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Thema: entzündeter Rachen durch Singen

  1. #1

    entzündeter Rachen durch Singen

    Moin Leute

    Ich habe ein Problem, bei dem Ihr mir vielleicht helfen könntet. Ich eröffne dieses Thema neu, da es bei jedem etwas spezieller ist.

    Ich bin seit ca. 7 Monaten in der Gesangsausbildung. Nur habe ich seitdem das Problem, dass mein Rachen zunehmend gereizt ist. Zumal ich im Einzelhandel arbeite und den ganzen Tag reden muss. Selbst wenn ich meinen kompletten freien Tag schweige bringt es keine wirkliche Besserung. Mein HNO und mein Hausarzt haben sich das ganze angeguckt und festgestellt, dass sie mir scheinbar nicht helfen können.
    Die Sympthomatik sieht wie folgt aus:
    Ich habe einen stark geröteten Rachen. Das merkt man natürlich irgendwann beim sprechen, singen, schlucken usw. Schmerzen im Kehlkopf hatte ich bisher nicht, auch wenn sich der gesamte Hals machmal ziemlich trocken anfühlt.

    Ich habe es bisher mit Salbeitee und -bonbons versucht, Übungen zur Lockerung der Stimme, die mir meine Gesangslehrerin zeigt und mit Medikamenten, von denen mein Arzt überzeugt war, dass sie helfen würden. Allerdings unverändert.

    Hat jemand von euch einen Rat? Ich habe nämlich langsam echt keine Lust mehr auf Halsschmerzen

    Danke im Voraus!
    Liebe Grüße,
    Flo

  2. Nach oben    #2
    Avatar von nick nightingale
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    vllt ist der Salbei das Problem... trinkst du den salbeitee pur ohne andere Zusätze?
    probier es mal mit anderen Tees (euycalyptosmischungen, oder bronchial tee... was die Bonbons angehen darfst es mm. nach auch nicht übertreiben... zuviel hilft da auch nicht viel.

    grüsse und gute Besserung


  3. Nach oben    #3
    Premium-Mitglied Avatar von capmaster
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    Immer durch die Nase ein- und wann immer möglich durch die Nase ausatmen.

    Servus Flo,

    der häufigste Fehler beim Atmen ist in unserer ach so tollen Zivilisation der Missbrauch des Mundes dafür. Die Nasenschleimhäute werden dabei umgangen - mit ziemlich nachteiligen Folgen: Erstens trocknen unsere Schleimhäute in Rachen, Bronchien und Lunge aus, und zweitens verringert sich der Unterdruck in der Lunge, der für die rein physikalische (!) Abgabe des Kohlendioxids aus dem Blutplasma in die Atemluft notwendig ist. (Der Sauerstoff wird chemisch an das Eisen im Hämoglobin der roten Blutkörperchen gebunden. Der außergewöhnliche Paramagnetismus das Sauerstoffmoleküls ermöglicht dies: Es hat als einziges bekanntes Gasmolekül Triplettstruktur und bildet ein Diradikal. Das Leben ist ein Wunder der Natur. Wir Menschen sollten es als solches achten, unser eigenes eingeschlossen.)

    Die Schulmedizin verrät einem nicht, wie schädlich (Ein- und Aus-)-Atmen durch den Mund ist, weil mit diesem Fehlverhalten jedes Jahr Milliarden verdient werden. Sogar die üblichen Atemtests werden mit zugeklemmter Nase durch den Mund gemacht. So stellt man sicher, dass der Gesündeste dabei als krank gemessen wird. Das ist keine Verschwörungstheorie, sondern Tatsache. Ich bin Hausstaub-Allergiker und kenne über Jahre hinweg die ganzen Messereien genauso wie die Uneinsichtigkeit zahlreicher Ärzte aus eigener Erfahrung.

    Richtigerweise atmet man ausschließlich durch die Nase ein und aus. Die Nasenschleimhaut klimatisiert die Luft, und der Strömungswiderstand sorgt für den Unterdruck in der Lunge. Die verzweifeltste Reaktion des Körpers auf Zuwiderhandlung mit der dadurch verursachten Austrocknung und Übersäuerung ist Asthma: Luftröhre und Bronchien ziehen sich zusammen, um den Atemwiderstand und damit den Unterdruck so weit wie irgend möglich zu erhöhen, bringen aber für die Feuchtigkeit nichts. Das kann man leicht bei kühlem Wetter überprüfen: Man sieht den Atemhauch, wenn man durch den Mund ausatmet, weil die aus der Lunge abgeatmete (Luft- und Stoffwechsel-)-Feuchtigkeit verloren geht. Atmet man durch die Nase aus, ist der Atemhauch klar, weil die Feuchtigkeit in dieser sinnreichen Konstruktion für das nächste Einatmen zurückgehalten wird.

    Sprechen und Singen erfordern natürlich teilweises Ausatmen durch den Mund, beim Niesen erzwingt es der Reflex, was man keinesfalls unterdrücken sollte, und der Gähnreflex bewirkt Einatmen durch den Mund. Dabei sollte man es aber bewenden lassen.

    Noch etwas zu einem guten Atemrhythmus: Das Einatmen sollte rasch erfolgen, was durch mehr Unterdruck die Entsäuerung erleichtert, das Ausatmen langsamer, etwa im zeitlichen Verhältnis eins zu zwei.

    Salbei richtet kaum Unheil im Rachen an, was man von Eukalyptus leider nicht sagen kann.

    Ich bin sicher, Atmen durch die Nase behebt das Problem. Das tut es bei mir jedenfalls seit 38 Jahren. Zeitweilig habe ich in einer Tanz- und Showband zehn Stunden am Tag gesungen, nämlich wenn ich zwei Gigs an einem Tag hatte. Meist waren das eine Loisach-Isar-Floßfahrt von 8 bis 16 Uhr und eine Abendveranstaltung von 20 bis 2 Uhr morgens. Das ging ohne Heiserkeit auch zwei Tage hintereinander, aber jetzt möchte ich das nicht mehr machen müssen, besonders, wenn ich an zwei Mal Auf- und Abbauen und die Transporte denke...

    Also: Wann immer möglich, den Mund geschlossen halten. Das gilt für jeden Sekundenbruchteil im Leben. Kein Witz! Atmen ist schließlich die einzige lebenserhaltende Maßnahme, die wir ständig durchführen müssen. Das ist die Sache wert.

    Gute Besserung und viel Freude beim Singen!

  4. capmaster´s Beitrag erhielt Dank und/oder Zustimmung von:


  5. Nach oben    #4
    Das Thema ist zwar nicht mehr aktuell und deine Halsschmerzen sind bestimmt schon weg, aber ich möchte trotzdem noch mit euch teilen, was mir bei Halsschmerzen hilft

    Ich trinke immer viel Kräutertee oder Husten- und Brochialtee. Zusätzlich presse ich mir 1-2 mal am Tag eine halbe Zitrone aus und trinke den Saft pur. Das ist zwar ganz schön sauer, aber mir hilft es

    lg, Uta


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