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Thema: Probleme mit Raumresonanz

  1. #1

    Probleme mit Raumresonanz beim Singen?

    Hallo, ich versuche seit einem halben Jahr, singen zu lernen. Bin ein Kerl, Mitte 50 und Bariton. Da ich Soul / Funk / Gospel singen will, habe ich mir einiges vorgenommen - und eine Gesangslehrerin gesucht und gefunden. Inzwischen sind aus anderthalb Oktaven plus einiger unwilliger Kopfstimmentöne zweieinhalb zusammen hängende, breakfreie Oktaven geworden, laut wie leise verfügbar - und damit kann ich die meisten Nummern (ich sage nur Stevie Wonder, Earth, Wind & Fire …) grundsätzlich (also, was das Treffen der Noten angeht) singen, wenn ich ca. 2-4 Halbtöne runtertransponiere. Damit bin ich sehr zufrieden, und meine Gesangslehrerin, glaube ich, auch. Jetzt gibt es aber zwei Probleme:

    1. Untenrum sind mir 2,3 Töne abhanden gekommen. Der Vocal Fry ist auch nicht mehr richtig tief und sonor. Auch meine Sprechstimme ist nicht mehr so voll untenrum. Das lässt sich hoffentlich mit geeigneten Übungen reparieren, ohne wieder Probleme mit Höhe/Break zu bekommen. Oder?

    2. Das Hauptproblem: Ich mag zu Hause beim Üben meine Stimme inzwischen sogar ganz gerne, ich singe dort leicht und ohne Druck, sogar ein Vibrato beginnt sich hier und da zu zeigen. Im wahrscheinlich ziemlich schalltrockenen Musikschulraum habe ich dagegen ständig das Gefühl von zu wenig Resonanz, einem Kloß zwischen den Schlüsselbeinen und Widerstand, den ich mit mehr Druck überwinden muss. Meine Lehrerin bestätigt, dass da zu wenig Resonanz in der Stimme ist. Wenn ich dann im Nasenrachen alles ganz groß und hart mache, entsteht zwar Resonanz, aber die klingt uns zu hart, zu metallisch. Hängt das vielleicht mit Problem 1 zusammen - so etwas wie zu wenig Brust-Resonanz? Ich komme inzwischen immer ein wenig deprimiert und stimmlich gestresst vom Unterricht zurück, weil ich mein gutes Gefühl von zu Hause nicht in die Schule transportiert bekomme. Sollte ich anfangen, zu Hause im Kleiderschrank zu üben? Im Ernst, was ist das, und was macht man da?

    Für Eure Ideen dazu wäre ich echt dankbar,

    Pete
    Geändert von basspete (11.10.2017 um 20:22 Uhr)

  2. Nach oben    #2
    Hallo Pete,

    ein paar Gedankenanstöße für Dich.

    Bauchatmung, lockerndes Einsingen stimmen, Vibrationen an der Schädeldecke sind mit Deiner Hand zu spüren?

    Große Abstände in einem Raum ergeben tiefe Resonanzfrequenzen (Raummoden), kurze Abstände ergeben hohe. Wie stark unterscheiden sich beide Räume zu Hause und im Unterricht in Länge, Höhe, Breite? Wo, insbesondere auf welcher Höhe, befindet sich Dein Mund, Deine Nase, Dein Brustkorb? Wie unterscheiden sich da beide Räume?

    Raumresonanzen hängen ab von Frequenz und Ort (3D). Stehst Du im selben Raum an anderer Stelle und / oder in anderer Höhe, könnte das einen hör- und fühlbaren Unterschied machen. Gibt es in beiden Räumen gute und schlechte Stellen für Dich? Könnt Ihr im Unterricht wenigstens probeweise einmal den Raum wechseln?

    Die Raumausstattung beeinflusst ebenfalls Klang und Wechselwirkung mit anderen Resonatoren, etwa Deinem Stimmkörper. Ein Neubau klingt hallig, ein wohnlich eingerichteter gedämpfter, ein Messraum "wie tot". Auch das beeinflusst, wie und was Du an Tönen produzieren kannst. Außer im Freien hast Du immer gekoppelte Resonanzkörper (Raum + Sänger, oder in meinem Fall Raum + Schlagzeug).

    Grüße, Michael


  3. Nach oben    #3

    Danke, MS-SPO!

    Herzlichen Dank, Michael! Ob es dazu auch Kommentare aus gesangstechnischer Sicht gibt?

    Pete

  4. Nach oben    #4

    Dabei seit
    11/2017
    Ort
    Lüneburg
    Alter
    37
    Beiträge
    8
    Hi Pete,

    du bist gesangstechnisch ja selbst schon sehr versiert. :-)
    Vocal Fry nutzt du auch für die Tiefen, hab ich das richtig verstanden? Das ist auch jeden Fall eine gute Sache.

    Bei den Tiefen ist Wichtig, dass du so entspannt wie möglich bist, bzw. auch dein Kehlkopf.
    Ich höre ein bisschen raus, dass du sehr perfektionistisch an deinen Gesang gehst. Es kann sein, dass du dich in dem Bemühen die Töne wieder so hinzubekommen, wie du sie haben willst unbewusst anspannst, insbesondere im Gesangsunterricht - und dann geht natürlich nix mehr.

    Vielleicht helfen dir Übungen wo du es ne Zeitlang nicht mehr darauf anlegst "gut" da unten zu klingen.
    Sowas wie ein absteigendes BlaBlaBlaBlaBla auf 5,4,3,2,1 - das bewusst entspannt, gelangweilt, wie betrunken gesungen.
    Oder du singst oder sprichst in den Tiefen in einer fry-igen, knarzeligen Zombistimme sowas wie "Gehirn" oder beliebige andere Worte. Auch Twang in Kombi mit Fry (die uralte "Opa-Ente") kann helfen, vorläufig erstmal wieder leichter in den Tiefen zu bleiben und dann erst wieder ein bisschen Bassklang dazu zu geben. Den Trick, dir tiefe Töne höher vorzustellen kennst du bestimmt schon, oder?

    Wenn es dir zu Hause gelingt sind die Töne auf jeden Fall nicht weg - und vielleicht ist es auch wirklich der trockene Raumklang, durch den dir die gewohnte Resonanz fehlt. Du könntest dich in beiden Räumen mal aufnehmen, dann kannst du das objektiver beurteilen.

    Liebe Grüße
    Silva

  5. Nach oben    #5

    Dankeschön, Silva!

    Du hast mich glaube ich ziemlich gut verstanden ;-) und Deine Tips werde ich auf jeden Fall ausprobieren.


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