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Thema: Freiberuflicher Musiklehrer - Finanzamt, Künstlersozialkasse etc.

  1. #1

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    Freiberuflicher Musiklehrer - Finanzamt, Künstlersozialkasse etc.

    Hallo liebe Mitmusiker,

    ich habe vor kurzem mein Studium (nichts mit Musik) beendet und möchte mich jetzt als Musiklehrer (Saxophon) selbständig machen. Im Moment lebe ich noch von Erspartem/meinen Eltern und habe einen ersten Schüler. Da es ein Bekannter von mir ist haben wir keinen schriftlichen Vertrag geschlossen, er bezahlt die Stunden einzeln und bar. Ich habe mir eine Homepage erstellt, die ich diesen Monat online stellen werde, mit der ich Schüler gewinnen will. Außerdem spiele ich in zwei ambitionierten Hobbybands, über deren Seiten ich auch auf meinen Unterricht aufmerksam machen kann.

    Mein Plan sieht vor, möglichst bald die Seite online zu stellen und erst einmal 3-4 Schüler zu gewinnen, die ich Zuhause beziehungsweise in einem der Proberäume unterrichte. Sobald es mehr Schüler werden möchte ich irgendwo einen geeigneten Raum mieten, in dem ich unterrichten kann, ohne dass mir die Wohnung gekündigt wird.

    Meine Frage wäre, wann ich eine selbständige Tätigkeit beim Finanzamt anmelde, und wann ich mich bei der Künstlersozialkasse melden kann, sowie was für Angaben ich bei meiner aktuellen Krankenkasse mache.

    Ich möchte natürlich sobald wie möglich in die Künstlersozialkasse eintreten, kann aber kaum Nachweise erbringen - ein Musikstudium habe ich nicht abgeschlossen, Unterrichtsverträge habe ich auch keine.

    Am liebsten möchte ich alles ganz ordnungsgemäß anmelden, habe aber Angst, dass ich mit meinem einen Schüler von der Krankenkasse als selbständig angesehen werde und von der Künstlersozialkasse nicht angenommen werde.

    Zur Zeit bezahle ich den Mindestbeitrag für freiwillig gesetzlich Versicherte: ca. 165€

    Mit der Künstlersozialkasse würde sich das etwa halbieren, da mein Einkommen im ersten Jahr irgendwo im Bereich des Mindestsatzes liegen wird.

    Als Selbständiger wird soweit ich das sehe von der Krankenkasse der Höchstsatz berechnet, auf Antrag der halbe Höchstsatz, was aber immer noch viel zu viel wäre.

    Wann melde ich also am besten was wie an? Alles gleichzeitig? Wie bekomme ich den Antrag bei der Künstlersozialkasse durch? Was schreibe ich in die Einkommensschätzung meiner Krankenkasse? Wenn ich dort Einnahmen aus selbständiger Tätigkeit angebe erhöht sich der Beitrag massiv und sinkt erst, wenn ich in der Künstlersozialkasse bin. Ich kann aber auch schlecht zwei verschiedene Einkommensschätzungen abgeben, oder?

    Wenn jemand sonst noch Tipps hat, insbesondere was die finanziellen und organisatorischen Fallstricke in der Anfangsphase einer freiberuflichen Tätigkeit als Musiklehrer betrifft, bin ich sehr dankbar.

    Viele Grüße
    Pianosaxsinger

  2. Nach oben    #2

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    Ich kenne die Problematik und muss dir leider sagen, dass es den goldenen Lösungsweg nicht gibt. Du könntest als normaler Selbstständiger auf Gewerbeschein anfangen, müsstest dich dann aber normal krankenversichern und wenn alles nachweisbar ins Laufen gekommen ist, könntest du den Schritt in Richtung Freiberuf gehen und dich als Künstler betätigen. Dass sich die Künstlersozialkasse mit Quereinsteigern schwer tut, ist normal und durch zahlreiche Missbrauchsversuche begründet.
    Wenn dir die Kosten für eine normale Krankenversicherung zu hoch sind, um überhaupt auf die Beine zu kommen, solltest du dein gesamtes Geschäftsmodell nochmal gründlich prüfen.

    Ich würde es so machen, erst mal "privat" bezahlten Unterricht geben, bis man nach wenigen Monaten einschätzen kann, ob sich eine reguläre Anmeldung der Tätigkeit überhaupt lohnt. Wenn man die erzielten Einnahmen in seiner Einkommensteuererklärung deklariert und entsprechend versteuert, ist das sogar halbwegs legal. Jedenfalls nicht strafbar. Die unterlassene Anmeldung ist maximal eine Ordnungswidrigkeit.


  3. Nach oben    #3

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    Danke für die Antwort!

    Ich habe jetzt, nachdem ich am Telefon eine Weile in der Warteschleife hing, der Künstlersozialkasse eine Mail geschrieben, welche Nachweise ihnen genügen, um mich aufzunehmen. Und dann werde ich eben alles daran setzen diese möglichst bald zu erbringen.

    Auf Dauer sollten die Kosten für die Krankenversicherung auch kein Problem sein, allerdings werde ich kaum auf einen Schlag 15 bis 20 Schüler finden... Und in der Zeit, in der ich mit den ersten 3-4 Schülern Erfahrung sammle, meine Werbematerialien ausbaue und an meinem pädagogischen und organisatorischen Konzept feile möchte ich ungern 250€ für eine Krankenversicherung als Selbständiger bezahlen, für ein fiktives Mindesteinkommen von 1500€ bei einem tatsächlichen Einkommen von 400€... Und das geht auch nur mit Härtefallantrag, sonst sind es 380€ bei einem fiktiven Mindesteinkommen von 2200€...

    Viele Grüße
    Pianosaxsinger

  4. Nach oben    #4
    Ich weiß, alter thread. Dennoch: bei dem einen Schüler hast du keine Chance bei der KSK, weil die im Prinzip durch deine Nachweise sehen wollen, dass du deinen Lebensunterhalt maßgeblich durch deine künstlerische/Lehrtätigkeit bestreitest. Es muss also der Hauptteil deiner Einkünfte durch diese Arbeit kommen. Davon kann bei einer so geringen Anzahl an Schülern nicht die Rede sein. Abgesehen davon fragt die KSK einmal im Jahr nach dem zu erwartenden steuerlich relevanten Gewinn, und hier liegt das Minimum, das nicht zu unterschreiten ist, bei 3500.- im Jahr, also Gewinn nach Steuer. Das sind immer noch knapp 300.- je Monat, netto wie gesagt. Also bräuchte man ein entsprechend höheres Brutto. Steuerlich bist du da aber ohnehin in dem Bereich, der dir vom FA als Liebhaberei ausgelegt wird, und somit nicht als Broterwerb anerkannt wird. Dadurch fallen alle Möglichkeiten weg, Betriebsausgaben als solche geltend zu machen etc etc etc... deshalb, wenn man diesen Weg beschreiten will, müssen erstmal die Zahlen stimmen. Dann ist auch die KSK kein Thema mehr.


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