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Thema: Querflöte autodidaktisch erlernen?

  1. #1

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    Querflöte autodidaktisch erlernen?

    Hallo!

    Ich habe die Möglichkeit relativ billig an eine Querflöte eines Freundes zu kommen inklusive eines Querflöten-Schulen-Buchs. Ich wäre wenn dann dazu geneigt mir das Spielen ohne Unterricht beizubringen. Ich habe auch bis vor drei Jahren 9 Jahre Gitarre gespielt... Allerdings herrscht die Meinung, dass die Querflöte autodidaktisch nicht leicht zu erlernen ist.

    Was ist eure Meinung dazu? Sollte ich mir die Querflöte sichern oder lieber nicht?

    Vielen Dank!
    mfg
    Impy

  2. Nach oben   #2

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    Ich würde dazu mal gerne meine Meinung beisteuern. Ich spiele seit ca. 8 Jahren Klavier und bin auf der Suche nach neuen Anreizen, wollte deswegen auch nebenbei autodidaktisch mit der Querflöte anfangen. Nun sagen sehr viele, dass ein Lehrer unverzichtbar sei, gerade um einem die schwierige Anblastechnik beizubringen und Technikschwächen z.B. bei den Griffen gar nicht erst auftauchen zu lassen.

    Ohne bisher je Querflöte gespielt zu haben, wage ich zu sagen dass das sicher prinzipiell richtig ist, und wer langfristig mit der Querflöte neben Spaß auch Erfolg haben und auf hohem Niveau spielen möchte, für den ist ein Lehrer wohl unabkömmlich, aber für ein Nebenhobby, für ein paar nette Stücke, und um sich selbst Herausforderungen zu stellen könnte man sich ruhig an die Autodidaktik herantrauen.

    Ich habe schon von einigen Leuten gehört, die das probiert haben und durchaus mit sich selbst zufrieden sind. Und natürlich gäbe es immer noch die Möglichkeit, zwischendurch wenige Einzelstunden bei Lehrern zu nehmen, um seine Technik zu überprüfen und Probleme zu lösen.

    Trotzdem sollte man sich natürlich auch mal die Meinung von Querflöten-"Experten" anhören.
    Also, hat noch jemand Tipps für uns?

    Übrigens: ich fange demnächst mit dem "Querflötenbuch" an, auf einer Collins FL-480S (Neusilber), die gibt's zu Weihnachten =)


  3. Nach oben   #3

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    Querflöte selber lernen

    Hallo!
    Nur Mut, mit viel Disziplin und vielleicht der gelegentlichen Unterstützung durch jemanden, der schon gut spielen kann, geht das, denke ich.
    Habe mir vor etwa drei Wochen eine super günstige und doch gut klingende Querflöte in einem grossen Supermarkt gekauft, weil ich dieses Instrument immer schon lernen wollte und der Preis mit knapp 80 Euro unschlagbar war- dachte mir, da geht man kein Risiko ein, selbst wenn das Instrument dann doch nicht das richtige sein sollte. Ich habe mir einige Bücher ausgeliehen, die die Ansatz- und Atemtechnik genau erklären und mich dann täglich zum Üben vor einen Spiegel gestellt, weil die Mundöffnung nur maximal so gross sein sollte wie das Anblasloch der Flöte und weil man einen ganz bestimmten Winkel erwischen muss, damit nicht nur ein pffffft sonder ein echter Ton kommt. Ausserdem hilft auch ein Stimmgerät (wenn du Gitarre spielst, hast du das wahrscheinlich eh im Haus), das anzeigt, ob man wirklich den korrekten Ton erwischt hat.
    Anfangs war die Einteilung der Atmung sehr schwierig und mir ist dauernd schwindelig geworden, so dass ich fast neben den Notenständer gekippt wäre :-) aber das geht jetzt auch schon besser (Schnappatmung!).
    Ich wähle im Moment erst mal ganz gezielt einfache und langsame Stücke (Stille Nacht, Danny Boy, Auld Lang Syne...) aus, damit das Greifen der Noten leichter gelingt. Es geht nach drei Wochen Üben schon recht flüssig- jedenfalls bei jenen einfachen Stücken..
    Eine Grifftabelle ist in Sichtweite des Notenständers anfangs unbedingt nötig. Ein Tipp: drucke dir die passenden Griffe aus oder kopiere sie und hefte dann die Griffe für alle nötigen Noten auf eine Leinwand oder an die Tapete, so dass du sie gleichzeitig betrachten kannst.
    Und dann : Üben, üben, üben.
    Allerdings kann man sich wahrscheinlich mit einigen professionellen Anfängertipps vom Profi viel Mühe ersparen, aber ich bin nun mal ein Tüftler und habe ausserdem als Studentin auch nicht so viel Geld, mir einen sauteuern Lehrer zu mieten.

    Viel Erfolg.

    Inke2211

  4. Nach oben   #4

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    Danke für die Antwort! Das hat mich nochmal in meinem Vorhaben bestätigt. Und ich denke so ungefähr wie du: diese herausforderung, das ganze alleine zu schaffen, hat schon was. allerdings würde ich das ganze nicht machen, wenn ich nicht sowieso das klavier als hauptinstrument hätte, denn irgendwann hat man denke ich immer mal das verlangen, ein instrument richtig zu beherrschen, wenn man sich wirklich langfristig reinhängt..

    ich denke mal ich werde dann auch, wenn es so weit ist, hier von meinen ersten erfahrungen berichten.

  5. Nach oben   #5

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    Für den Fall, dass hier noch jemand mitliest:
    Ich habe meine ersten Übungsstunden mit der Querflöte verbracht und bin bisher recht zufrieden. die erste zeit musste ich darum kämpfen, überhaupt vernünftige Töne aus der Flöte herauszukriegen ( den Ansatz zu finden ), bei einer "Session" habe ich eine halbe Stunde lang keinen Ton gekriegt, beim nächsten Mal ging es dann aber butterweich, jetzt machen nur noch die tiefern Töne Probleme.

    Da zeigt sich aber, dass das "Querflötenbuch", das ich benutze, zwar das Wichtigste erklärt, aber nicht hundertprozentig für Autodidakten geeignet oder zumindest nicht auf sie zugeschnitten ist. Mit ein bisschen Arbeit kann man sich alles erarbeiten, aber z.B. habe ich lange Zeit statt den Ton der Querflöte nur mein eigenes Pfeifen herausgebracht, was ich für 'ne Zeit lang sogar für "normal" hielt, darüber steht in diesem Buch überhaupt nichts. Auch die Schemazeichnung für die Griffe und damit die Grundhaltung der Hände wird nicht näher erklärt, lässt sich aber logisch erschließen.

    Trotzdem kann ich nach relativ kurzer Zeit mittlerweile vom E hoch zum C alle Töne rauf und runter spielen ( die hohen besser als die tiefen ), die Technik, die ich vor dem Spiegel kontrolliere, sollte in Ordnung sein und mit dem Fortschritt bin ich zufrieden.

  6. Nach oben   #6
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    Also, ich kann euch natürlich nur raten, ab und zu zumindest mal Unterricht zu nehmen. Beim Flöte-spielen kann man eben leider viel falsch machen. In so nem Buch steht halt doch nicht alles drin und wie Sorcerer88schon bemerkt hat, steht in nem Buch halt auch leider nicht, wie's klingen soll. Sehr viel über's Querflöte-spielen lernt man halt auch über's hören und nachspielen und das kann so ein Buch halt leider nicht leisten.

    Als Tipp kann ich euch da immer nur raten, wenn ihr in ner Stadt mit ner Musikhochschule wohnt, euch vielleicht auch da mal nach Unterricht zu erkundigen, gerade, wenn ihr Studenten seid, nicht viel Geld dafür zur Verfügung habt und vielleicht nicht regelmäßig Unterricht wollt.

    Ich würd euch gerade bei Billig-flöten (wieviel hat denn deine / eure Flöte(n) gekostet, wenn ich mal fragen darf? und woher?) raten, zumindest mal jemanden, der spielen kann (nicht selber beigebracht!), auf dem Instrument spielen zu lassen. Da kann's nämlich auch mal schnell sein, dass Klappen nicht richtig schließen oder so... (Hatte ich schon mal, bei ner E-bay Piccolo-flöte, die ich mir mal gekauft hatte - der Flötenbauer meinte, bei so Instrumenten ist es ganz normal, dass sich immer wieder mal was verbiegt).

  7. Nach oben   #7

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    Oha!

    Oha, ich hätte nicht gedacht, dass noch jemand auf diesen Thread antwortet nach einem Jahr. Sonst hätte ich auch schon längst viel mehr zu meiner persönlichen "Querflöten-Story" geschrieben.

    Erstmal zu meiner Querflöte: Das sollte eine Colins FL-480S sein, Neusilber, ca. 180 Euro. Es herrscht ja allgemein oft die Meinung, eine akzeptable Querflöte gibt es erst ab 300+ Euro, aber wie man an den Kommentaren zu dieser Flöte sieht, sind viele von der Qualität von der Querflöte überrascht, und auch ich muss sagen, dass man für den Preis wirklich damit zufrieden sein kann, und man als Anfänger gut mit der Flöte auskommt. Mein Lehrer (mehr dazu später) hat das auch bestätigt, obwohl er mir natürlich am liebsten eine Yamaha o.ä. ans Herz gelegt hätte

    Mittlerweile habe ich eingesehen, dass man zwar die autodidaktische Tour-de-Force machen kann, und vor allem wenn man das ganze nur aus Spaß macht ( und nicht allzu sehr auf Musikalität Wert legt ), durchaus einiges lernen kann, aber ein Lehrer einen um einiges schneller weiter bringt und man auch einige wichtige Dinge dazulernt. Da ich mich immer mehr für die Sache interessierte, führte mein Weg an einem Lehrer also nicht vorbei.

    Trotzdem ist mein Autodidaktik-Fazit: Mit genug Willenskraft, Übungsdisziplin, Selbstkontrolle, einem vernünftigen Lehrbuch, vielleicht ab und zu einer Kontrolle durch einen Lehrer oder einen anderen Spieler, und musikalischem Vorwissen, am besten an einem anderen Instrument, kann man autodidaktisch einiges erreichen.

    Ich habe also eine Zeit lang Unterricht genommen, vielleicht 2 Monate lang, und viel dabei gelernt. Mittlerweile packe ich die Querflöte immer mal wieder gerne aus, um z.B. die Melodien meiner Klavierstücke nachzuspielen. Irgendwann bei richtiger Gelegenheit und dem richtigen Stück werde ich mich auch noch mal daransetzen, dieses Stück vernünftig zu lernen, was noch ein bisschen was anderes ist.

    Leider kann ich im Moment kaum üben, da ich jetzt studiere, umgezogen bin und in einem Mehrfamilienhaus lebe, ich wollte es mir nicht gleich mit meinen Mitbewohnern verscherzen Hat eigentlich jemand Erfahrung mit dem Üben auf akustischen Instrumenten in einem solchen Umfeld?

    Außerdem verbringt man als Student natürlich die meiste Zeit mit Klavier spielen ( mit Kopfhörern ) oder etwaigen Schachpartien, da bleibt für den Rest nicht mehr viel übrig

    Eine Frage noch an dich, melpomene. Wie meinst du das genau mit dem Unterricht an einer Musikhochschule? Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Musikprof noch Zeit hat, und vor allem die Erlaubnis, privat Schüler zu unterrichten. Naja, ich hätte eh kaum die Gelegenheit dazu, wohne zwar in der Nähe der berühmten Musikhochschule Detmold, aber zum Pendeln ist das auch schon ziemlich weit.
    Wahrscheinlich meintest du eine normale Musikschule? Die hat aber eigentlich jede Kleinstadt und da bin ich selbstverständlich schon angemeldet

    So, ich hoffe, ich habe eure Lesegeduld nicht überstrapaziert, ansonsten freue ich mich auf eure Kommentare.

  8. Nach oben   #8
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    Hey,

    das freut mich, dass du so gut weitergekommen bist mit der Flöte!

    Doch, ich meinte schon Musikhochschule, meinte aber eher, dass dort ziemlich viele sehr, sehr gute Studenten sind, die sich immer freuen über ne Möglichkeit, bisschen was dazu zu verdienen. Ich wollte gerne noch Cello lernen und hab jetzt unterricht bei ner Cello-studentin, die selbst einfach verdammt gut spielt, gut unterrichten kann, sich sehr viel Mühe gibt und mir recht günstig, immer nach Absprache Unterricht gibt... Gerade, dadurch, dass die Leute an der Hochschule einfach selber auch jede Woche Unterricht bei sehr guten Leuten haben, arbeiten sie ja auch ständig am eigenen Spielen und können einiges davon gleich an ihre Schüler(innen) weitergeben...

  9. Nach oben   #9
    Avatar von MichiLilli
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    Ich kann aus eigenen Erfahrungen berichten, dass man sich das Querflötespielen durchaus auch selbst bzw. mit einer Querflötenschule beibringen kann.

    Ich habe von ca. 4 Jahren aus Spaß mit einer alten Yamaha (weiß nicht was für eine das war, sie war auf jeden fall noch vernickelt) angefangen zu spielen. Die Flöte war wirklich nicht mehr die Beste (Klappen haben teils nicht richtig geschlossen usw.). Nach ca. einem Jahr haben meine Eltern dann gemeint ich könnte doch mit Unterricht anfangen um das Spielen richtig zu lernen. Habe mir dann auch eine neue Querflöte gekauft (Jupiter JP-7011ESR). Mein damaliger Lehrer meinte, dass ich mir das Spielen schon sehr gut beigebracht habe und nur ein paar Kleinigkeiten an Haltung und Ansatz ändern müsse.

    Meiner Meinung nach kann man sich durchaus gut das Spielen selbst beibringen. Ich bin zwar nicht so gut wie eine Freundin, die von Anfang an Unterricht hatte, allerdings spiele ich auch noch nicht so lange.

  10. Nach oben   #10
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    Hallo,

    ja, prinzipiell kann man das schon. Die Sache ist nur, dass man sich damit auch einiges verbauen kann. Man kann sich alleine auch ziemlich leicht einen schlechten Ansatz angewöhnen und sich das später wieder abgewöhnen ist ziemlich schwierig. Wenn man nur so zum Spaß für sich alleine spielen möchte, kann man sich das auch gerne selbst beibringen. Wenn man aber vielleicht auch gerne mal mit anderen zusammen in nem Kammermusikensemble oder in einem Laien-Orchester (Uniorchester oder ähnliches) spielen möchte, kann ich euch sagen, dass das dann sowohl für euch als auch für die, die mit euch spielen möchten oder müssen ziemlich nervig werden kann.

    Liebe Grüße


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