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Thema: Kurzes Review HARLEY BENTON SC-400 SGT

  1. #1
    Premium-Mitglied Avatar von Wespafan
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    Kurzes Review HARLEY BENTON SC-400 SGT

    So, ich habe mich ja ehrlich gesagt noch nie an einem Review versucht, weil ich mich eigentlich für nicht proffesionell genug halte, um eine fundierte Meinung zu Gitarren zu haben. Jetzt möchte ich aber wirklich mal eine Ausnahme machen, weil ich von der Harley Benton Goldtop wirklich beeindruckt bin und das, obwohl ich eigentlich nicht auf billige Gitarren aus Fernost stehe. aber wie kam es dazu? Hier mal alles von Anfang an.

    Eigentlich habe ich mit meinen Strats (2x) und meiner Tele im E-Bereich alles, was ich so benötige. Naja, wenn man ehrlich ist, sind diese Gitarren bereits zu viel, denn ich mache ja seit einigen Jahren nur noch Acoustic-Cover mit meiner Band. D.h., die Klampfen fristen eher ein trauriges Dasein in Ihren Cases. Nur ab und zu werden sie mal zum Leben erweckt und ich spiele sie mal.

    Irgendwann habe ich dann, ich weiß nicht mehr wie, warum und wo, einige Bewertungen über diese Goldtops von Harley Benton beim großen T. gelesen. Da diese, mit wenigen Ausnahmen, eher durchweg positiv ausgefallen sind, habe ich mich etwas näher mit diesen Gitarren beschäftigt. Interessant war dabei, dass es diese GItarre auch für uns Lefties gab und das zu einem Kauf-mich-Preis von €119,-. Mir hat es im letzten Jahr immer wieder in den Fingern gejuckt, mir diese Gitarre in einem GAS-Anfall einfach zu bestellen. DIe Vernunft hat aber gesiegt. Tja und plötzlich waren die Goldtops aus dem Programm gestrichen und sie sind somit auch nahezu in Vergessenheit geraten. Bis, ja bis...

    ich vor einigen Tagen seit langer Zeit mal wieder diese ominöse Handelsbucht mit den vier Buchstaben aufrief und ich dieses Sofortkaufangebot der Harley Benton Goldtop für € 60,- gesehen habe. Ich konnte genau 24 Stunden meine Finger vom Sofortkauf-Button fernhalten und dann war es, sogar mit dem Segen meiner Frau !, vollbracht. 3-2-1, meins.

    Letzten MIttwoch ist sie dann endlich da gewesen und was soll ich zum Unboxing groß sagen. Wirklich 1A verpackt und makellos. Der erste Eindruck war somit schon mal einfach Wow. Der Verkäufer schien selbst Ahnung zu haben, denn die Gitte war perfekt eingestellt und es musste auf den ersten Blick nichts nachgestellt werden.

    Hals ist angeblich aus Mahagoni und wirklich gerade eingeleimt (ja genau, eingeleimt, keine Schrauben!), Body ist aus Linde, dem man ja kein wirklich gutes Sustain nachsagt. Trocken angespielt aber ein erstes Oho-Erlebnis. Damit hatte ich jetzt im positiven Sinne gar nicht gerechnet. Sehr, sehr netter akustischer und lauter Ton. Gut auflösend, jede Saite differenziert dargestellt.

    DIeses positive Gesamtbild zieht sich weiter fort am Amp. Ein Sound, der deutlich nach LP klingt. Über den Toggle-Switch lassen sich wirklich drei völlig unterschiedliche Klangcharaktere darstellen, die aber alle in die gleiche Richtung zielen. Was mir besonders gefällt ist, dass man bei allen Klangfarben das Gefühl hat, der Ton sei irgendwie mit etwas Patina überzogen. Er hat also etwas von "alt". Also mir gefallen diese Humbucker wirklich und sie werden definitiv nicht getauscht.

    Gut, die Potis können zugegebenermaßen nicht viel, war aber auch nicht wirklich zu erwarten. Feine Nuancen Fehlanzeige. Auf und zu, das ist alles was die Tonregler beherrschen. Stört mich aber nicht weiter, da ich da sowieso nie dran rumspiele. Ich mag einfach klare Töne. Dieses etwas dumpfere finde ich eh nicht toll.

    Die Lackierung ist sehr gut geraten für diese Preisklasse. Zwei kleine Stellen seitlich zwischen Body und Decke sind etwas rau geraten, so als fehle dort ein wenig Klarlack, aber das ist wirklich minimal und stört nicht. Der Korpus und der Hals wurden in einem shine-through-Mahagoniton lackiert und die goldene Decke, mit zig kleinen schimmernden Farbpigmenten ist in mattgold ein richtiger Eyecatcher.

    Einzig ein kleines Manko ist mir bei längerem spielen aufgefallen. Die dünne E-Saite saß insgesamt am ersten und zweiten Bund etwas nah am Ende am Rand, so dass es mir öfters passiert ist, dass ich die Saite vom Griffbrett zog. Da ich ja eigentlich nur noch akustisch unterwegs bin, habe ich zunächst meine festere Grifftechnik für das Abrutschen verantwortlich gemacht. Jetzt am Wochenende habe ich mir das alles aber genauer angesehen und festgestellt, dass die Sattelkerbe für die dünne E-Saite etwas zu sehr an den Rand versetzt war. Da ich aber genügent Fleisch in Richtung h-Saite hatte, habe ich kurzerhand einfach die Kerbe etwas in Richtung h-Saite versetzt. Jetzt habe ich zwischen den beiden Saiten eben nicht 7mm Abstand, sondern im 1. Bund nur 6,8-6,9 mm. Man sieht es nicht und jetzt funzt alles genau wie es sein sollte.

    Mein Fazit fällt bis auf diese Kleinigkeit eigentlich nur positiv aus. Ich bin froh, mich für diesen Schnäpper entschieden zu haben. Diese Gitarre wird definitiv bleiben..

    So, jetzt mal sehen, ob ich Bilder hochladen kann.

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  2. Nach oben    #2
    Avatar von Waygon
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    Kurzes Review HARLEY BENTON SC-400 SGT

    Well done!

    wenn sie so klingt wie sie aussieht und sich auch so spielen läßt, ist ist sie sicherlich ein 'Keeper'.


  3. Nach oben    #3
    Premium-Mitglied Avatar von Wespafan
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    Kurzes Review HARLEY BENTON SC-400 SGT

    So, kurze Ergänzung zu meinem Bericht:

    Habe die Klampfe jetzt seit einiger Zeit zu Hause und ich konnte es dann doch nicht lassen, an ihr einige Modifikationen durchzuführen. Was soll ich schreiben? Fazit: Jetzt gebe ich die nie wieder her und das, obwohl ich wesentlich teurere Gitten im Schrank stehen habe.

    Hatte noch einen argentinischen Büffelrinderknochen bei mir rumliegen und habe daraus in mühevoller Arbeit einen Steg gefeilt. Macht das eigentlich Sinn? Eigentlich nicht, zumal ich da wiklich eine ganze Woche für gebraucht habe. Sch...ss drauf. Die Gitarre ist jetzt absolut stimmstabil, weil die Saiten top durch die Führung laufen. Habe dann doch noch, weil ich ja gerade dran war, den Hals neu justiert und auch die Oktavreinheit nacheguliert. Saitenlage jetzt absolut flach und dabei ohne schnarren zusätzlich eingestellt!

    In den e.kleinanzeigen hat jemand aus meiner Stadt für 10 Euro zwei Wilkinson Humbucker angeboten. Habe ich natürlich zugeschlagen und noch abends den Lötkolben geschwungen.

    Ich kann als Endergebis meiner insgesamt jetzt 70 Euro teuren Gitarre nur schreiben: Die Sonne ging nochmals auf, auch in meinem Gesicht.

    Ich bin kein Freund dieser China-Low-Budget-Gitarren, aber dieses Teil ist trotz Ahornhals und Lindekorpus absolut fantastisch. Modifikationen waren ja nicht geplant, aber haben letztlich dazu gefüht, das ich meine anderen Klampfen irgendwie gar nicht mehr anfasse. Hätte nie gedacht, dass ich so etwas mal schreiben würde.

    Lobgesang Ende.

    P.S. Bevor einer was falsches denkt. Ich kriege da nix vom großen T für, das ich das schreibe!

  4. Nach oben    #4

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    Kurzes Review HARLEY BENTON SC-400 SGT

    Ja die Thomänner hauen schon ganz schön was raus. China hin oder her aber da sind schon gute Sachen dabei.
    Mit den Teilen muss sich heutzutage keiner mehr schämen und es ist immer Platz für Modifikationen.
    Ich mag HB :-) (Dabei rauche ich gar nicht...)


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