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Musikmanager antworten - Verkaufe Deine Musik bei iTunes, Spotify, Amazon...

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FRAGE: Wir wollen demnächst unser Album releasen und stehen nun natürlich auch vor der Frage ob wir das auch digital releasen sollen. Gibt ja einige Firmen die das anbieten und man bekommt sogar 100 % an den Ausschüttungen für beispielsweise schon 25,00 EUR pro Jahr. Kannst Du uns hierzu ein paar wichtige Tipps geben auf was wir achten sollten oder sind sowieso alle die das anbieten gleich?


MUSIKMANAGER ANTWORTEN:
Auf jeden Fall solltet ihr euer Album auch zum Streaming/ Download anbieten, doch bevor ihr das macht, ist es wichtig einige Dinge zu beachten, die mit der Band und dem Projekt, also eurem Album in Verbindung stehen. Wenn ihr eine große Fangemeinde habt, dann solltet ihr auf jeden Fall die 25,00 EUR pro Jahr investieren, da ihr eben alles ausgeschüttet bekommt was eingeht. Sollte dies Fangemeinde noch nicht vorhanden sein, bitte in keinem Fall ein Abomodell über 25,00 EUR oder sogar noch mehr pro Jahr abschließen, nur dafür, dass eure Songs online verfügbar sind. Allein um diese 25,00 EUR pro Jahr wieder reinzukriegen, benötigt ihr jährlich ca. 6500 Plays!
Nutzt hier bitte einen Anbieter, bei dem ihr überhaupt keine Kosten habt und ihr stattdessen 30 % eurer Einnahmen abtretet. Im Durchschnitt verdient eine Newcomer-Band bzw. ambitionierte Hobby-Musiker ca. 13 EUR im ersten Jahr und ab dem zweiten unter 10,00 EUR und weiter sinkend. Sollte euer Release durch die Decke gehen, wird der Anbieter sofort gewechselt! Ebenso solltet ihr euch vor Augen halten, dass 20 % des gesamten Repertoires von Spotify nicht mal einen einzigen Play haben!


Kurzübersicht:
Allgemeinwissen
Aggregator werden
100 % Rechte behalten
Vergleich der Aggregatoren
Deine Einnahmen
Auswahl des richtigen Aggregators

Allgemeinwissen:
Alle sogenannten Content Aggregatoren wie Finetunes, Kontor New Media (größer in Deutschland), Believe (größer weltweit), Recordjet, Spinnup etc. sind dafür zuständig, Deine Musik in den von Dir ausgewählten DSP (Digital Service Provider) wie iTunes, Apple Music, Spofity, Amazon etc. und in den von Dir ausgewählten Territorien (weltweit, Europa, Asien oder die genauen Länder) verfügbar zu machen. Hierzu musst Du einen Vertriebsvertrag mit dem jeweiligen Aggragator abschließen, in dem Du ihm das Recht einräumst, dass er Deine Musik vertreiben darf.


Aggregator werden:
Um ein Aggegator zu werden benötigst Du die vertraglichen Bindungen zu den DSPs (hierzu könntest Du ein Mitglied von MERLIN werden, da dieser Verband diese Verträge abgeschlossen hat und Du sie als Mitglied verwenden darfst) und du benötigst die Software bzw. ein Programm zu technische Aufbereitung Deiner Musik, damit die Stores sie akzeptieren. Hierzu gibt es auch Unternehmen wir beispielsweise EMS https://www.media-ems.com/en/ die das Enconding anbieten. Einige Aggregatoren in Deutschland und der Schweiz verkaufen und geben sich nach außen zwar aus Aggregator, sind es aber in Wirklichkeit gar nicht. Sie nutzen nur das System von verifizierten Aggregatoren. Hier findest Du die offizielle Liste von verifizierten Apple Aggegatoren https://itunespartner.apple.com/en/music/partnersearch und du wirst schnell feststellen, dass es sehr wenige sind


Behalte 100 % Deiner Rechte
Viele Aggregatoren werben zudem mit Slogans wie „Nicht exklusiv“ und „Behalte 100 % Deiner Rechte“ was grundsätzlich nicht falsch ist, aber auch nicht ganz richtig. Du bist dazu verpflichtet mindestens eine Produktexklusivität mit dem jeweiligen Aggregator einzugehen, was absolut logisch ist, da es Dir nicht gestattet ist auch noch zu einem anderen Aggregator zu laufen, damit dieser Deine Songs ebenso in die DSPs einstellt. Diese werbewirksame Botschaften wie „behalte Deine Rechte“ bezieht sich auf alle anderen Rechte die natürlich bei Dir bleiben und das „nicht exklusiv“ bezieht sich auf den Künstler bzw. auf die Band an sich. Von Exklusivität spricht man hier, wenn beispielsweise ein Künstler nur noch mit einem Aggregator arbeiten darf und sich dies auch auf vertraglich geregelte, zukünftige Lieder bzw. Alben auswirkt. Bei Labels sieht das wieder ganz anders aus, doch dazu kommen wir später noch.



Vergleich der Aggregatoren:

Geschäftsmodell:
1. Zahle einen Einmalbetrag und erhalte zwischen 90 – 95 % Deiner Einnahmen
2. Zahle jährlich, also ein Abomodell und erhalte 100 % Deiner Einnahmen
3. Zahle gar nichts und gebe 20 % bis 40 % Deiner Einnahmen ab.

An dieser Stelle betrachten wir lediglich das Hauptgeschäft, also die digitale Distribution, denn viele Aggregatoren bieten mittlerweile viele zusätzliche Dienste, sogenannte Labelservices, wie beispielsweise CD pressen, Radiopromotion, Audiomastering etc. an. Wir können euch an dieser Stelle nur empfehlen diese „Zusatzleistungen“ genau unter die Lupe zu nehmen, bevor ihr sie bucht! In der Regel nutzen die Aggregatoren dieses Geschäft nur um ihre Wertschöpfungskette schnell zu erweitern. Bei diesen Dienstleitungen sind sie lediglich Mittelsmann, klinken sich dazwischen und verdienen mit. Noch dazu haben die meisten überhaupt kein bis sehr schlechtes Wissen über den jeweiligen Service und Du läufst Gefahr eine erhöhte Investition für mindere Qualität auszugeben! Bitte wendet euch bei der gewünschten Dienstleistung an den jeweiligen Spezialisten! Content Aggregatoren sind Content Aggregatoren, Mastering Studios sind Mastering Studios, Promotion bucht man bei Werbeagenturen und CDs pressen lassen, dazu wendet man sich an ein Presswerk! Alles aus einer Hand gibt es nicht, da im Hintergund andere Firmen beauftragt werden. Ergo arbeiten die Aggegatoren als Agenturen bzw. Broker und ja klar, diese Arbeit lassen sie sich bezahlen.

Pitching:
Ebenso gibt es, abhängig davon wie die Content Aggregatoren ihr Geld verdienen auch noch Firmen unter ihnen, die sogenannte Pitches bei den DSPs durchführen, um Deine Musik in den Stores besser zu platzieren. Hierbei handelt es sich immer um Anbieter die nicht 100 % an Dich ausschütten, sondern an Deinen Einnahmen beteiligt werden möchten. An und für sich ist dieses Modell sehr gut, da sie erst etwas verdienen, wenn Du etwas verdienst und sie zusätzlich, vielleicht sogar für Dich aktiv werden, damit Du in die Highlights kommst oder Du in Playlists untergebracht wirst. Alle hoch professionellen Anbieter wie beispielsweise Finetunes, Believe etc. arbeiten so und bieten zusätzlich auch noch wichtige Analyse-Tools an. Bei diesen Anbietern werden überwiegend Labels genommen, die bereits Erfolge vorweisen können, aus dem einfachen Grund, dass der Aggregator die Musik nicht nur online verfügbar mach, sondern auch wirklich dafür arbeitet, die Musik bekannter zu machen.

Belieferte DSP:
Einige Aggregatoren beliefern 100 Stores und andere bis zu 300. Die Quantität ist nicht entscheidend sondern die Qualität, also die wichtigen Stores, und diese werden von jedem Aggregator bemustert!

Support:
Hier gibt es Tatsächlich extreme Unterschiede bei den Aggregatoren. Es gibt wenige die sehr guten Support leisten, der auch zusätzlich nichts kostet. Hierzu zählen auch Takedowns, also wenn Du Deine Songs wieder löschen möchtest. Ebenso gibt es Instant Gratifications, Bundle-Möglichkeiten und weitere Optionen die in der Regel von allen angeboten werden, aber einige dafür zusäzliche Kosten aufrufen.

Zusatzservices:
Es gibt vereinzelt auch Anbieter wie iGroovenext die zusätzliche Services wie beispielsweise den Musikkauf via SMS anbieten.
Es gibt auch Anbieter die mit Leistungen wie „werde von Scouts entdeckt und erhalte einen Plattenvertrag bei XY“. Sollte man sich dies mal rechnerisch zur Brust nehmen, so kommen ca. 100.000 Künstler und wachsend auf gerade mal ca. 30 Talentsucher. Das heißt, dass jeder Scout 3.333 Künstler überprüfen muss. Wie soll das funktionieren?!?

Kündigung und AGBs:
Bitte lest euch die Kündigungsbestimmungen und die AGBs genau durch bevor ihr mit dem jeweiligen Aggregator eine Geschäftsbeziehung eingeht! Hier gibt es gravierende Unterschiede! Wenn ihr euch unsicher seid, wendet euch bitte an einen Anwalt für Vertragsrechte. Solltet ihr keinen haben, dann empfehlen wir euch gerne einen Juristen aus unserem Netzwerk.



Deine Einnahmen:
Dir muss bewusst werden, dass Du pro Stream im Durchschnitt, stand 2017, ca. 0,005 EUR ausgeschüttet bekommst. Bei einem Verkaufspreis von beispielsweise 0,99 EUR über iTunes bleiben ca. 0,28 EUR beim DSP (Steuer, GEMA, Gewinn) und der Rest, also 0,71 EUR werden Dir ausgeschüttet, wenn Du Dich für das Modell mit den 100 % der Einnahmen werden an dich ausgeschüttet, entschieden hast. Hinzu kommen Deine Tantiemen als Urheber, die nach aktuellen Zahlen bei max. 15 % von diesen 0,005 EUR pro Stream also bei 0,00075 EUR bzw. von 0,71 EUR pro Download also bei ca. 10 Cent liegen.

Vorgehensweise Ausschüttung Tantiemen:
Jeder User der einen Deiner Songs streamt bzw. als Download kauft bezahlt auch die jeweiligen Gebühren für die Nutzung, da diese beispielsweise im Kaufpreis enthalten sind. Die GEMA erhält Listen der DSP und gleicht diese mit ihrem Repertoire ab. Für jeden Song, der bei ihr gemeldet ist zieht die GEMA die Gelder ein und schüttet sie an die jeweiligen Mitglieder aus. Für alle anderes Songs darf sie nicht aktiv werden und der DSP behält das Geld. In der Theorie müsste der DSP eine Rückstellung bilden, da es ja durchaus sein kann, dass sich der Urheber direkt bei beispielsweise Apple meldet um seine 1,50 EUR zu erhalten. In der Praxis meldet sich natürlich keiner und Apple & Co. verdienen einfach mehr, auch wenn Ihnen diese Gelder gar nicht zustehen.



Auswahl des richtigen Aggregators:
Wie oben bereits kurz angeteased, solltest Du Dir zuerst ehrliche Gedanken über Dich und Deine Musik machen, bzw. als Band über eure Musik. Die Songs online verfügbar zu machen ist schnell erledigt, da es allein in Deutschland ca. 35 Anbieter gibt. Der Teufel steckt wie immer im Detail! Demzufolge solltest Du den für Deine derzeitige Karrierestufe richtigen Anbieter picken. Wenn Du noch mitten im Artist Development steckst, wähle einen Anbieter der für Dich gar keine Kosten verursacht, da Dein Ziel ist, Reichweite zu generieren, um Deine Fangemeinde wachsen zu lassen. Wenn Du bereits eine kleine Fangemeinde vorweisen kannst, nutze die Einmalzahlung und erhalte ca. 95 % der Einnahmen. Wenn Du ein etablierte Künstler bist, der eine aktive und große Fangemeinde hinter sich hat, dann wähle in jedem Fall das Abomodell, da die 25 EUR pro Jahr die 100 % Einnahmen allemal Wert sind.

Wir vergleichen für Dich diese Anbieter und haben für diese drei Szenarien die richtigen Partner für Dich. Ebenso sind wir in der Lage Dich bei Anbietern zu platzieren, die normalerweise nur mit etablierten Künstlern bzw. Labels zusammenarbeiten. Schau hier einfach mal unter www.zoundr.com/vertrieb

Zudem solltet ihr nicht einfach nur so eure Musik online releasen, sondern einen Plan verfolgen, der zu eurem physischen Release passt. Hierzu gehören natürlich auch Vorbestellungen, Bundles und Exclusive-deals mit einem Store. Ebenso könnt ihr eine Re-Release-Strategie aufbereiten: Zuerst Physisch & Download und nach x Monaten dann auch Streaming. Hier ist vieles möglich und sollte genau durchdacht sein!

Ich hoffe ich konnte Deine Frage praxisbezogen beantworten und solltest Du weitere Fragen haben, sind wir gerne für Dich da.

Herzliche Grüße,

Manu von ZOUNDR (www.zoundr.com)

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