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Thema: Kann man aus dem Talent "komponieren" etwas machen?

  1. #1

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    Kann man aus dem Talent "komponieren" etwas machen?

    Hallo liebe Forumsmitglieder,
    als "Neuer" möchte ich gerne einmal die Frage in den Raum werfen,
    wie man eigentlich grob gesagt (Film-)Komponist wird.
    Ich weiß, dass man dazu ein Studium braucht. Allerdings wäre das bei mir, jedenfalls im Moment, nicht möglich, da ich Hauptschüler bin und man so schlecht ein Studium bekommt.
    Wäre es auch ohne Studium möglich?

    Mein liebstes Hobby ist und bleibt die Musik. Angefangen mit 10 Jahren hab ich mich mit dem Keyboard vertraut gemacht und habe die Notenschrift lesen gelernt.
    Mit 11 Jahren war dann schonmal Bach mit diversen Orgelkonzerten dran. Und so bin ich vom Keyborad auf die "königin der Instrumente" und von der Orgel auf das Klavier (wo ich jetzt gleich mal bei F. Liszt stehe ) gekommen.
    Mit 12 Jahren bin ich dann auf die Filmmusik gekommen, die mich einfach begeisterte. Dann hab ich mal näher nachgeschaut und besitze nun das Programm, das der berühmte deutsche Filmkomponist, Hans Zimmer, auch benutzt: Cubase (6).
    Dort habe ich mich dann auch mit dem komponieren beschäftigt und habe vielleicht mein neues Talent entdeckt.
    Zugegeben, ich brauchte einige Zeit (und bin immer noch nicht ganz weit), mich mit dem Programm zurecht zu finden.
    Nun aber klappt das mit MIDI und Audioaufnahme ganz gut.

    Ich habe vor zwei Wochen auch mein erstes Stück fertig geschrieben, das ich jetzt noch "verfeinere".

    Meine wirkliche Frage:
    Kann ich aus dem Talent etwas machen?

    Da ich ebenfalls gerade auf dem Weg der Berufswahl bin, würde mich das mal sehr interessieren.

    Vielen Dank jetzt schonmal.

    MfG
    Arne.

  2. Nach oben    #2
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    Nein, kannst du nicht. Ohne Studium wirds nicht klappen.
    Du kannst zwar auch ohne Abitur an einer Musikhochschule studieren, dafür müsstest du trotzdem noch die Aufnahmeprüfung schaffen. Das braucht zwei Instrumente, Gehör- und Stimmbildung, Grundlagen in Musiktheorie usw..


  3. Nach oben    #3
    Ich denke eher, das ist eine Frage des Willens - wenn du dich reinhängst, ohne Ende übst, Bücher leist, etc. um dann perfekte Qualität abzuliefern - schaut nacher kein Mensch darauf ob du das studiert hast oder nicht.
    das ist meine Meinung zumindest - und ich kenen den ein oder anderen Komponisten, der es auf genau diese Art und Weise geschafft hat. zb. Nobuo Uematsu - um mal ein berühmtes Beispiel zu nennen

  4. Nach oben    #4
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    Er fragt aber definitiv im Sinne der Berufswahl, falls du das überlesen hast
    Er möchte sicherlich nicht die nächsten 10 Jahre arbeitslos zu Hause sitzen und darauf hoffen, dass er nur mit genug Mühe und etwas Glück irgendwann vllt Komponist werden kann.

  5. Nach oben    #5
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    Zitat Zitat von stepbeyond Beitrag anzeigen
    Nein, kannst du nicht. Ohne Studium wirds nicht klappen.
    Das kann man so pauschal nicht behaupten. Ich habe da zwei studierte Komponisten in meinem negern Freundeskreis, die beide nichts gebacken bekommen, der eine lebt sogar von Hartz IV.
    Ich denke das Talent das wichtigste dabei ist und ein gewisses fundamentales musikalisches Grundwissen sollte man natürlich auch besitzen, damit man davon Leben kann. Viel wichtiger, als das Studium, sind die Beziehungen und Kontakte zu den entsprechenden Auftragsgebern.
    Hans Zimmer, der erfolgreichste Filmmusikkomponist dieser Zeit, hatte übrigends auch nie eine akademische musikalische Ausbildung.

  6. Nach oben    #6
    das ist heftig ... wenn ich mir anseh wieviel der Bewerber an den Unis genommen werden. ich kenne solche Zahlen wie 500 Bewerber auf 10Plätze, dann dachte ich sollte das strenge auswahlverfahren schon was nutzen.

    Meiner Meinung ist der einzige Vorteil an der Uni zu studieren über die Profs an gute Kontakte zu kommen.
    Gut zu werden ist wie in so vielen Berufen eine Frage der investierten Zeit und der Übung.

  7. Nach oben    #7
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    Zitat Zitat von Moogman Beitrag anzeigen
    Das kann man so pauschal nicht behaupten. Ich habe da zwei studierte Komponisten in meinem negern Freundeskreis, die beide nichts gebacken bekommen, der eine lebt sogar von Hartz IV.
    Ich denke das Talent das wichtigste dabei ist und ein gewisses fundamentales musikalisches Grundwissen sollte man natürlich auch besitzen, damit man davon Leben kann. Viel wichtiger, als das Studium, sind die Beziehungen und Kontakte zu den entsprechenden Auftragsgebern.
    Hans Zimmer, der erfolgreichste Filmmusikkomponist dieser Zeit, hatte übrigends auch nie eine akademische musikalische Ausbildung.
    Dir ist dabei schon bewusst, wenn wir über Personen wie Hans Zimmer, Ennio Morricone, Stanley Meyers uvm. reden, dass Ausnahmefälle nicht die Regel sind, man also nicht nach denen gehen kann und selbst studierte Musiker und Komponisten, trotz Studium und ausreichend Kontakten, Probleme haben sich mit Aufträgen über Wasser zu halten.
    Warum? Weil der Markt mehr als gesättigt und überlaufen ist.

    Ich kenne auch genug Musikerfreunde, die mehrere Diplome mit sehr guten Leistungen haben, aber arbeitslos sind, weil z.B. die Jobs, die ihnen angeboten werden, nicht dem Gehalt entsprechen, von dem man gut leben kann.

    Um ein Studium geht kein Weg drumherum, da man dort die Grundkenntnisse und Kompetenzen vermittelt bekommt, die nötig sind um in dem jeweiligen Bereich bestehen zu können. Dass es an einem selbst liegt, was man daraus macht, sollte wohl jedem klar sein.
    Dir Dinge im Selbststudium beizubringen hat massive Nachteile gegenüber einem Studium. Einerseits, dass du sehr schnell Fehler machst, die dir u.a. jahrelang nicht als solche bewusst sein können, niemanden für Rückfragen hast und auch das Lobbying (Netzwerkbildung) umso schwieriger wird.

  8. Nach oben    #8
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    Zitat Zitat von simsung Beitrag anzeigen
    das ist heftig ... wenn ich mir anseh wieviel der Bewerber an den Unis genommen werden. ich kenne solche Zahlen wie 500 Bewerber auf 10Plätze, dann dachte ich sollte das strenge auswahlverfahren schon was nutzen.

    Meiner Meinung ist der einzige Vorteil an der Uni zu studieren über die Profs an gute Kontakte zu kommen.
    Gut zu werden ist wie in so vielen Berufen eine Frage der investierten Zeit und der Übung.
    Das ist auch nur die Meinung der meisten Hobbymusiker, die leider in 99 % der Fälle an der Realität scheitert.

  9. Nach oben    #9
    auf die meinung bin ich aber nach gesprächen mit diversen unidozenten für komposition, mit denen ich z.T. zusammenarbeite gekommen ...

  10. Nach oben    #10
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    Auch mit viel Übung und Zeit kommst du in einigen Bereichen einfach nicht weiter, ohne dass dich jemand mal, der es definitiv besser weiss, in die richtige Richtung bringt und dir Dinge zeigt, die wichtig sind, aber nicht in irgend einem Buch stehen.

    Nicht ohne Grund holen sich versch. Komponisten für bestimmte Projekte immer noch eine Fachkompetenz hinzu. Z.B. jemanden, der sich im Schwerpunkt mit Aufführungspraxis Alter Musik beschäftigt (wenn wir Filme wie Vatel, Der König tanzt, u.a. betrachten) und jetzt stell dir mal vor dieser Berater hätte selber auch nicht studiert. Dann hast du zwei absolut unwissenschaftliche, nicht fundierte Meinungen, die evtl. richtig oder vollkommen falsch sein können. Geniale Ausgangslage für die Arbeit.

  11. Nach oben    #11
    ja aber wieso ... es war doch nie die rede davon, dass man es komplett alleine machen muss. Es gibt schon viele Möglichkeiten auch außerhalb der Uni professionelle Hilfe zu holen

  12. Nach oben    #12
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    Zitat Zitat von stepbeyond Beitrag anzeigen
    Auch mit viel Übung und Zeit kommst du in einigen Bereichen einfach nicht weiter, ohne dass dich jemand mal, der es definitiv besser weiss, in die richtige Richtung bringt und dir Dinge zeigt, die wichtig sind, aber nicht in irgend einem Buch stehen.
    Da gebe ich dir 100%ig recht. Natürlich muß man das Wissen haben, aber man kann vieles auch lernen, wenn man mit anderen erfahrenen Musikern ein paar Jahre zusammenarbeitet.
    Aber die Zeiten ändern sich und die Technik ebenso. Heute wird immer mehr mit elektronischen Mitteln komponiert, der Umgang damit stellt im Bereich Filmmusik ganz andere Anforderungen an einen Komponisten, als es noch vor 20 Jahren war. Am Klavier mit Notenblatt und Bleistift werden meistens nur noch kleine Parts, meistens die Sachen, die dann von einem kleinen Orchester eingespielt werden, komponiert, alles andere, das ganze Arrangement, passiert dann am Rechner. Vieles ist auch rein klangorientiert, das kann man am Klavier so garnicht umsetzen. Daher holt sich Hans Zimmer auch gerne mal einen perfekten Sounddesigner und Klangtüftler ins Boot, z. B. Howard Scarr (Zorch, Gong), der übrigends auch kein abgeschlossenes Musikstudium hat. Du kannst ja Hans mal anrufen und ihn selber fragen, wie er darüber denkt. Seine Durchwahl hab ich hier.

  13. Nach oben    #13
    er wird sich freuen, wenn du seine nummer hier rein postest

  14. Nach oben    #14
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    Zitat Zitat von simsung Beitrag anzeigen
    er wird sich freuen, wenn du seine nummer hier rein postest
    Das werde ich ganz sicher nicht machen.

  15. Nach oben    #15
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    Nette, fruchtlose Diskussion - wie so häufig hier im Forum.

    H. Zimmer mag momentan der erfolgreichste Filmmusik-Komponist sein, aber was macht ihn dazu? Weil er Klischees abliefert, immer unauffällig, d.h. für die entsprechenden Szenen konform schreibt, nie antithetische oder sonstige "gegen den Strich gebürstete" Musik abliefert und generell keinen Drang verspürt, neue Pfade zu betreten. Wenn ich Sätze höre wie "wir alle wissen ja, dass ein klassisches Orchester keinen guten Bass hat, also muss man da mit Synthies nachhelfen" (sinngemäß zitiert), dann weiß ich, dass der Mann einige Semester Orchestrierung versäumt hat, dass er streng genommen ein Musikprolet sein muss und dass er dort, wo er ist, genau am richtigen Platz sitzt.
    Gerade die Disziplin der Instrumentierung wurde von wirklichen Könnern wie Morricone, Peter Thomas oder H. Mancini nicht nur beherrscht, sondern häufig für Experimente genutzt, die man sich eben nur leisten kann, wenn man sein Gebiet "von der Pieke auf" gelernt hat. Ich denke da nur an das in Vierteltönen gestimmte Klavier von Morricone oder den witzigen Einsatz eines Orgelpositivs bei einem Boogie von Mancini. Genau solche kleinen Ideen kann Filmmusik, die ja eine reine dienstleistende Zweckmusik darstellt, zu gewissen künstlerischen Höhen verhelfen. Ein wiederkäuender, klischeehafter Soundbombast hat dagegen genau genommen wenig mit Musik als kreativer Kunstgattung zu tun, mit absoluter Musik überhaupt nichts.

    Aber Herr Zimmer macht aus dem, was er gelernt und erfahren hat, sicherlich eine Menge. Nur kommt ihm dabei ein Umstand entgegen:seine Limitationen treffen genau mit der Einfältigkeit der Masse der Kinogänger zusammen. Es entsteht ein perfekter, gemeinsamer Nenner. Diese Relation läßt Filmmusik genauso funktionieren, planen und vermarkten wie Popmusik. Insofern kann ich zwischen H. Zimmer und Britney Spears oder D. Bohlen keinen fundamentalen Unterschied erkennen.

    Nun sind einige Leute scheinbar der Meinung, dass der PC die Kompositions-, bzw. Arrangeurtätigkeit dergestalt verändern würde, dass ein Musikstudium scheinbar nicht mehr nötig wäre. Ich kenne die Arbeit mit dem PC und musste dabei lernen, dass sich dort, also in der Arbeit mit Samples und Sequencer-Software, eine eigene Orchestrierungswelt auftut, die mit der realen Welt manchmal sehr wenig zu tun hat. Man kann einige klassische Regeln getrost ignorieren, während an anderen Stellen plötzlich Probleme entstehen, die man aus der echten Orchesterarbeit nicht kennt. Es ist ein eigenes Genre, in das man sich hineinarbeiten muss, wenn man denn diesen virtuellen Ergebnissen etwas abgewinnen kann.

    Leider scheinen einige, auf PC spezialisierte Autodidakten diesen Umstand nicht zu realisieren und bieten ihre Dienste auch "richtigen" Orchestern an. So rief mich z.B. ein etwas verzweifelter Orchestermanager an, der gerade derartige Noten von einem selbst ernannten Arrangeur bekommen hatte. Die erwiesen sich in der Praxis als z.T. unspielbar und daneben auch noch als schlecht klingend. Es waren dort Orchestrierungsfehler enthalten, die noch nicht mal einem Erstsemester passiert wären. Der PC kann so etwas verzeihen, denn "unspielbar" gibt es dort fast nie. Schlecht klingend dagegen sehr wohl, aber meistens wegen völlig unterschiedlicher Ursachen.

    Das reale Orchester setzt andere Maßstäbe und die lassen sich nicht im Vorbeigehen oder durch das Kennen von richtigen Musikern erlernen. Die Bibel der Orchestrierung, also das Buch von Berlioz/Strauss umfasst in einem Format, das etwas größer als DIN A4 ist, 450 Seiten und setzt dabei schon fundierte Kenntnisse der Materie voraus. Als Autodidakt oder Amateur wird man damit restlos überfordert und selbst als prof. Musiker muss man sich nach der Lektüre dieses Werkes eingestehen, dass man am besten noch einmal von vorne anfangen sollte.

    Letztlich ist es mir egal, wie man in Hollywood ein Orchester definiert, ich schaue mir solche Filme nicht an. Es droht für mich nur wieder eine Entwicklung einzusetzen, die das Virtuelle als das Reale erscheinen läßt. So wie diverse Großstadtkinder die Farbe der Kühe für lila hielten, so werden viele Menschen, die noch nie ein Sinfoniekonzert besucht haben, diesen furchtbaren Soundbombast als den Klang eines normalen Orchesters ansehen. -
    Ohne musikalische Bildung geht es eben nicht, weder beim Zuhörer, noch beim Musiker.

  16. Nach oben    #16
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    Ich gebe dir da völlig recht, man kann durchaus parallelen von Filmmusik zur Popmusik ziehen. Beides wird mit geringerem künstlerischen Anspruch für die breiten Massen produziert. Die meiste Filmmusik soll aber auch hauptsächlich nur die Wirksamkeit der Bilder unterstützen, Spannungen erzeugen, Gefühle verstärken. Die meisten "normalen" Kinogänger werden garnicht in der Lage sein, ein einzigartiges kompositorisches Meisterwerk von einem Massenprodukt nach Schema F zu unterscheiden, für sie zählt der Film nur als Ganzes.

  17. Nach oben    #17
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    Ja sicher, gebe Dir vollkommen Recht. Aber hör Dir mal das besagte Viertelton-Klavier bei Morricone an. Es läßt den Zuhörer buchstäblich im Ungewissen, läßt ihn immer mehr an dem Gesehenen zweifeln, da man selbst als Musiker die Stimmung am Anfang noch nicht erkennen kann. Es klingt auf der einen Seite völlig vertraut, eben wie ein Klavier. Auf der anderen Seite aber immer befremdlicher, je weiter er die sich aus der Stimmung ergebenen Möglichkeiten ausschöpft. Es ist eigentlich so simpel im Aufwand, aber wie vieles Simple doch so ungeheuer schwer.
    Dabei läßt er - und das ist wohl das Wichtigste - dem Zuschauer den Freiraum, in seiner Fantasie eigene Interpretationen oder Assoziationen zu kreieren. Es ist ein wenig so wie bei Hitchcock und seiner Spannung, die häufig nur im Kopf des Zuschauers entsteht. Einfach wundervoll!
    Zimmer ist dagegen wie die pompöse Faust auf´s Auge, bzw. Ohr. Bei Action gibt´s Action mit Percussion- und Sound-FX-Getöse, bei Romantik schmachtet es vor sich hin etc - etc. Alles ist monothematisch und fertig gegart.
    Naja, "Fluch der Karibik" wäre wohl auch das ungeeignete Material für kompositorische Finessen :-))

  18. Nach oben    #18
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    Das ist halt immer das leidseelige an Autodidakten. Wollen wir Nummern tauschen, du gibst mir die von Hans Zimmer und ich lass dich mal mit Nikolaus Harnoncourt reden? Haha...

    Seien wir mal ehrlich, du wertest ein Studium ab und reduzierst es lediglich auf Netzwerkbildung.
    Dabei scheinst du vollkommen zu vergessen, dass ein Studium in aller erster Linie auch das wissenschaftliche Auseinandersetzen mit der jeweiligen Thematik in Forschung und Lehre beinhaltet. Ohne ein solches Fundament ist die Ausübung nunmal nicht möglich und ich bezweifel sehr stark, dass du dich auch nur annähernd mit dem aktuellen Forschungsstand beschäftigt hast oder überhaupt einen Überblick besitzt worum es geht.

    Wie Anona bereits so schön sagte, wenn wir Zimmer, Bohlen, Raab oder andere Populisten als Beispiel betrachten, dann ist ihre Tätigkeit darauf beschränkt bereits dagewesene Dinge zu reproduzieren. Das kann aber sicherlich nicht der Anspruch eines Kompositeurs an seine eigene Arbeit sein, wenn es nur darum geht Melodien von Bach oder Vivaldi neu zu verpacken, anstatt sich selbst bewusst zu sein, dass man etwas neues kreiert.

    Der qualitative Unterschied zwischen Personen wie Zimmer und Charles Camilleri (erfolgreicher, moderner, studierter Komponist) ist unglaublich groß. Hier ein Hörbeispiel http://www.youtube.com/watch?v=Cx9r1adNsko

    Desweiteren sollte dir eigentlich auffallen, dass du dich selber in deiner Tätigkeit bereits herabsetzt, wenn du die elektronische Datenverarbeitung als das Mittel der Wahl bezeichnest. Das kann unter keinen Umständen funktionieren und führt zu Problemen wie sie Anona bereits beschrieben hat. Aus eigener Erfahrung im Orchester kann ich dir nur berichten, dass wir auch mal einen solchen Komponisten hatten, dessen Werke wir spielen sollten. Auf seinem PC mag das alles wunderbar ausgesehen und geklungen haben, in der Realität ist er an der mangelnden Erfahrung gescheitert. Nach 3 Wochen ständigen Übens und einem nahezu Nervenzusammenbruchs des Komponisten, hat er das Handtuch geschmissen. Denn manche Dinge, u.a. so gut wie alles was den Fachbereich der Aufführungspraxis abdeckt, kann dir ein Programm nicht liefern...und zudem auch noch kaum ein Buch.

    Man erkennt auch an deinem letzten Beitrag sehr gut, dass dir das Hintergrundwissen fehlt. Du stellst es dar, als wenn Bild oder Musik sich jeweils dem anderen auf Grund ihrer Güte unterordnen müssten und Bild oder Ton das jeweils andere nur zu untermauern versuchen. Das ist jedoch definitiv nicht der Fall. Noch nie in der Geschichte der Musik hat man die bildliche Darstellung getrennt von der musikalischen Darbietung gesehen und Prioritäten gesetzt.
    Kein Ballett, weder die französische, noch eine andere Oper uvm. wären auf die Idee gekommen es nicht als funktionelle Einheit von Gleichberechtigung anzusehen. Keine Bewegung von Personen, keine bildliche Darstellung und auch kein einziger Ton geschehen willkürlich, per Zufall oder frei. Das ist einer der obersten Grundsätze, den dir jeder vernünftige Musiker vermittelt hätte.

  19. Nach oben    #19
    1. könnt ihr nicht alle komponisten, die mit Computer arbeiten über einen Kamm scheren
    2. kann der Computer wunderbar helfen, arbeit zu vereinfachen und schneller vorran zu kommen
    3. hängt es immer ab für was man komponierrt und mit welchem Budget!
    4. werden hier äpfel mit birnen verglichen : der eine redet darüber mit seinen Komposition geld verdienen zu wollen, ihr am schluss redet darüber dass ein Herr Zimmer keinen kompositorischen Anspruch hat. das sind zwei verschiedene paar stiefel.

  20. Nach oben    #20
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    Schön, dass du einfach allen Argumenten ausweichst

    Zu 1. Das tut hier auch niemand, sondern es ist sicherlich als Fakt anzusehen, dass ein PC alleine und eine handvoll Bücher im Schrank keinen Komponisten ausmachen. Du bist auch kein Förster, weil eine Axt im Schuppen steht.

    Zu 2. Dass es ein hilfreiches Mittel ist hat niemand bezweifelt, aber ganz bestimmt ist es nicht das Maß der Dinge.

    Zu 3. Das tut es nur bedingt und selbst dann dient ein Studium dem Erhöhen der Wahrscheinlichkeit auf ein höheres Budget.
    Ebenso wie der musikalische Lebenslauf während des Studium, nämlich z.B. bei wem man gelernt hat, ausschlaggebend für ein zukünftiges Publikum ist. Was also beides auf ganzer Linie gegen deine Argumente contra Studium spricht.

    Zu 4. Nein, das tun wir nicht. Quantität alleine bringt noch kein Geld aufs Konto. Der eigene Qualitätsanspruch spielt dabei auch immer eine wichtige Rolle. Ich kenne z.B. das Tonstudio, welches die Verträge für die VW-Werbung seit 5 Jahren an Land zieht. Das wird lediglich als "Nebenjob" betrieben und hält alleine niemanden über Wasser.

    Bevor du also jemandem rätst sein Ziel den Beruf als Komponist zu verfolgen, ohne dabei eine Absicherung durch ein Studium zu treffen, sondern lieber im Do-It-Yourself Verfahren, solltest du die Aspekte berücksichten, dass der Markt umso gesättigter und überlaufen ist, desto geringer die Qualität deiner eigenen Arbeit ausfällt. Denn bei Beruf gehen wir wohl gemäß Definition davon aus, dass jemand in der Lage ist durch seine Tätigkeit ein monatlich gesichertes Gehalt zu erwirtschaften, welches Grundversorgung und
    Rücklagen entspricht.

  21. Nach oben    #21
    ich rate das doch nicht, ich habe lediglich gesagt, dass es möglich ist den weg auch ohne studium zu schaffen. du drehst meine worte um!

  22. Nach oben    #22
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    Natürlich kann man es ohne Studium schaffen, wenn man genügend Privatunterricht nimmt, so dass man zum Schluss genauso gut hätte studieren können. Wobei sich dieses auf das großorchestrale Komponieren bezieht, also die Behandlung des größtmöglichen Klangkörpers.

    Unter Umständen kann man auch das Komponieren von Streichquartetten als bedeutend schwieriger ansehen - wie z.B. Mozart - also des quasi reinen vierstimmigen Satzes. Das ist immer eine Neigungssache. Aber eine Orchestrierung ist nun einmal für uns Normalsterbliche die komplexeste und damit schwierigste Form des Komponierens/Arrangierens. Folgendes wären die allerwichtigsten Bereiche, die ein Orchestrator beherrschen sollte:
    Harmonielehre, dabei vor allem vierstimmiger Satz mit genauem Studium der Vorbilder von Bach bis Reger;
    Kontrapunkt
    Gehörbildung
    Formenlehre
    Instrumentenkunde
    Partiturkunde
    Orchestrierungslehre

    Das ist eine Menge an theoretischem und praktischem Wissen. Wie sollte man all das autodidaktisch erlernen können?
    Selbst ein Orchestrierungsgroßmeister wie Wagner ging hin und wieder zu Musikern und fragte sie nach der Spielbarkeit einiger Passagen. Nicht umsonst hat Brahms mit seiner ersten Sinfonie so lange gewartet und davor sogar noch 2 "Probestücke" vorangestellt, bevor er den Mut hatte, sie zu veröffentlichen.
    Oder anderes Beispiel: Lloyd-Webber hat keines seiner Musicals selbst arrangiert, sondern sie bei einer dafür spezialisierten "Broadway-Werkstatt" arrangieren lassen. Warum wohl?

    Was dieser Themenkomplex mit dem PC zu tun hat, ist mir letztlich schleierhaft. So lange man mit seiner Musik im PC bleibt, kann man unter Umständen mit "Try and Error" annehmbare Klangergebnisse erzielen. Das ist dann aber Musik aus der Dose und wird sich auch so anhören, wenn man nicht den Aufwand des Herrn Zimmer betreiben kann. Mit einem gezielten Arbeiten, d.h. mit dem genauen Umsetzen von eigenen kompositorischen Ambitionen hat das Try and Error, bzw. der PC aber recht wenig zu tun, denn er setzt viel zu viele Grenzen.

    Wenn man sich aber vom PC löst und mit richtigen Musikern arbeitet (oder mit einer Mischung von PC und Musikern), dann wird man mit der autodidaktischen Methode schnell an seine Grenzen kommen. Alles andere wäre angesichts des Studienumfanges im Fach Komposition auch eher unwahrscheinlich.

    Übrigens habe ich vor einiger Zeit das Notensetzen am PC aufgegeben. Ich bin mit der Hand deutlich schneller und außerdem empfinde ich den haptischen Aspekt am PC als sehr nachteilig. Am besten schreibt es sich für mich am Schreibtisch mit Notenpapier, Bleistift und Radiergummi.
    Das Klavier oder generell einen konkreten Klang sollte man dafür nicht benötigen. Der sollte sich im Kopf darstellen, so dass man sich ganz auf das Komponieren konzentrieren kann. Und diese Form der genauen Klang-, bzw. Tonvorstellung in unserem Hirn entwickelt sich ebenfalls erst nach sehr vielen Jahren des Lernens und Umsetzens.

    Das alles muss man natürlich nicht studieren. Dann sollte man aber schon einen oder mehrere Fachleute haben, die einen den Kanon aller wichtigen Lerninhalte benennen oder näher bringen.

  23. Nach oben    #23
    Die Hürde in so ein Studium rein zu kommen ist aber extrem hoch. Die Chancen liegen sehr gering, und dann hat es nicht mal was ausschließlich mit Vorwissen zu tun, sondern ebenso mit Sympathie - und dadurch spielt auch das Glück eine maßgebliche Rolle.
    Wenn man es so schafft gut - wenn man es nicht schafft und trotzdem zu 100% das lernen möchte, kann man es ebenso schaffen - um mal auf meine ausgangsaussage zurück zu kommen. DAss man auch da HIlfe von Fachleuten braucht seh ich schon auch so. Vielleicht können wir es dabei belassen

    Was deine Aussage mit dem Notenschreiben betrifft, so kann es zwar für dich zutreffen - das aber zu pauschalisieren ist sehr gewagt. Und ob man den Klang im Kopf hat, oder er sich durch experimentieren entwickelt - ist doch bei jedem anders.
    Da wäre es das gleiche zusagen: Jeder lernt am besten ein Buch durchzulesen. Absoluter Schwachsinn - die einen brauchen was haptisches, die anderen was optisches, usw. das ist ja alles wissenschaftlich bewiesen.

  24. Nach oben    #24
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    Zitat Zitat von simsung Beitrag anzeigen
    Die Hürde in so ein Studium rein zu kommen ist aber extrem hoch. Die Chancen liegen sehr gering, und dann hat es nicht mal was ausschließlich mit Vorwissen zu tun, sondern ebenso mit Sympathie - und dadurch spielt auch das Glück eine maßgebliche Rolle.
    Wenn man es so schafft gut - wenn man es nicht schafft und trotzdem zu 100% das lernen möchte, kann man es ebenso schaffen - um mal auf meine ausgangsaussage zurück zu kommen. DAss man auch da HIlfe von Fachleuten braucht seh ich schon auch so. Vielleicht können wir es dabei belassen

    Was deine Aussage mit dem Notenschreiben betrifft, so kann es zwar für dich zutreffen - das aber zu pauschalisieren ist sehr gewagt. Und ob man den Klang im Kopf hat, oder er sich durch experimentieren entwickelt - ist doch bei jedem anders.
    Da wäre es das gleiche zusagen: Jeder lernt am besten ein Buch durchzulesen. Absoluter Schwachsinn - die einen brauchen was haptisches, die anderen was optisches, usw. das ist ja alles wissenschaftlich bewiesen.
    Gleiches gilt für die guten Aufträge: Die Hürde in der Auswahl möglicher Komponisten für ein Projekt ist hoch, die Chance eher gering durchzukommen und dann hat es trotzdem noch viel mit Sympathie zu tun. So ist das reale Leben. Jedoch ist die nachweisbare Fachkompetenz durch ein absolviertes Hochschulstudium immer noch mehr "wert" in der Wirtschaft, als wenn du sagst "Ich hab da mal irgendwann was zu gelesen und bin eh grad arbeitslos...".

    Notenschrift sollte für einen Komponisten eigentlich immer das A&O darstellen. Die meisten Ideen kommen dir bei den drei B`s (Bus, Bathroom, Breakfast) und das Gedächtnis ist sicherlich nicht in der Lage 800 Takte aufeinmal detailgetreu zu speichern. Du hast auch nicht immer elektronische Medien zur Hand, die diese Aufgabe erfüllen können, einen Zettel und Stift kann man aber immer in Tasche führen.

  25. Nach oben    #25
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    Zitat Zitat von simsung Beitrag anzeigen
    Die Hürde in so ein Studium rein zu kommen ist aber extrem hoch. Die Chancen liegen sehr gering, und dann hat es nicht mal was ausschließlich mit Vorwissen zu tun, sondern ebenso mit Sympathie - und dadurch spielt auch das Glück eine maßgebliche Rolle.
    Wenn man es so schafft gut - wenn man es nicht schafft und trotzdem zu 100% das lernen möchte, kann man es ebenso schaffen - um mal auf meine ausgangsaussage zurück zu kommen. DAss man auch da HIlfe von Fachleuten braucht seh ich schon auch so. Vielleicht können wir es dabei belassen

    Was deine Aussage mit dem Notenschreiben betrifft, so kann es zwar für dich zutreffen - das aber zu pauschalisieren ist sehr gewagt. Und ob man den Klang im Kopf hat, oder er sich durch experimentieren entwickelt - ist doch bei jedem anders.
    Da wäre es das gleiche zusagen: Jeder lernt am besten ein Buch durchzulesen. Absoluter Schwachsinn - die einen brauchen was haptisches, die anderen was optisches, usw. das ist ja alles wissenschaftlich bewiesen.
    Du begreifst Grundlegendes nicht!

    Wenn Du nicht in der Lage bist, Töne und Klänge nur mit Deinem Hirn zu hören, bist Du auch nicht in der Lage, mit ihnen souverän umzugehen, mit ihnen zu spielen und zu experimentieren, sie also zu Deinen Dienern zu machen. Und genau das musst Du, falls Du komponieren möchtest - was sonst?
    Am Instrument oder PC etwas entwickeln? Das mag sich in der Theorie ja ganz einleuchtend anhören, hält aber keiner Praxis und genaueren Betrachtung stand.

    Zum einen sollte man sich nie von einem Werkzeug abhängig machen, sei es nun Klavier oder PC. Einer Komposition sollte eine Idee, vielleicht auch ein Konzept zu Grunde liegen. Das mag in dem einen oder anderen Fall variieren - ich denke da nur an das Genre der Improvisation, aber davon kann man keinen generellen Kompositionsanspruch ableiten. Das wäre viel zu einseitig und limitiert.

    Zum zweiten lassen sich viele Komponenten wie z.B. Formproportionen oder kontrapunktische oder motivische Arbeit durch geistiges "Vorsingen" deutlich besser überprüfen als mit einem Klangwerkzeug.

    Zum dritten schafft unser Hirn eine notwendige Abstraktion, die uns von den Bedingungen und Einschränkungen eines zu Hilfe genommenen Werkzeugs befreit und in offeneren Bahnen zu denken und zu komponieren ermöglicht.

    Zum vierten läßt sich das Ausarbeiten einer Kompositionsidee, sprich das Arrangieren oder Orchestrieren, nur mit dem geistigen Gehör in Verbindung mit unserem fachlichen Wissen ökonomisch gestalten. Das kann eigentlich nur hinter dem Schreibtisch vernünftig funktionieren. Man stelle sich vor, man sollte für ein etwas größeres Orchester schreiben, angenommen in der Größe des späten Beethoven. Das ergibt eine Partiturgröße von etwa 20 Systemen, wobei viele Systeme nicht nur eine, sondern zwei Stimmen beinhalten. Bei solchen Dimensionen lautet die entscheidende erste Frage: welches Konzept habe ich? Welche Dramaturgie verfolge ich und wie stelle ich mir den Klang vor?Weiter geht es mit: welche Melodie geht an welche Instrumentengruppen, welche Gegenstimmen an welche anderen Instrumente. Was muss ich doppeln und was muss ich mischen? Welche Bläser brauchen nach längeren Passagen Pausen und wieviel Zeit muss ich dem Perkussionisten geben, um die Schlegel zu wechseln etc., etc. - ganz normale Überlegungen der Praxis also. Und wenn man schon überlegt, liegt es nahe und ist es ökonomisch, diese Überlegungen gleich mit Bleistift zu skizzieren. Und jetzt frage ich Dich: war bis hierher ein einziges Mal die Rede vom Klavier oder PC?
    Das ist eine reine Sache der Imagination, des Überblicks, des Könnens und der Erfahrung.

    Und letztlich kommt noch der Punkt hinzu, den Stepbeyond schon ewähnte: wie häufig kommt es vor, dass man im Auto, im Bad oder sonstwo eine Idee hat, die es sofort festzuhalten gilt, sonst wäre sie verloren. Da gehört es einfach zum normalen handwerklichen Können dazu, dass man das ohne Probleme sofort in Noten umsetzen kann, also ohne Instrument.

    Diese ganze Thematik sollte so selbstverständlich als gegeben angesehen werden, dass ich eine Diskussion wie diese als absurd empfinde.


    Nun noch zu Deiner Fama mit der Aufnahmeprüfung und dem angeblich entscheidenden Sympathiefaktor, nebst dem Glück natürlich ...
    Es mag vereinzelt Fälle gegeben haben, in denen das eine kleine Rolle gespielt hat - wenn z.B. einer der Aufnahmekandidaten bereits bei einem Prof. Privatstunden hatte. Aber wie stellst Du dir denn eine solche Prüfungskommission vor? Da gibt es aus jedem relevanten Fachbereich einen Prof. und alle haben sie ein Mitspracherecht. Außerdem gibt es noch Studentenvertreter, die die Sache ebenfalls mit Argusaugen verfolgen. Unter solchen Umständen den Faktoren Sympathie und Glück eine "maßgebliche Rolle" zuzuweisen, ist ebenfalls absurd.
    Fakt ist dagegen, dass es sich hier um Eignungsprüfungen handelt, die die Hochschule vor hoffnungslos überforderten Studenten und die Studenten vor Überforderung im Studium und hoffnungslosen Zukunftsperspektiven bewahren soll. Sicherlich kann man sich darüber hinwegsetzen und sich selbst zum begabten Komponisten erklären. Die Folgen dürften aber klar sein.

    Fakt ist ebenfalls, dass sich in diesen Aufnahmeprüfungen auch solche Leute bewerben, die schon mit 16 über die Hälfte aller Beethoven Klaviersonaten auswendig drauf haben oder die bereits 5 Sinfonien komponiert haben. Mit anderen Worten: Überflieger, gegen die sich so gut wie kein anderer Kandidat durchsetzen kann. Diese sind ja aber nicht nur die Konkurrenten bei der Aufnahmeprüfung, sie werden es auch später im Berufsleben sein. Insofern kann man die Chancen der Aufnahmeprüfung nicht von denen des Berufslebens abkoppeln. In der Regel zeigt sie eben gnadenlos auf, auf welchem Stand man sich in Relation zur "Konkurrenz" befindet. Natürlich kann man auch das negieren oder ignorieren... - weiter siehe oben.
    Die einzige Chance, die man hat, ist einfach besser zu werden. Aber ganz ehrlich - Du baust Dir derart viele Luftschlösser auf und hantierst mit so viel Alibiargumenten, dass sich das mit dem harten Musikeralltag kaum in Einklang bringen wird.

  26. Nach oben    #26
    diese art und weise zu komponieren mag für dich normal sein - ich seh es anders. was spricht denn dagegen erst auf dem klavier eine melodie zu finden und erst danach das gesamte konstrukt drum herum zu bauen. Leute die es sorum machen, gibt es zu hauf.
    z.B. Nobuo Uematsu , der hat das z.b. mal in einem interview gesagt.

    btw. wie heisst das stück von morricone, das vierteltönig gestimmt ist?

  27. Nach oben    #27
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    Zitat Zitat von stepbeyond Beitrag anzeigen
    Wie Anona bereits so schön sagte, wenn wir Zimmer, Bohlen, Raab oder andere Populisten als Beispiel betrachten, dann ist ihre Tätigkeit darauf beschränkt bereits dagewesene Dinge zu reproduzieren. Das kann aber sicherlich nicht der Anspruch eines Kompositeurs an seine eigene Arbeit sein, wenn es nur darum geht Melodien von Bach oder Vivaldi neu zu verpacken, anstatt sich selbst bewusst zu sein, dass man etwas neues kreiert.
    Viele moderne Kompositionen basieren aber auf Sachen, die schon mal dagewesen sind. Bohlen würde ich hier sogar mal ausnehmen, das hat m. E. nicht viel mit Musik zu tun.

    Zitat Zitat von stepbeyond Beitrag anzeigen
    Der qualitative Unterschied zwischen Personen wie Zimmer und Charles Camilleri (erfolgreicher, moderner, studierter Komponist) ist unglaublich groß. Hier ein Hörbeispiel http://www.youtube.com/watch?v=Cx9r1adNsko.
    Ich habe mir das komplett angehört. Das Stück ist stellenweise sehr interessant, aber es berührt mich nicht. Okay, ich mag ein musikalischer Laie sein, ein Banause, der von Komposition absolut keine Ahnung hat, aber ich möchte beim Hören von der Musik etwas erleben, es muß spannend sein, muß mich fesseln. Das Hörbeispiel erreicht bei mir ein Schulterzucken, nicht mehr. Sicherlich liegt es auch daran, das mir einfach diese musikalische Basis fehlt, um das beurteilen zu können, aber fehlt das nicht den meisten Menschen? Wo liegt der Sinn, ein so wertvolles Werk zu komponieren, wenn die meisten Menschen es nicht zu würdigen wissen? Weil sie, so wie ich auch, zu dilletantisch (oder zu doof) sind es zu verstehen?
    Komponiert ein Komponist hauptsächlich nur für sein Ego?
    Was will man mit dieser Musik denn erreichen?
    Sei so nett, erklärs mir bitte, denn ich verstehs einfach nicht.

  28. Nach oben    #28
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    Zitat Zitat von simsung Beitrag anzeigen
    Ich denke eher, das ist eine Frage des Willens - wenn du dich reinhängst, ohne Ende übst, Bücher leist, etc. um dann perfekte Qualität abzuliefern - schaut nacher kein Mensch darauf ob du das studiert hast oder nicht.
    So sehe ich das auch. Was draußen zählt, sind Referenzen, auch wenn die Damen und Herren Akademiker (vor allem die Profs an den Hochschulen) Dir immer was anderes erzählen. Es gibt genug Leute, die für unabhängige Filmproduktionen Komponisten suchen. Auch wenn da vielleicht erstmal nicht das "große Geld" zu verdienen ist, häng Dich rein und mach dein Ding. Vielleicht fragst Du einfach mal an einer Kunsthoschule mit Filmklasse in deiner Nähe, ob Du bei einem Projekt mitmachen kannst. Wenn der Film dann auf Festivals wie Dokfest o.ä. gezeigt wird und vielleicht sogar nen Preis gewinnt, kommst Du auf jeden Fall in der Szene ins Gespräch.
    Üben musst Du natürlich auch, und Musiktheorie lernen und Deine Gehör bilden. Aber dafür musst Du nicht studieren.
    Versetze Dich einmal in die Lage eines Video/ Filmproduzenten. Wie würdest Du den Komponisten für dein Projekt auswählen? Nach der Abschlussnote?
    Ich glaube eher, nach der Arbeit, die Du von den in Frage kommenden Komponisten gehört hast, und ob der jeweilige Stil zum Film passt. Natürlich hast Du es mit einem Abschluss leichter; vor allem ist es leichter in gewisse Netzwerke zu kommen. Aber Du kannst es definitiv auch ohne Studium schaffen.
    Geändert von Chordfabian (08.03.2012 um 17:03 Uhr)

  29. Nach oben    #29
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    Das sind lediglich Luftschlösser, Chordfabian. Es bestätigt nur, dass du selber überhaupt keine Erfahrung besitzt.
    Man bekommt keine solchen Jobs mehr ohne etwas auf dem Papier vorweisen zu können.
    Diese Zeiten gab es früher einmal, wo man mit Hauptschulabschluß und genug Engagement eine ähnliche Leistung zum Akademiker erbringen konnte. Momentan bekommst du nichtmal den Hauch einer Chance, wenn du die Anfordeurngen nicht erfüllst.
    Da entscheidet auch keine Referenz und nichts. Das beste Beispiel ist ein Freund von mir, der hier in Hamburg als Dirigent und Komponist eine hauptamtliche Stelle besetzt. Ohne zwei Diplome, eigene Publikationen und ausreichend Erfahrung durch Praktika hätte man ihn nichtmal mit dem Arsch angeguckt.

    In der Selbstständigkeit ist natürlich alles möglich, da kann auch ein gelernter Maurer meinen sich Komponist zu nennen. Es ist ja keine geschützte Berufsbezeichnung. Dafür trägst du auch das volle Risiko selbst und besitzt kein gesichertes Einkommen. Wenn du dann nicht auch noch gleichzeitig ein talentierter Geschäftsmann bist, kannst du direkt zur Suppenküche gehen.

    @Moogman
    Du wirfst Sachen wild durcheinander. Wir reden hier über zwei vollkommen unterschiedliche Dinge.
    Der Komponist schafft ein Musikwerk, das ohne Text als Instrumentalmusik gilt und mit Text als Vokalmusik bezeichnet wird.
    Vom Komponisten zu unterscheiden sind Arrangeure, die zu vorgegebenen Melodien und Harmonien einen musikalischen Tonsatz schreiben; zunächst wird die Schöpfungshöhe für ein Arrangement als niedriger als die eigentliche Urheberschaft an der Komposition erachtet
    Das sollte dir erklären, weshalb ein Komponist unmöglich Dinge kopieren kann oder darf.

    Was du an Camilleri nicht verstehst, erkläre ich dir gerne.
    Du solltest ein Werk nicht ohne Wissen hören.
    Wissen über den Komponisten als solchen und über das Werk an sich.
    Es handelt sich dabei ja eindeutig nicht um Filmmusik.
    Village Festa ist der letzte Satz der Malta Suite und Camilleri verarbeitet in seinem Werk überwiegend maltesische Volksmusik und Legenden.

    mp to: navigation, search

    Charles Camilleri (7 September 1931 – 3 January 2009) was a Maltese composer, long acknowledged as Malta's national composer...Camilleri's work has been performed throughout the world and his research of folk music and improvisation, the influences of the sounds of Africa and Asia, together with the academic study of European music, helped him create a "universal" style.

    Camilleri is recognized as one of the major composers of his generation.

  30. Nach oben    #30
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    Hey Stepbeyond,

    Ich habe schon an mehreren Projekten in Hamburg gearbeitet, allerdings am Schnittplatz. Ihr habt da oben im Norden echt ein schwieriges Pflaster. Es hat hier auch niemand behauptet, dass man sich kein Wissen aneignen muss, um als Komponist (Filmkomponist) zu arbeitem.
    Wennnn man selbsständig arbeitet und damit Erfolg hat, weil man gut ist, dann bitte soll man es auch tun. Und wenn man keinen Erfolg hat, kann man was anderes machen. In Deutschlnd besteht nämlich (noch) die Möglichkeit, seine Träume zu verwirklichen, ohne das man nach einem Scheitern auf der Straße sitzt und keine zweite Chance bekommt. Bei uns in Hessen jedenfalls.
    Und dass man ein Werk nicht ohne Wissen hören sollte halte ich für Quatsch. Man braucht kein Wissen, um ein Stück zu mögen oder nicht. Dafür braucht man Emotionen, Bauchgefühl und Herz. Musik ist keine reine Kopfsache. Vielleicht innerhalb einer fragwürdigen musikalischen Bildungselite, zu der mindestens 95% aller Menschen nicht gehören.

    @moogman:

    Hör Dir lieber die maltesische Volksmusik im Original an, die Camilleri verarbeitet hat. Die gefällt Dir bestimmt besser.

  31. Nach oben    #31
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    Selbstverständlich brauchst du für die subjektive Bewertung von Musik kein zusätzliches Wissen.
    Allerdings fällt es dir leichter die Intention des Komponisten zu verstehen, wenn du mehr darüber weisst.
    Denn vielleicht ist es ja genau das, was dich einem Werk näherbringt.
    Immerhin wird in den meisten Fällen irgend eine Art von Geschichte erzählt.
    Z.B. bei Charakterstudien, als Beispiel El Colibri (die Nachahmung des Kolibrifluges): http://www.youtube.com/watch?v=ALy-hvtCYz0
    Oder eine "banale" Tremolo-Studie namens Una Limosna Por El Amore De Dios bekommt plötzlich ein vollkommen anderes Gewicht, wenn man nicht nur weiss, dass es Barrios letztes Stück war, sondern er es auch im Bewusstsein seines baldigen Todes als Resumee seines Lebens geschrieben hat. http://www.youtube.com/watch?v=t2N2s...eature=related

    Btw:
    Maltesische Volksmusik besitzt viele Charakteristika von der Sizilianischen, Arabischen und Deutschen.
    Viele Formen, wie z.B. die Tarantella, sind dort ganz gebräuchlich.

    ...Wir geraten aber so langsam massiv Off-Topic...

  32. Nach oben    #32
    Premium-Mitglied Avatar von Chordfabian
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    Also, zurück zum Thema:

    Arne, Du hast da aber ganz hübsch was losgetreten. Die Meinungen gehen ganz schön weit auseinander, so scheint es.
    Ich möchte auf hier keinen fall missverstanden werden. Ich habe selbst ein musisches Gymnasium mit Musik LK besucht, Musiktheorie gebüffelt, anschließend Tontechnik studiert, mein Gehör geschult, gelernt Ideen auf Papier zu skizzieren etc. Ich weiß, dass ein Studium vieles leichter macht und möchte Dir auch ans Herz legen zu lernen und Dich an einer Hochschule zu bewerben.
    Aber: Wenn Du wirklich Musik komponieren willst, wenn Du es (sehr) gut kannst und es geschickt anstellst, dann schaffst Du es auch, damit Geld zu verdienen.

    Außerdem halte ich dein komponieren am PC für nicht verkehrt. Den Umgang mit digitaler Technik zu üben ist definitiv ein Vorteil. Viele Soundtracks werden heute nur noch am Rechner produziert. Die Orchester-Plugins sind mittlerweile so gut, das selbst für geschulte Ohren der Unterschied zu einem echten Orchester nicht sofort zu hören ist. Außerdem spart es enorm Kosten. Darüber hinaus wundere ich mich, dass hier so viel von klassischer bzw. orchestrale Musik die Rede ist. Es gibt mittlerweile sehr viele elektronische Soundtracks und deren Macher nennen sich auch Komponisten.

    Es ist egal, ob Du studierst oder nicht, Du musst lernen und lernen und lernen. Und praktizieren, praktizieren, praktizieren.

    Hier noch ne Anekdote aus meiner Studienzeit:

    Im zweiten Semester kam ein (viel älterer) Dozent in die Vorlesung und erzählte uns stolz, dass er gerade an seiner ersten eigenen Platte arbeitet. Da hatte ich schon sieben veröffentlicht.

    Vorwärts immer, rückwärts nimmer!

    Chord

  33. Nach oben    #33
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    Naja, glücklicherweise geht es hier ja nur um Film- und Popmusik. Ansonsten würde ich mir doch ernsthafte Sorgen um das Niveau in der ambitionierten Musik machen.


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