend honoriert bekommen, kannst du das Ganze eh vergessen.
    Du solltest also vorher schon an dem Punkt sein, das du dein gewünschtes Minimaleinkommen, das du zum Leben brauchst, deckeln kannst.
    Auf Dauer ist es schwierig, das nebenher zu machen. Die Termine sind oft sehr eng und manchmal gibt es kurzfristige Änderungswünsche usw., und da muss man oft "sofort" reagieren können. Nicht selten ruft ein Kunde Mittags an und möchte es um 17.00h vorliegen haben, das geht nicht mit einem anderen Job an der Backe.
    Das Wichtigste sind im Bereich Sounddesign: Beziehungen, Können/Qualität, Vertrauen und Zuverlässigkeit.
    fix it in the mix

  5. Nach oben    #5

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    Zitat Zitat von Moogman Beitrag anzeigen
    Ich zerstöre dir ja nur ungern deine Träume, aber die Chance, irgendwo als Sounddesigner einen Job zu bekommen, stehen deutlich unter "0".
    Ich habe ein kleines Studio und arbeite selber hier als Sounddesigner und kenne den Markt recht gut.
    Fast täglich werde ich von fremden Leuten angeschrieben, die von mir Connections, Tipps und Tricks haben wollen, hier ein Praktikum machen möchten, und, und, und.
    Die meisten stellen mir keine handwerklichen Fragen, sondern möchten nur wissen, wie sie in den Bereich einsteigen können und dann an die Kunden kommen.
    Der Markt ist regelrecht überschwemmt, Sounddesign ist ein Haifischbecken, denn es gibt immer Leute, die es noch billiger machen würden, nur um Fuß zu fassen (was aber nur selten gelingt).

    Ich glaube nicht, das du davon irgendwann einmal deine Miete bezahlen kannst.
    Ob das als Selbstständiger was werden könnte, kannst du auch ganz einfach einschätzen, wenn du einen Blick auf deine Buchhaltung wirfst.
    Hast du bisher noch keine Stammkunden akquirieren können und deine Leistungen entsprechend honoriert bekommen, kannst du das Ganze eh vergessen.
    Du solltest also vorher schon an dem Punkt sein, das du dein gewünschtes Minimaleinkommen, das du zum Leben brauchst, deckeln kannst.
    Auf Dauer ist es schwierig, das nebenher zu machen. Die Termine sind oft sehr eng und manchmal gibt es kurzfristige Änderungswünsche usw., und da muss man oft "sofort" reagieren können. Nicht selten ruft ein Kunde Mittags an und möchte es um 17.00h vorliegen haben, das geht nicht mit einem anderen Job an der Backe.
    Das Wichtigste sind im Bereich Sounddesign: Beziehungen, Können/Qualität, Vertrauen und Zuverlässigkeit.
    Da muss ich Moogman uneingeschränkt Recht geben. Auch wir bekommen häufig derlei Anfragen. Wir haben uns auch mit anderen Kollegen diesbezüglich unterhalten, welche derlei Anfragen via E-Mail schon gar nicht mehr beantworten sondern ungelesen löschen. Der Markt ist voll! Und wie Moogman sagte, hat man nicht den Hauch einer Chance, wenn man noch dazu einen Job nebenher hat, um sein eigenes Tonstudio finanzieren zu können.

    Und auch hier muss man wieder sagen, spielen persönliche Kontakte in die Branche die Hauptrolle. Du könntest täglich tausende tolle Sound Designs als "Demo" produzieren und irgendwo - völlig egal wo - im Internet als Präsentation Deines Könnens hochladen. Das interessiert letztlich niemand. Die Chance, dass darüber mal z. B. eine solvente Filmproduktionsfirma auf Dich aufmerksam wird und Dich als Sound Designer für ihren nächsten Kinofilm engagieren wird, geht auch gegen null.

    Sinnbildlich musst Du Dir vorstellen: Du bist ein "Grashalm" auf dem Rasen eines Fußballfeldes. Und alle anderen "Grashalme" sind auch Sound Designer. DAS ist die derzeitige Situation. Die Chance, dass jemand Dich findet ist fast null. Eine realistischere Chance hast Du NUR, wenn Du persönlichen Kontakt zu Entscheidern der Branche aufbaust. Und hier ist auch schon die erste von vielen Hürden. An die Entscheider heranzukommen ist nahezu unmöglich.

    Warum ist das so? Viele Music Agencies und deren Entscheider schotten sich schon seit langer Zeit nach außen ab, weil auch gerade sie natürlich eine enorme Menge an Anfragen von Sound Designern und solchen, die es werden wollen, erhalten. Sei es via E-Mail oder via Telefon. Wir wissen, dass sich die Anzahl derlei Anfragen im Durchschnitt auf eine mittlere dreistellige Anzahl beläuft / belief. Natürlich abhängig davon, wie bekannt / gefragt die jeweilige Music Agency ist. Diese sind dem Ganzen irgendwann nicht mehr Herr der Lage geworden, was man natürlich auch nachvollziehen kann. Darum mussten die Music Labels, vor allem die bekannteren, die Notbremse ziehen und haben die Kontaktaufnahmemöglichkeiten mit ihnen entweder stark eingeschränkt oder gar ganz eingestellt. Sie haben schon lange die Möglichkeit zu entscheiden, mit wem sie zusammenarbeiten wollen. Mit anderen Worten: Nachfrage und Angebot stehen seit Jahren schon in keinem Verhältnis mehr!

    Und somit bleibt Dir nur noch übrig zu versuchen, dass Du z. B. bei einem namhaften Filmfestival persönlichen Kontakt z. B. mit einem Film-Regisseur aufbaust - wo Du dann der "Einhundertausendste" bist, der ihn persönlich anspricht bzgl. einer möglichen, zukünftigen Kooperation. Und wenn Du ganz viel Glück hast, lässt dieser sich auf ein Gespräch ein. Danach musst Du es schaffen, dass ihr den Kontakt haltet. Du musst Dir seinen Blickwinkel vorstellen: Er arbeitet seit zig Jahren erfolgreich mit einem Team zusammen. D. h. also, auch er hat keinen Bedarf an einem neuen Sound Designer. Warum sollte er Dich also in sein Netzwerk an Leuten aus der Branche lassen? D. h. für Dich, dass Du dann noch dazu versuchen musst, den Kontakt mit ihm zu halten. Das ist die nächste riesige Hürde, die Du bewältigen musst. Du musst versuchen, Dich interessant für ihn zu machen und Du musst das Ganze so gestalten, dass Du für ihn nicht aufdringlich wirst, jedoch Dich auch nicht zu selten meldest. Denn dann bist Du bei ihm durch's Raster gefallen und vergessen. Und wenn, dann fängst Du praktisch nochmal von vorn an.

    Wir haben sehr lange dafür gebraucht, um Kontakte zu einigen wichtigen Entscheidern zu bekommen. Und es hat auch mit sehr viel Glück zu tun!

    Du solltest Dir also dessen bewusst sein, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass Du damit Deinen Lebensunterhalt nie verdienen wirst. Wenn Du ein Studium beginnst, erhöhst Du die Chance natürlich. Aber ob Du nun Dich als einer von gefühlt 10 Milliarden Ungelernten als Sound Designer irgendwo bewirbst oder als einer von gefühlt einer Milliarde studierter Sound Designer ... Ein Studium ist zu empfehlen. Nichts desto trotz musst Du danach "Türklinken" putzen gehen. Und das nicht zu wenig. Und wenn Du einen langen Atem hast und es geschickt anstellst, besteht die Möglichkeit, dass Du nach einigen Jahren mal entweder als Sound Designer irgenwo angestellt wirst oder wo Du als Freelancer arbeiten und Deinen Lebensunterhalt verdienen kannst.

    Beste Grüße,

    Sylvio
    studio 6/49


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