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Thema: Unterschiedliche Zielvorstellungen in der Band

  1. #1

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    Unterschiedliche Zielvorstellungen in der Band

    Moin Leute,

    bin seit ungefähr Anfang des Jahres Gitarrist und Sänger einer Pop-Band. Seit einiger Zeit bin ich doch recht frustriert, denn ich habe das Gefühl, dass meine Bandkollegen ganz andere Zielvorstellungen haben als ich...und das habe ich in meiner vorherigen Band auch schon einmal erlebt.

    Mir ist die Band nicht nur wichtig, sondern ich möchte wirklich alles darein stecken und viel investieren...und so war von Anfang an meine Einstellung. Aber ich habe auch von Anfang an sehr schnell gemerkt, dass ich damit sehr schnell enttäuscht werde und das nagt ganz schön an meiner Motivation. Ich möchte relativ schnell auf die Bühne und die Band neben meinem Beruf wirklich zu dem wichtigsten machen...und bin auch nicht abgeneigt, viel dafür aufzugeben und ggf. erfolgreich damit zu werden (falls einem das Glück doch irgendwann mal entgegenkommt). Für meine Bandkollegen sieht das ganze aber ganz anders aus..

    Der Schlagzeuger bspw. ist am Wochenende oft verplant und betrunken...er steuert zwar Texte und Ideen rein, hat aber neben der Band noch so viele Sachen, dass er z.B. auch nie Zuhause übt. Der Bassist nimmt das ganze Projekt ganz chillig, möchte sich ganz lange Zeit lassen um mal auf die Bühne zu kommen und macht sonst auch nix, außer zur Probe zu kommen. Joa und der Bassist ist halt auch immer nur zur Probe da, macht mit uns aber auch nix Privat (was ich schon sehr wichtig finde, damit die Band auch noch näher zusammen rückt). Geprobt wird immer nur so, dass die Songs hintereinander weggespielt werden...dann ggf. nen zweites Mal und dann ist nach 2-3 Stunden auch gut. Vorschläge das ganze systematischer und analytischer anzugehen wird meistens nicht gerne gesehen...ich würde bspw. mir nach jeder Probe bestimmte Fehler notieren und daran dann halt Stück für Stück im Song arbeiten.

    Und da ist halt mein Problem. Ich habe auch Bücher wie Bandologie gelesen und verfolge im Kopf eigentlich auch so einen Vorsatz...also neben einen riesen Spaß mit der Band auch dran zu arbeiten...Ich bin auch vollzeit berufstätig und möchte daher meine Zeit auch wirklich effektiv nutzen, um wirklich nen tolles und klasses Projekt zu haben. Die Frage ist jetzt: was soll ich machen? Zwei der Bandkollegen sind auch richtig gute Freunde von mir geworden und die Musik an sich finde ich auch ganz nett...und ich habe so etwas ähnliches in meiner alten Band schon einmal erlebt...halt nur mit einem Bandmitglied, aber war halt da...Frage ist da natürlich, habe ich zu hohe Ansprüche (also sollte erst gar nicht nach anderen Leuten ausschau halten) oder muss ich mich nur nach entsprechenden Leuten umschauen?

    Ich freue mich über eure Antworten!

    Collin

  2. Nach oben    #2
    Premium-Mitglied Avatar von Moogman
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    Manche Leute wollen eben nur ein bischen Musik aus reinem Zeitvertreib machen und denen langt das dann auch schon, wenn man mal ein bischen probt. Andere haben eben höhere Ziele und gehen ambitionierter an die Sache heran.
    Wenn das so unterschiedlich bei euch ist, dann passt das einfach nicht zusammen.
    Würde dir also eine andere Band empfehlen, die die gleichen Ziele hat wie du auch, alles andere ist nur frustrierend und bringt nix.

    Mit meinem Bandpartner habe ich übrigens kaum privaten Kontakt, das finde ich jetzt nicht so wichtig.
    Da wir beide wenig Zeit haben und auch zu weit (100km) auseinander wohnen, treffen wir uns nur kurz vor einem Gig nochmal zum Proben, besonders wenn neue Stücke dabei sind.
    Beim Einspielen eines neuen Albums dann für 2 Monate einmal wöchentlich im Studio und das wars dann.

    Meistens fahren wir getrennt zum Konzert und sehen uns erst dort in der Halle kurz vorher beim Aufbauen.
    Wir spielen dann unser Konzert, trinken noch ein Bierchen zusammen und danach gehen wir wieder für eine Zeit getrennte Wege.

    fix it in the mix

  3. Nach oben    #3
    Avatar von Calacirya
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    Die geschilderte Situation kommt mir von früher sehr bekannt vor, als ich noch in Bands spielte. Ich wollte immer mehr machen als die anderen, war auch id.Regel immer der treibende Motor der Band. Das ist auf die Dauer nicht gut, unproduktiv, weil man immer das Gefühl hat, man muss an den anderen rum "zerren", damit die mal was mehr machen. Das sorgt für Unfrieden und damit wird keiner glücklich.

    Langfristig würde ich mir an deiner Stelle Leute suchen, die eine ähnliche Einstellung haben, wie du selbst.

    Gruß, Calacirya

  4. Nach oben    #4
    Premium-Mitglied Avatar von Moogman
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    wichtig ist auch, das man solche Themen miteinander offen kommuniziert. Da setzt man sich einfach vor der Probe mal zusammen und jeder sagt dann ganz ehrlich, warum er in dieser Band spielt und welche Ziele er hat.
    Man wird immer eine Band finden, wo die musikalische Richtung passt und die Mitglieder an einem Strang ziehen.
    fix it in the mix

  5. Nach oben    #5
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    Ich bekomme solche Sachen zwar nur aus der Ferne mit (ich bin Textdichter für verschiedene Bands und Musiker, alle bestenfalls semi-professionell), denke aber, ich kann die eine oder andere Beobachtung beisteuern.

    Fall 1
    Eine junge Frau lernt den Kopf einer Rockband kennen. Sie hat eine tolle Stimme, wird Frontfrau der Band. Die ganze Musikrichtung ändert sich. Sie produzieren eine CD, opfern Ihre ganze Freizeit für das Songschreiben, Üben und Auftritte. Bei Bass und Drums gibt es ein paar Wechsel - in aller Freundschaft, auch hin- und her z.B. wegen Terminproblemen. Sie produzieren eine zweite CD, die sie auch heftig bewerben. Sie und der Hauptmacher heiraten, sie wird schwanger. Zwillinge. Familie geht vor. Ende des Projekts.

    Fall 2
    Ein paar junge Männer tun sich zusammen und gründen eine Band. Ein paar Auftritte mit eigenen Songs. Sie planen eine CD, sammeln Songmaterial, gehen ins Studio. Ein professionelles Video wird produziert. Bevor die CD produziert wird, gibt es Unstimmigkeiten wegen der Finanzierung. Das jüngste Mitglied nimmt das Studium in einem anderen Ort auf. Ende der Geschichte.

    Fall 3
    Ein paar junge Männer tun sich zusammen und gründen eine Band. Der Frontmann (Sänger, Gitarrist) beginnt, eigene Songs zu schreiben. Sie treten vor allem in ihrer Heimatstadt auf, weil alle berufstätig sind. Nach Jahren (!) ergeben sich Möglichkeiten, auch einmal auswärts aufzutreten. Der Schlagzeuger hat Terminprobleme, es findet sich Ersatz. Der Bassist ist nicht ausgelastet und spielt noch in zwei weiteren Bands. Seit etwa 25 Jahren spielt die Band Musik, sie haben ihr Quäntchen Ruhm und sind's zufrieden.


    Kurz: der Spagat zwischen Broterwerb und Musikmachen, das über reines Hobby hinausgeht, scheint ungemein schwierig.

    Geh' Deinen Weg
    und viel Erfolg dabei!

    Bernd

  6. Nach oben    #6

    Keine Sorge, Keine Sorge

    Hi,

    Keine Sorge Mann. Du solltest ihnen es sagen, dass du mit eurer eventuellen Karriere, es ernster siehst als bisher. Du willst sogar investieren und dir viel Mühe machen also sag es ihnen. Vielleicht verstehen die das und werden dir einig. Ansonsten einfach eine neue Band suchen, im Internet kann man doch Lokal so vieles finden^^. Viel Glück ^^

  7. Nach oben    #7
    Hallo Durden, schön deinen Beitrag zu lesen.

    Ich hatte auch jahrelang mit denselben Problemen zu kämpfen, welche unterschiedliche Vorstellungen und dazu gravierende zwischenmenschliche Differenzen innerhalb einer Band betrafen. Letztendlich löste sich die Gruppe auf und mittlerweile kann ich mich auch damit arrangieren nicht mehr in Bands zu spielen.

    Ich denke jeder sollte seine Erfahrungen machen und seine Schlüsse daraus ziehen. Ich bin im Nachhinein froh meine Zeit anders gestalten zu können.

    Viele Grüße!

  8. Nach oben    #8
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    Hallo & Willkommen im Forum

    das kenne ich schon seit den 80er Jahren. Üben sollte man schon zu Hause. Betrunkene Musiker kommen mir auch bekannt vor. Dann gibt es natürlich unterschiedliche Vorstellungen, Einkommen oder Arbeitssituationen.

    Der Eine hat einen gut dotierten Job & kann auch selbst investieren. Andere eher prekäre Jobs oder sind arbeitslos.

    Ich warne immer davor, irgendwelche Gemeinschaftsanschaffungen zu tätigen, das gibt nur Ärger beim Ausscheiden der jeweiligen Leute, Anteile am Kauf-Wiederverkauf mit Restwerten.

    Dann werden Sachen benutzt, teils sind diese aus dem Proberaum verschwunden.

  9. Nach oben    #9
    Premium-Mitglied Avatar von capmaster
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    Zitat Zitat von durden111 Beitrag anzeigen
    ...und bin auch nicht abgeneigt, viel dafür aufzugeben und ggf. erfolgreich damit zu werden (falls einem das Glück doch irgendwann mal entgegenkommt). Für meine Bandkollegen sieht das ganze aber ganz anders aus..
    Hast Du schon das Gefühl, dass Du viel dafür aufgibst, oder meinst Du, das möglicherweise tun zu wollen? Weißt Du, wie dieses Gefühl bei den anderen aussieht? Meine ganz persönliche Erfahrung aus 36 Jahren, davon 2 1/2 vollberuflich, 4 1/2 nebenberuflich und 29 nur als Amateur ist, dass ich niemals das Gefühl hatte, irgend etwas dafür aufzugeben geschweige denn aufgeben zu müssen. Entweder ich wollte das, was ich mache, oder ich habe es gelassen. So halte ich es bis heute.

    Zitat Zitat von durden111 Beitrag anzeigen
    Der Schlagzeuger bspw. ist am Wochenende oft verplant und betrunken... er steuert zwar Texte und Ideen rein, hat aber neben der Band noch so viele Sachen, dass er z.B. auch nie Zuhause übt.
    Ich bin nicht sicher, ob "verplant" hier wörtlich zu verstehen ist oder "von der Rolle" bedeuten soll, aber betrunken ist ganz schlecht, und oft betrunken noch viel schlechter. Da kann das Proben schneller vergeudete Zeit sein, als einem lieb ist, und im Ernstfall kann das auch eine Vertragsstrafe bedeuten. Die besten Gigs sind die, die man mit unzuverlässigen Leuten nicht spielen muss.

    Zitat Zitat von durden111 Beitrag anzeigen
    ...Der Bassist nimmt das ganze Projekt ganz chillig, möchte sich ganz lange Zeit lassen um mal auf die Bühne zu kommen und macht sonst auch nix, außer zur Probe zu kommen. Joa und der Bassist ist halt auch immer nur zur Probe da, macht mit uns aber auch nix Privat (was ich schon sehr wichtig finde, damit die Band auch noch näher zusammen rückt). Geprobt wird immer nur so, dass die Songs hintereinander weggespielt werden...dann ggf. nen zweites Mal und dann ist nach 2-3 Stunden auch gut. Vorschläge das ganze systematischer und analytischer anzugehen wird meistens nicht gerne gesehen...ich würde bspw. mir nach jeder Probe bestimmte Fehler notieren und daran dann halt Stück für Stück im Song arbeiten.
    Hier muss man schon abwägen, was wichtiger ist, privates Beisammensein oder analytisches Abarbeiten des Geprobten. Letzteres ist für die musikalische Arbeit wohl wichtiger. Manchmal kann man beides verbinden, aber dabei kann auch beides verwässern. Meiner Erfahrung nach genügen ein paar Minuten private Gespräche, wenn man sich regelmäßig trifft. Die bei weitem meiste Zeit sollte der Musik gewidmet sein, anregende, sachdienliche Scherze eingeschlossen. Ohne Spaß bei der Arbeit geht es nicht!

    Zitat Zitat von durden111 Beitrag anzeigen
    ... Zwei der Bandkollegen sind auch richtig gute Freunde von mir geworden und die Musik an sich finde ich auch ganz nett...und ich habe so etwas ähnliches in meiner alten Band schon einmal erlebt...halt nur mit einem Bandmitglied, aber war halt da...
    Unter Bandkollegen können enge Freundschaften gut funktionieren, aber wenn die Band nicht mehr besteht, zeigt sich, ob es wirklich Freundschaft ist oder ein reines Zweckbündnis war.

    Auch hört beim Geld die Freundschaft bekanntlich auf. Diesbezüglich hatte ich nie mit irgendeiner meiner bisher insgesamt acht und derzeit drei gleichzeitigen Bands Schwierigkeiten, aber bin einige Male Zeuge solcher Zerwürfnisse geworden.

    Das sind so in etwa die Dinge, die mir dazu einfallen.


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